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| 01:00 Uhr

Christa rennt!

Elsterwerda.. „Christa rennt!“ Irgendwann zur Feierstunde fiel dieser kurze Satz. Und der passte wie die Faust aufs Auge. Denn wenn es ums Ehrenamt geht, dann heißt es rennen, organisieren, streiten, Geld eintreiben, Bäume ausreißen. Zehn Elsterwerdaer, die sich mit solchem Engagement um ihre Mitmenschen verdient gemacht haben, wurden am Mittwoch von Bürgermeister Dieter Herrchen mit dem Ehrenband der Stadt ausgezeichnet. Von Kai Dietrich

Besagte Christa heißt mit Nachnamen Mittmann - und der ganze Rummel im Elsterwerdaer Feuerwehrdepot schien ihr alles andere als geheuer zu sein. Kamera, Blitzlichter, festliche Ansprachen. Und dann auch noch der Moment, in dem sie - ein bisschen sogar vom Stadtchef gedrängelt - in den Vordergrund rückte. „Christa rennt, Christa läuft.“ Uta Petersen, die Chefin des Familienzentrums in Elsterwerda, wusste, was sie mit ihrer Laudatio im Gefühlsleben von Christa Mittmann anrichten würde. Kurz zuvor hatte auch sie das Ehrenband in die Hand gedrückt bekommen. Uta Petersen ist eine von 13 Notfallseelsorgern im Kreis. Ehrenamtlich, rund um die Uhr.

Zeit zum Reden
„Tue Gutes und rede nicht darüber.“ Bürgermeister Dieter Herrchen bittet alle zwei Jahre um die Ausnahme - und führt fort, was 2001 im „Jahr der Freiwilligen“ auch in Elsterwerda begann. In einer Zeit, in der die Selbstdarstellung oft wichtiger sei als die eigene Leistung, in der das Wirken im Stillen immer mehr im Lauten untergehe - irgendwann komme dann auch die Zeit zum Reden. Darüber, was durch bürgerliches Engagement Tag für Tag in Elsterwerda geleistet wird. Darüber, was ohne die Ehrenamtlichen überhaupt nicht möglich wäre. „Sie haben unsere Stadt lebenswerter und attraktiver gemacht. Heute ist Ihr Tag“ , so Dieter Herrchen. Der die Feierstunde in Zusammenarbeit mit Ursula Soldner (Sozialamt) und Sabine Wagner (Kulturamt) in einen würdigen Rahmen verpackte. Der Kammerchor sorgte mit beschwingten Volksliedern für die Kultur und die Lehrlinge der Berufsakademie Mitte-Sachsen für ein leckeres Büfett. 08/15 sieht anders aus.

Gute Ehren-Mischung
Auch bei der Mischung der Geehrten haben die Verantwortlichen ein gutes Händchen bewiesen. Die nebenstehende Liste beweist, dass es in vielen verschiedenen Bereichen ohne freiwillige Helfer nicht vorwärts gehen würde. Ob Ruth Opitz und Horst Leh mann, die in den Ortsgruppen der Volkssolidarität Gemeinschaft und Finanzen zusammenhalten. Ob Werner Horn und Werner Galle, die sich in leidenschaftlicher Manier der städtischen Historie verschrieben haben. Ob Maria Thieme und Bärbel Sauerbrei, die für blinde Menschen oder Zucker-Patienten da sind. Ob Langzeit-Preuße Günter Steinemann, Seelsorgerin Uta Petersen oder der ganze Seniorenbeirat unter der Leitung von Ilona Dietrich - sie alle machen's wie Christa Mittmann: sie rennen für andere.