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| 18:32 Uhr

Zoff in der Elbe-Elster-CDU
Die CDU und ihre Personalquerelen

Thomas Boxhorn hat es vorgezogen, sich beim CDU-Kreisparteitag nicht als Kandidat seiner Partei für den Landtag zu bewerben nachdem Finsterwaldes CDU-Stadtchef ihm erklärt haben soll, dass die Finsterwalder auf den Kandidaten Dr. Sebastian Rick setzen würden.
Thomas Boxhorn hat es vorgezogen, sich beim CDU-Kreisparteitag nicht als Kandidat seiner Partei für den Landtag zu bewerben nachdem Finsterwaldes CDU-Stadtchef ihm erklärt haben soll, dass die Finsterwalder auf den Kandidaten Dr. Sebastian Rick setzen würden. FOTO: Agentur
Finsterwalde. Thomas Boxhorn fühlt sich kaltgestellt – Rainer Genilke dementiert Vorwurf der Wahlbeeinflussung. Von Frank Claus

Der Kreisparteitag der CDU vom vergangenen Freitag hallt nach. Für die Landtagswahl im nächsten Jahr schicken die Elbe-Elster-Christdemokraten Mandatsinhaber Rainer Genilke, der für den Wahlkreis 36 (Altkreis Herzberg und weite Teile des Altkreises Finsterwalde) keinen Mitbewerber hatte, ins Rennen.

Im Wahlkreis 37 (Altkreis Bad Liebenwerda und Stadt Doberlug-Kirchhain sowie Amt Elsterland) hat sich Dr. Sebastian Rick aus dem Schradenland gegen Ute Lubk aus Lausitz durchgesetzt. Thomas Boxhorn, der vom Ortsverband Doberlug-Kirchhain einstimmig nominiert worden war, ist mit der Begründung, sich nicht „verbrennen“ lassen zu wollen, erst gar nicht auf dem Wahlkreistag erschienen.

Denn Finsterwaldes CDU-Stadtchef Rainer Genilke, so Thomas Boxhorns Darstellung, habe ihm in der vergangenen Woche im Beisein von Sebastian Rudolph (Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung in Doberlug-Kirchhain und CDU-Mitglied) erklärt, dass die Finsterwalder den Kandidaten Sebastian Rick unterstützen würden. Thomas Boxhorn findet es ohnehin nicht prickelnd, dass die gesamte Kreis-CDU über die jeweiligen Kandidaten befinde. Er fände es besser, wenn nur die Mitglieder aus den jeweiligen Wahlkreisen über ihren Landtagsbewerber abstimmen. So praktiziert es auch die SPD.

Rainer Genilke, CDU-Stadtchef in Finsterwalde, wehrt sich gegen die Aussagen von Thomas Boxhorn.
Rainer Genilke, CDU-Stadtchef in Finsterwalde, wehrt sich gegen die Aussagen von Thomas Boxhorn. FOTO: --

Schon nach Veröffentlichung des Beitrages über den Parteitag auf lr-online.de hat sich der Finsterwalder CDU-Stadtverbandschef Rainer Genilke gemeldet und erklärt, dass er in besagtem Montag-Treffen mit Thomas Boxhorn „keinesfalls geäußert“ habe, dass die Finsterwalder CDU für Dr. Sebastian Rick stimmen wolle. „Ich habe niemandem gesagt, wen er wählen soll und wen nicht“, so Rainer Genilke. „Wie komme ich dazu? Wir leben in einer Demokratie. Da kann jeder selbst entscheiden“, so der Finsterwalder CDU-Stadtchef, der weiter erklärt, dass er auch wisse, das Ute Lubk bei Finsterwalder CDU-Mitgliedern Sympathien genieße. Richtig sei, so Rainer Genilke, dass er Thomas Boxhorn gegenüber erklärt habe, dass es bei der Finsterwalder CDU auch „Sympathien für die anderen Kandidaten gibt“. Hauptgegenstand des Gespräches sei im Übrigen der Vorstoß von Thomas Boxhorn zur Stadthallen-Problematik in Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde gewesen.

Wer sagt nun die Wahrheit? Thomas Boxhorn besteht auch bei einem LR-Gespräch am Montag auf seine Version. Und es ärgere ihn noch immer, dass er zum wiederholten Mal so kaltgestellt worden sei.

Problem: Der Mann, der zur Aufhellung des Gesprächsverlaufes am Montag beitragen könnte, nämlich Sebastian Rudolph, war gestern trotz mehrfacher Anrufe und Nachrichten via Handy und Festnetz nicht zu erreichen.