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Dach des Kulturhauses Plessa hat nur kleinere Mängel

Auf dem abgedeckten Boden begutachtet Heinz Linge (vorn) vom gleichnamigen Planungs- und Ingenieurbüro aus Elsterwerda die Dachkonstruktion des Kulturhauses. Mit dabei sind der Plessaer Bürgermeister Gottfried Heinicke (hinten links.) und Marcus Radlach, Sachbearbeiter Hoch- und Tiefbau in der Amtsverwaltung.
Auf dem abgedeckten Boden begutachtet Heinz Linge (vorn) vom gleichnamigen Planungs- und Ingenieurbüro aus Elsterwerda die Dachkonstruktion des Kulturhauses. Mit dabei sind der Plessaer Bürgermeister Gottfried Heinicke (hinten links.) und Marcus Radlach, Sachbearbeiter Hoch- und Tiefbau in der Amtsverwaltung. FOTO: Manfred Feller
Plessa. Fachleute geben dem Holz und dem Metall des Sanierungsbaus gute Noten. Stellenweise muss an der jahrzehntealten Konstruktion nachgebessert werden. Manfred Feller

Nach Tagen der Bauruhe soll die Dachsanierung des Kulturhauses Plessa wieder aufgenommen werden. Zuvor waren das umlaufende Gerüst verstärkt sowie Gewichte platziert worden, damit das mächtige Überdach bei einem Sturm nicht abhebt.

Nachdem das Dach abgedeckt war, haben sich Fachleute die Konstruktion genauer und vor allem von allen Seiten ansehen können. Als "dem Alter entsprechend gut" bewertet Heinz Linge vom gleichnamigen Planungs- und Ingenieurbüro aus Elsterwerda den Zustand bei seinem jüngsten Rundgang.

Das tragende, fast schon filigrane Stahlbinderfachwerk hat die rund 57 Jahre seit seinem Einbau wahrscheinlich auch dank der hervorragenden Umgebungsbedingungen (Luftzirkulation und Feuchtigkeit) unbeschadet überstanden. "Der Grundanstrich ist in Ordnung. Nur der Deckanstrich ist lose, muss von Hand abgebürstet und neu aufgetragen werden", sagt der Fachmann.

Allerdings hat er dann doch einen baulichen Mangel festgestellt. Die Sparren müssen am Metallfachwerk besser befestigt werden. Ansonsten könnte das neue Dach trotz punktuell geklammerter Ziegel Schaden nehmen. Dieser zusätzliche Aufwand kostet weiteres nicht eingeplantes Geld.

Die Sparren selbst habe sich ein Holzschutzgutachter vorgenommen. Es gibt keine Beanstandungen und es muss nicht nachimprägniert werden. Dies gelte auch für die Deckentraghölzer. Ein Beispielstück sei im Labor bis zum Bruch belastet worden. Ergebnis: Die Stangen von jungen Bäumen können ebenso verbaut bleiben. Im anderen Fall wären für den Austausch noch einmal zusätzliche Kosten entstanden.

Die in den Doppel-T-Trägern liegenden Hölzer haben eine besondere Bedeutung. An Drähten befestigt, hängt daran die Leichtbaudecke des großen Saales. Dieser wird auch der schwingungsfähigen Decke wegen für seine hervorragende Akustik von den Künstlern schon immer geschätzt.

Allerdings haben sich auf dieser leichten Decke, die nicht betreten werden darf, jede Menge Staub und Bauüberreste angesammelt. Diese sind aufwendig von Hand zu entfernen. An schwer zugänglichen Stellen müssen die Reiniger wahrscheinlich abgeseilt werden und schwebend arbeiten.

Abschließend wird eine lockere Dämmung aus Mineralflocken eingeblasen, um die Heizkosten in dem Ende der 1950er-Jahre erbauten und unter Denkmalschutz stehenden Kulturhaus Plessa wenigstens etwas zu senken. Das Dach selbst wird nicht gedämmt, sondern erhält - damit die Luftzirkulation erhalten bleibt - lediglich eine Unterspannbahn.

Vor den nun folgenden Arbeiten waren noch zwei nicht mehr notwendige Schornsteine und ein Lüftungsschacht abgerissen worden. Die Sanierung von Dach und Fassade sowie der teilweise Fensteraustausch kosten rund 900 000 Euro und sollen Ende Oktober abgeschlossen sein.