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| 20:29 Uhr

Classic-Open-Air in Elsterwerda
Klassik macht Lust auf mehr

Classic-Open-Air auf dem Marktplatz Elsterwerda mit dem Brandenburgischen Konzertorchester Eberswalde: Weil die Bänke nicht ausreichen, werden die Hochbeete und Umrandungen des Springbrunnes zu Sitzplätzen.
Classic-Open-Air auf dem Marktplatz Elsterwerda mit dem Brandenburgischen Konzertorchester Eberswalde: Weil die Bänke nicht ausreichen, werden die Hochbeete und Umrandungen des Springbrunnes zu Sitzplätzen. FOTO: LR / Frank Claus
Elsterwerda. Das Classic-open-air auf dem Marktplatz Elsterwerda hat am Sonnabendabend deutlich mehr als 400 Zuhörer angezogen. Und viele davon haben gleich noch Elsterwerdas Wahrzeichen geholfen. Von Frank Claus

Es ist ein wundervoller Abend. Die Sonne taucht die Häuser rund um den Elsterwerdaer Marktplatz in warmes Licht. 25 Grad zeigt die Quecksilbersäule an. Schon gut eine Stunde vor Konzertbeginn werden die ersten Plätze besetzt. Zahlreiche Besucher bringen sich Campingstühle oder zumindest Sitzkissen mit.

Als Bürgermeisterin Anja Heinrich die Gäste begrüßt, ist auf den von der Stadt bereitgestellten Bänken längst kein Platz mehr zu haben. Das stört wenig. Die Gäste nehmen die Umrandung der Hochbeete in Beschlag, machen es sich rund um den Springbrunnen bequem. Noch nie haben wohl so viele Leute auf den rund um die Bäume angeordneten Sitzen hinter der Bühne Platz genommen.

Schmunzeln, als der Grundschüler Niklas Hiepler, der Tage zuvor die Bürgermeisterin mit seinem Geigenspiel begeisterte und nun zur Eröffnung mit ihr moderieren darf, verrät, dass er ein großer Fan von David Garrett sei. Zumindest seinen Kopfschmuck trägt er ja schon.

Mit Leichtigkeit und leichten Musen erobert das Brandenburgische Konzertorchester Eberswalde dann die Elsterwerdaer und die vielen Gäste aus dem Umland. Musik von Albert Lortzing, Gioachino Rossini und Carl Zeller erklingt. Altbekannte Melodien wie „Spiel auf deiner Geige“, „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ oder das temperamentvolle „Meine Lippen, sie küssen so heiss“ lassen ein Schmunzeln in den Gesichtern erkennen. Dabei genießen viele einen Wein, ein Bier oder einen kleinen Happen, ausgeschenkt vom Hotel Arcus und dem Heimatverein.

Bewunderung erntet der Japaner Takao Aoyagi, dem es überwiegend gut gelingt, im verständlichen Deutsch zu singen. Ob sich da mancher die Frage gestellt hat, wie es wohl klingen würde, wenn er japanisch singen müsste? Für den Höhepunkt sorgt jedoch die bestens aufgelegte Sopranistin Anna Fey, die mit Stimme und einer schauspielerischen Meisterleistung  das „Schwipslied“ von Johann Strauß zelebriert. Schon davor hat ein Melodien-Potpourri aus Karl-May-Filmen gefallen. Mit heiteren Episoden leitet Holger Schella von Stück zu Stück. Um eine Zugabe kommt das Orchester nicht herum.

Klassiche Musik auf der Freiluftbühne in Elsterwerda, das könnte ein Alleinstellungsmerkmal werden. Vorausgesetzt, einige Dinge werden noch verbessert. Das Bühnenbild hätte mit Sonnenblumen sicher noch schöner ausgesehen, die weißen Vorhänge sind nicht der Weisheit letzter Schluss, die Neonlicht-Beleuchtung hat eher Turnhallenatmosphäre und ein kalter Weißwein hätte manchem sicher noch besser gemundet.

Eins hat dieser Abend aber noch gebracht. Geld für die Sanierung der Elster auf dem Springbrunnen. Der Fuß des Elsterwerdaer Wahrzeiches ist nämlich durchgerostet. Eine Sammlung bei den Gästen erbringt 1080,01 Euro und aus dem Weinverkauf kommen auch 289 Euro zusammen.

Bürgermeisterin Anja Heinrich mit „Klein-Garrett“, Niklas Hiepler.
Bürgermeisterin Anja Heinrich mit „Klein-Garrett“, Niklas Hiepler. FOTO: LR / Frank Claus
Sopranistin Anna Fey zeigt sich bestens aufgelegt, erntet beim „Schwipslied“ von Johann Strauß langanhaltenden Beifall.
Sopranistin Anna Fey zeigt sich bestens aufgelegt, erntet beim „Schwipslied“ von Johann Strauß langanhaltenden Beifall. FOTO: LR / Frank Claus