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| 17:54 Uhr

Dank an die „Größten Helden dieses Sommers“
Wenn die Kameraden Polka tanzen

Feuerwehr- Dankeschön- Oktoberfest in München Elbe- Elster.-
Feuerwehr- Dankeschön- Oktoberfest in München Elbe- Elster.- FOTO: Veit Rösler
München. Bekleidungswechsel: Statt Feuerwehruniform Dirndl und Lederhose. Statt den Wasserschlauch gezogen, die Maß gestemmt. Das haben sie sich am Dienstagabend verdient, die Feuerwehren und weiteren Blaulichtdienste in Elbe-Elster. Von Frank Claus

Das passt. Dort, wo vor wenigen Tagen noch Tausende das 18. Oktoberfest in München an der Elster feierten, rückten am Dienstagabend Kameraden aus allen Feuerwehren des Landkreises, Helfer aus Rettungsdiensten und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes ins Festzelt ein. 1000 Kämpfer dieses feuerbrünstigen Sommers waren eingeladen, um nach den schweißtreibenden Einsätzen gemütlich zu verschnaufen. Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) hatte die Idee und fand Gehör beim Kreisfeuerwehrverband, bei der Sparkasse Elbe-Elster und Wies’n-Wirt Mathias Winter, der extra wegen dieser Sause das Zelt länger stehen ließ.

Mit schmissiger „Musi“ ging es los. Der Landrat hielt sich bei seiner Rede kurz, dankte allen Eingeladenen, ausdrücklich auch den Partnern der Einsatzkräfte. „Sie haben in diesem Sommer Großes vollbracht“, sagte er und erinnerte an die Waldbrände mit riesigem Flächenausmaß in der Annaburger Heide, bei Treuenbrietzen, Lieberose und nahe Saxdorf sowie an die Feuer in Recyclingunternehmen in Schönewalde und Senftenberg. Diese Extremsituationen hätten neben dem normalen Feuerwehralltag enorm geschlaucht. Schon im Frühjahr/Anfang Sommer kämpften die Kameraden mit enormen Sturmschäden. „Und dann sind dann noch die Strolche, die Brandstiftungen initiieren“, meinte er und jeder wusste, dass er damit vor allem die Brandserie in Finsterwalde meinte.

Er bat die Bürgermeister und Amtsdirektoren nach vorn – zunächst, um ihnen Danke dafür zu sagen, dass Kommunen den Brandschutz so ernst nehmen. Aber auch, um sie dann als Ranke ins hintere Glied zu stellen. „Ganz vorn stehen heute die Feuerwehren“, meinte er und bat aus allen Wehren je einen Vertreter zum großen Gruppenbild nach vorn.“

Anstelle spritzendem Fassbieranstich öffnete er ein Pullchen, prostete allen zu und gab die Sause frei. 25 000 Euro für Getränke, Essen, Zelt und Programm haben sich die oben genannten Veranstalter die Danke-Veranstaltung kosten lassen. Auch wenn es diesmal nicht wie beim Hochwasser-Dankeschön Freibier den ganzen Abend lang gab, die Teilnehmer im Zelt fanden diese Geste „wirklich wunderbar“.

Dirndl und Lederhose statt Uniform - wenn die Kameraden Polka tanzen FOTO:

Die Karten sind nach Mitgliederschlüssel vergeben worden. Ausdrücklich waren die Partner mit eingeladen. Besonders stark davon Gebrauch gemacht hat die Hohenbuckoer Feuerwehr. „Wenn die Jungs weg sind, stemmen wir zu Hause doch die Arbeit“, zeigte sich Susan Rittman selbstbewusst. Iris Ronneburg aus der gleichen Wehr fügte hinzu, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann Denny seit Jahren in der Wehr aktiv ist. Auch wenn die Frauen an diesem Abend nicht in der Überzahl waren, zur Annemarie-Polka reichte es allemal. Wenn gerade keine Dame zur Verfügung stand, ging diese Stimmungsnummer auch ohne sie, wie Dustin Voigt und Niklas Jaich sowie Ron Doberschütz und Felix Reichelt von der Feuerwehr Herzberg als Tanzduos demonstrierten. Eine starke Dirndl-Fraktion und manchen Lederhosen-Träger hatte Bad Liebenwerdas Feuerwehr mitgebracht.

An fast allen Tischen prosteten sich die Bürgermeister und Amtsdirektoren mit ihren Wehren und Hilfsdiensten zu. Uebigau-Wahrenbrück hatte sogar noch Karten nachgekauft, weil das Kontingent nicht ausreichte.

Kreisbrandmeister Steffen Ludewig freute sich mit allen Eingeladenen. „Wir hatten im vergangenen Jahr etwa 1300 Feuerwehreinsätze in Elbe-Elster, in diesem Jahr werden es vermutlich doppelt so viel“, wagte er eine Prognose. Gut 3800 aktive Kameraden gibt es. Es seien nicht wenige, die fast alle Einsätze ihrer jeweiligen Wehr mitgefahren sind.

Fast alle Hohenbuckoer waren zu zweit: Grit und Thomas Merthen, Susan Rittmann und Markus Wüstenhagen, Iris und Denny Ronneburg (v.l.).
Fast alle Hohenbuckoer waren zu zweit: Grit und Thomas Merthen, Susan Rittmann und Markus Wüstenhagen, Iris und Denny Ronneburg (v.l.). FOTO: Veit Rösler
 Aline Lürding (l., 42) aus Hohenbucko und Michelle Gruner (21) aus Züllsdorf vorm eigens gefertigten Dankeschön-Plakat.
Aline Lürding (l., 42) aus Hohenbucko und Michelle Gruner (21) aus Züllsdorf vorm eigens gefertigten Dankeschön-Plakat. FOTO: Veit Rösler
Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz (r.)  findet die Ehrungsveranstaltung für alle Rettungs- und Hilfsdienste „einfach klasse“.
Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz (r.) findet die Ehrungsveranstaltung für alle Rettungs- und Hilfsdienste „einfach klasse“. FOTO: Veit Rösler
Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (vorn 3.v.r.) und Thomas Hettwer von der Sparkasse (4.v.r.) stoßen mit der Sängerstadt-Wehr an.
Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (vorn 3.v.r.) und Thomas Hettwer von der Sparkasse (4.v.r.) stoßen mit der Sängerstadt-Wehr an. FOTO: Veit Rösler
Beim großen Gruppenfoto mit je einem Vertreter aus allen Feuerwehren werden die Kameraden von den Bürgermeistern und Amtsdirektoren umrahmt.
Beim großen Gruppenfoto mit je einem Vertreter aus allen Feuerwehren werden die Kameraden von den Bürgermeistern und Amtsdirektoren umrahmt. FOTO: Veit Rösler