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| 17:42 Uhr

Frühjahrsputz in Neuburxdorf
Bundesstiftung hilft mit Geld und Kraft

Dr. Anna Kaminsky (links) von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Heike Leonhardt vom Vorstand der Initiativgruppe beim Säubern der Tafeln mit den Namen der Toten des Speziallagers Mühlberg. 
Dr. Anna Kaminsky (links) von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Heike Leonhardt vom Vorstand der Initiativgruppe beim Säubern der Tafeln mit den Namen der Toten des Speziallagers Mühlberg.  FOTO: Karsten Bär
Neuburxdorf. Initiativgruppe Lager Mühlberg und Unterstützer am Wochenende in Neuburxdorf im Einsatz. Von Karsten Bär

Auf diese Hilfe kann sich die Initiativgruppe Lager Mühlberg inzwischen seit einigen Jahren verlassen: Auch beim diesjährigen Frühjahrsputz am Wochenende auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und späteren sowjetischen Speziallagers bei Neuburxdorf packten Mitglieder des Mühlberger BVB-Fanclubs „Die Bomätscher“ wieder kräftig mit an. Willkommene Hilfe angesichts einiger Verwüstungen im Baumbestand, die Sturmtief Friedericke im Januar hinterlassen hatte, wie Heike Leonhardt vom Vorstand der Initiativgruppe deutlich machte, die den Einsatz koordinierte. Auch vom Bauhof der Stadt Bad Liebenwerda gab es technische und personelle Unterstützung.

Ebenfalls mit tatkräftiger Hilfe stand in diesem Jahr die Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Anna Kaminsky, den Aktiven zur Seite. „Ich verfolge die Arbeit, die hier geleistet wird, seit Jahren. Und ich bewundere sehr, was hier passiert: ein würdiges Gedenken an die Opfer beider Lager“, sagte sie. Dies sei für sie Motivation gewesen, einen persönlichen Beitrag zu leisten und beim Arbeitseinsatz zu helfen. Überdies hat die Stiftung Mittel in vierstelliger Höhe zur Verfügung gestellt, um Materialkosten und andere Aufwendungen der Helfer zu finanzieren. Ihre Stiftung, die sich aus den Zinsen des SED-Vermögens und aus Bundeszuschüssen finanziert, fördere jährlich zwischen 120 und 150 Projekte, die sich mit den Ursachen und Folgen der Diktatur in den ehemaligen Sowjetischen Besatzungszonen und der DDR befassen, erklärt Anna Kaminsky. Ihr sei es vor allem ein Anliegen, verstärkt junge Menschen für die Erinnerungsarbeit zu gewinnen. „Junge Menschen, die in Freiheit aufgewachsen sind, was aber noch für ihre Eltern nicht selbstverständlich  war“, so die Stiftungsgeschäftsführerin.

Mehr und mehr steht auch die Gedenkarbeit am Lager Mühlberg in der Verantwortung der Nachgeborenen. Unter den 26 Mitgliedern der Initiativgruppe, die am vergangenen Wochenende ihren Arbeitseinsatz leisteten – unter ihnen auch ein Paar aus der Schweiz – waren dennoch auch sechs Zeitzeugen, die einst als Jugendliche im Speziallager inhaftiert waren. „Respekt“, brachte Heike Leonhardt vom Vorstand der Initiativgruppe auf den Punkt, wie sie deren Engagement bewertet.