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| 02:44 Uhr

Circus Henry eröffnet die Manegensaison im Elbe-Elster-Kreis

Zirkusdirektor Georg Frank begutachtet die Kamele. "Allen Tieren geht es sehr gut", sagt der Senior. Sie stehen trocken auf Stroh oder Sägespänen. Das jeweilige kreisliche Veterinäramt kontrolliere unangemeldet.
Zirkusdirektor Georg Frank begutachtet die Kamele. "Allen Tieren geht es sehr gut", sagt der Senior. Sie stehen trocken auf Stroh oder Sägespänen. Das jeweilige kreisliche Veterinäramt kontrolliere unangemeldet. FOTO: Feller
Bad Liebenwerda. Einer der ältesten Zirkusse ist aus dem Winterquartier zurück. Dem Gastspiel ab heute in Bad Liebenwerda folgen die Städte Jessen und Elsterwerda. Manfred Feller

Die Zirkussaison 2017 im Landkreis Elbe-Elster kann eröffnet werden. Der 1812 gegründete Traditonszirkus Henry gastiert von heute an bis einschließlich Sonntag auf dem kleinen Festplatz Bad Liebenwerda in Bahnhofsnähe. Das große Chapiteau steht, die Artisten sind nach der langen Winterpause seit Ende November bestens vorbereitet, und die Tiere wissen genau, was sie in der Manege zu tun haben.

Der 70-jährige Direktor Georg Frank verspricht Spaß und Spannung der Spitzenklasse. Seien es die Pferdedressur mit Sohn Georg, Alois als der komische Koch mit tanzenden Tellern und fliegenden Tassen ganz dicht am Publikum, der wagemutige Robin als Cowboy Lucky Luke auf seinem rassigen Westernpferd, der gern auch im Ausland gebucht wird, die höchst wackelige Stuhlpyramide fast bis hinauf unters Zeltdach oder die grazile Miss Georgina an Vertikalseil und chinesischen Seidentüchern. Natürlich dürfen auch die pfiffigen Clowns niemals fehlen.

Unter Hunderten von Zirkussen in Deutschland zählt Henry mit 205 Jahren zu den traditionsreichsten. Gegründet wurde er von Georg Philipp Frank. Der heutige Direktor ist Chef in siebter Generation. Die Franks gehören zu Europas ältesten Zirkusfamilien.

Aktuell sind das immerhin neun Kinder, 17 Enkel und ein Urenkel. Viele sind im elterlichen Showbetrieb geblieben und bestreiten mit den Ehepartnern das vielfältige Programm. Die Karawane des mittelständischen Zirkusunternehmens umfasst nicht weniger als 40 Fahrzeuge und Wagen.

Im Interesse der Tiere und der Kosten werde versucht, so Zirkusdirektor Georg Frank, die Entfernung zwischen den Tourstationen in Deutschland und Österreich kurz zu halten. Zumindest zum Saisonauftakt ist dies gelungen. Das diesjährige Winterquartier in Treuenbrietzen war nicht so weit. Zuvor ist es zwei Jahrzehnte lang Appolda gewesen. "Leere Hallen und Ställe gibt es überall", hat Georg Frank in seinem langen Wandersleben festgestellt. Er ist in Niederbayern geboren, die Kinder und Enkel dort, wo der Zirkus gerade gastierte - also überall in deutschen Landen. Und wo ist das Zuhause? "Dort, wo ich gerade bin", sagt der Direktor ohne zu zögern. "Besonders dort, wo wir freundlich aufgenommen werden." Die Städte in Elbe-Elster mit freundlichen Verwaltungen würden unbedingt dazugehören. "Das Publikum im Osten ist wie in Bayern auch etwas aufgeschlossener als anderswo", hat er festgestellt und freut sich auf viele kleine und große Besucher in Bad Liebenwerda.

Obwohl sein Zirkus erst nach der Wende in den Osten durfte, sei dieser so etwas wie die Wahlheimat geworden. Georgs Vater hatte ein persönliches Interesse an Thüringen. Zudem habe die Familie entfernte Verwandte sogar in Herzberg und Elsterwerda. Kein Wunder, waren doch um Herzberg und Jessen Zirkusdynastien zu Hause.

Die Blütezeit der Manegenträume ist längst vorbei. Heute buhlen zu viele Unternehmen um die nicht größer werdende Zuschauerschar. "Der Brotkorb hängt immer höher", stellt Direktor Georg Frank fest. Dennoch wollen die meisten Kinder und Enkel, in welchem Unternehmen auch immer, nichts anderes als Zirkus machen. "Schon meine mit vier Jahren jüngste Enkeltochter Talia sagt: Ich möchte Direktorin werden", sagt Frank. Ehen mit Nicht-Zirkusleuten, das zeigt die Erfahrung, halten meistens nicht lange.

Die Vorstellungen in Bad Liebenwerda beginnen heute und am Freitag um 17 Uhr, Sonnabend um 15 Uhr sowie am Sonntag um 11 Uhr und um 15 Uhr.

Der Zirkus Aeros gastiert vom 16. bis 19. März in Herzberg.