ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:51 Uhr

Ein Blick auf Deutschland
Gesellschaft von der Mitte denken

 Rhetorisch gewandt, aber ob alle Zuhörer mit den Antworten zum Thema Wirtschaftspolitik für das 21. Jahrhundert zufrieden waren? Ralph Brinkhaus, CDU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag (r.), hier mit Sparkassen-Vorstand Jürgen Riecke.
Rhetorisch gewandt, aber ob alle Zuhörer mit den Antworten zum Thema Wirtschaftspolitik für das 21. Jahrhundert zufrieden waren? Ralph Brinkhaus, CDU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag (r.), hier mit Sparkassen-Vorstand Jürgen Riecke. FOTO: LR / Frank Claus
Finsterwalde. Ralph Brinkhaus, CDU-Fraktionschef im Bundestag, war Gast der Sparkassen-Vortragsreihe. Von Frank Claus

Wirtschaftspolitik für das 21. Jahrhundert – das war das Thema, das der Chef der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Ralph Brinkhaus, auf Bitte der Sparkasse Elbe-Elster im Rahmen ihrer jährlichen Vortragsreihe mit Frauen und Männern, „die etwas zu sagen haben“ – war überhaupt schon mal eine Frau am Pult? – beleuchten sollte.

Die Reihe der Sparkasse gibt es seit mehreren Jahren. Gäste waren unter anderem schon ZDF-Terrorismusexperte Elmar Theveßen, Fußball-Legende Paul Breitner, der ehemalige Vize-Kanzler, SPD-Bundesvorsitzende und Bundesminister Franz Müntefering und ZDF-Korrespondent Udo van Kampen. Und nun also zum ersten Mal ein aktiver Politiker, wie Sparkassen-Vorstand Jürgen Riecke bemerkte. Vor etwa 220 geladenen Gästen, zumeist aus dem Kundenkreis der Sparkasse, sprach Ralph Brinkhaus frei und verzichtete weitgehend auf Seitenhiebe gegen politische Parteien.

Zunächst beschäftigte er sich mit dem gegenwärtigen politischen Klima im Land, beließ es dabei aber bei Feststellungen und zeigte selten Ursachen oder gar Verantwortlichkeiten der Regierungsparteien in Bund und Ländern auf.

Beim Zusammenhalt der Gesellschaft habe er „ein bisschen Angst, dass uns da was verloren geht“, meinte, dass viele Deutsche „immer gegen Jemanden“ seien und forderte „miteinander zu reden, anstelle übereinander“. Obwohl die Mehrheit erkläre, dass es ihr gut gehe, würde „der Rechtsstaat infrage gestellt, wenn das Schlagloch vor der Tür nicht schnell zugemacht wird“. Um den Zusammenhalt wieder zu entwickeln, müsse Politik „Gesellschaft wieder von der breiten Mitte her denken“ und Themen wie Wohnen, Pflege, Bildung noch stärker ins Zentrum rücken.

Er befasste sich mit den Werten, die eine Gesellschaft ausmachen würden und erklärte, dass es in der Bevölkerung eine „gewisse Unruhe“ gebe. Dabei, so habe er beobachtet, seien die mit der größten Unruhe „meistens etwas älter und meistens männlich“. Er höre von Älteren immer wieder, dass sie erklären: „Ich bin unsicher, was die Zukunft bringt“, dabei wünschten sie sich aber nichts sehnlicher, als eine sichere Zukunft für ihre Enkelkinder. Die Antwort der Populisten auf diese Gefühle, so Ralph Brinkhaus, sei: „Wir bringen Euch die Vergangenheit zurück.“ Doch, so Brinkhaus, „wollen wir das, war die immer so gut?“

Er setzte sich mit neuen Entwicklungen auseinander. Wenn manche erklären, „wir werden dafür sorgen, Arbeitnehmer vor den Auswirkungen der Digitalisierung zu schützen“, gehe das schlichtweg nicht: „Man kann sich nicht vor der Zukunft schützen, man kann sich nur stark machen dafür“, so der CDU-Frontmann.

Wer Innovationen vorantreiben wolle, sich Ziele setze und dabei vielleicht auch manchmal scheitere, werde in der Öffentlichkeit oft diskreditiert. Das habe zu einem Klima geführt, in dem weniger Unternehmen gegründet werden. Und er setzte sich deutlich für die Stärkung des ländlichen Raums ein, der gut mit den Ballungszentren vernetzt sein müsse. Konkreter wurde er in diesem, für die hiesige Region so wichtigen Punkt nicht.

Deutschland mit seinen 82 Millionen Einwohnern müsse seine Rolle auf dem internationalen Parkett  und die Auswirkungen seiner Politik auch immer in den Kontext – die EU hat etwa 500 Millionen, China 1,3 Milliarden Bewohner – setzen. „Was wir aber brauchen, ist Zuversicht“, so Ralph Brinkhaus und erklärte: „Eigentlich ist es fast wie ein Lottogewinn, 2019 in Deutschland leben zu können“.

 Rhetorisch gewandt, aber ob alle Zuhörer mit den Antworten zum Thema Wirtschaftspolitik für das 21. Jahrhundert zufrieden waren? Ralph Brinkhaus, CDU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag (r.), hier mit Sparkassen-Vorstand Jürgen Riecke.
Rhetorisch gewandt, aber ob alle Zuhörer mit den Antworten zum Thema Wirtschaftspolitik für das 21. Jahrhundert zufrieden waren? Ralph Brinkhaus, CDU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag (r.), hier mit Sparkassen-Vorstand Jürgen Riecke. FOTO: LR / Frank Claus