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| 18:44 Uhr

Elsterwerda
Damit die Königin wieder erklingt

Das goldene Ehepaar Gabriele und Walter Kroker aus Elsterwerda spendet  600 Euro für das Restaurieren der Orgel in der Catharina-Kirche. René Herrmann, ordinierter Prädikant (2.v.r.), und Klaus Schmidtchen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates (2.v.l.), sehen das Geld bestens angelegt.
Das goldene Ehepaar Gabriele und Walter Kroker aus Elsterwerda spendet  600 Euro für das Restaurieren der Orgel in der Catharina-Kirche. René Herrmann, ordinierter Prädikant (2.v.r.), und Klaus Schmidtchen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates (2.v.l.), sehen das Geld bestens angelegt. FOTO: LR / Manfred Feller
Elsterwerda. Gabriele und Walter Kroker spenden für den Wiedereinbau der Orgel in die Catharina-Kirche. Von Manfred Feller

Die millionenteure Dacherneuerung und Innensanierung der evangelischen Catharina-Kirche in Elsterwerda ist abgeschlossen. Die Fassade des Schiffes muss noch ausgebessert und gestrichen werden. Dies soll nach Angaben des Gemeindekirchenrates im nächsten Jahr erfolgen. Die veranschlagten Kosten betragen ungefähr 212 000 Euro.

Doch die Krönung fehlt dann immer noch. Die Orgel ist wegen der Kirchensanierung ausgebaut (siehe Foto). Die vielen Einzelteile sind eingelagert. Für Restauration und Einbau werden bis zu 100 000 Euro gezahlt werden müssen. Das Sammeln von Spenden läuft. „Sie sind Teil unserer Eigenmittel. Kirchen sind schon immer aus Spenden gebaut worden“, erinnert René Herrmann, ordinierter Prädikant.

Jetzt sind 600 Euro auf das Konto eingezahlt worden. Dieses Geld haben Gabriele und Walter Kroker aus Elsterwerda gespendet. Oder vielmehr die Gäste ihrer goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar hat die Summe aufgerundet.

Kirchlich geheiratet haben die beiden vor 50 Jahren in Kamenz. „Die Einsegnung zur goldenen Hochzeit wollten wir aus Verbundenheit zur Catharina-Kirche hier erhalten“, sagt die ehemalige Lehrerin. Gefeiert wurde dies im Vorraum des Kirchenschiffes, der sogenannten Winterkirche. Denn der große Innenraum des Gotteshauses musste nach den umfangreichen Arbeiten noch gereinigt werden. Diese das einstige Eheversprechen bekräftigende Zeremonie sei sehr bewegend gewesen. Dazu läuteten die Kirchenglocken. Gabriele Kroker verschweigt nicht, dass es ein sehr emotionaler Moment gewesen sei. „Es war genauso ergreifend wie bei unserer Hochzeit“, sagt sie.

Verbundenheit mit der Catharina-Kirche heißt für Walter Kroker auch, dass das Ehepaar die Arbeiten und den Fortschritt interessiert verfolgt hat. „Klaus Schmidtchen hat uns hier geführt“, so Walter Kroker. Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates hatte selbst an so manch einer Bauberatung hoch oben unter dem Kirchendach teilgenommen und kann viel erzählen.

Die Krokers leben seit 49 Jahren in Elsterwerda. „Wenn man sich mit einem Ort identifiziert, dann zuerst mit der Kirche“, hat es der ehemalige Elbe-Elster-Landrat für sich festgelegt. „Sie ist eine Heimstatt und Mittelpunkt des Lebens für die Gläubigen“, ergänzt seine Gattin. Der Glaube gehörte für beide immer zum Leben.

Für Walter Kroker ist dies nicht die erste Spende. Anlässlich seines 60. Geburtstages hatte er auch schon auf Geschenke verzichtet und für den Erhalt der Orgel in der entwidmeten Friedensgedächtniskirche in Lauchhammer-Ost gespendet. Dies ist seit vielen Jahren ein Veranstaltungsort. Gebaut worden sei die Kirche für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. „Das hatte auch meine Familie betroffen“, so Walter Kroker. Lauchhammer deshalb, weil er einige Jahre in Senftenberg gearbeitet hat.

Zu seinem 70. Geburtstag wurde erneut gesammelt. Das inzwischen verbaute Geld floss mit vielen anderen Spenden in die Sanierung der Catharina-Kirche. Feierlich wiedereröffnet wird sie am 13. Oktober um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst. „Alle Spender sind willkommen“, lädt Klaus Schmidtchen ein. Gabriele und Walter Kroker werden selbstverständlich dabei sein.

Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates wird an seinem bevorstehenden 80. Geburtstag ebenfalls auf Geschenke verzichten und stattdessen um Geld für die weiteren Arbeiten an der Catharina-Kirche bitten. „Um die Förderung beantragen zu können, brauchen wir Eigenmittel“, sagt er.