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Bürgerinitiative
Elbekies-Aussagen „begrüßenswert”

Kiesabbau im Raum Mühlberg
Kiesabbau im Raum Mühlberg FOTO: Frank Claus
Mühlberg . Dass die Elbekies GmbH in Mühlberg inzwischen transparenter agiert und zum zweiten Mal am vergangenen Sonntag einen Tag der offenen Tür organisiert hat, wertet Sigrid Käseberg, Vorsitzende der Bürgerinitiative „Für eine Heimat mit Zukunft“, auch als einen Erfolg des öffentlichen Drucks durch die Bürgerinitiative. Frank Claus

In einer Reaktion auf den LR-Beitrag „Erst Regen, dann anstehen“ schreibt sie, dass das Thema Kiesabbau und Renaturierungsstau insbesondere „auf Antrag der BVB/Freie Wähler, hauptsächlich voran getrieben durch die Abgeordnete Iris Schülzke“, endlich auch den Landtag beschäftigt habe und nun „die Betroffenen vor Ort hoffen“ lasse: „Nach nunmehr mehr als zwei Jahren der Sensibilisierung der betreffenden Stellen fruchtet der harte Einsatz für die Region. Die Aufsicht zur Einhaltung der Festlegungen hat sich nun die Landesregierung auf die Fahne geschrieben.“

Dass der Geschäftsführer der Elbekies GmbH, Robert Finke, im LR-Beitrag öffentlich erklärt hat, „dass sein Unternehmen eine gewisse Bringeschuld hat und die Versäumnisse sukzessive abarbeiten“ wolle nehme sie zur Kenntnis. „Begrüßenswert sind die vom Betriebsleiter Ralf Göhringer getroffenen Aussagen über den Bau von Rad- und Wanderwegen rings um die Seen und zum Anlegen einer Regattastrecke“, schreibt die Vorsitzende und meint: „Die Mitglieder der Bürgerinitiative werden darauf achten, dass die Worte von Herrn Finke und Herrn Göhringer nicht in Schall und Rauch untergehen. Gab es doch bereits einen Bebauungsplan für einen öffentlichen Badestrand mit Zeltplatz am Westsee sowie eine Planung für eine Regattastrecke im Werk IV. Diese Pläne sind in den untersten Schubfächern der Schreibtische in Vergessenheit geraten.“

Eine Auffassung, die Robert Finke beim Tag der offenen Tür relativierte. „Alle offenen Punkte werden gegenwärtig überprüft und überarbeitet.“ Die Regattastrecke werde kommen, sagt Robert Finke, einst selbst erfolgreicher Ruderer. „Hinsichtlich der Nachnutzung redet das Bergamt nicht im. Um das Vorhaben umzusetzen, ist allerdings die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde nötig“, so der Geschäftsführer.

Unzufrieden zeigt sich Sigrid Käseberg mit dem geschaffenen Badestrand. Sie kritisiert, dass dieser unbewacht und „links und rechts begrenzt von Schildern mit der Aufschrift - Betreten verboten, Lebensgefahr! - sei.“ Da folge sie auch nicht den Worten von Bürgermeisterin Hannelore Brendel, die den Strand als „ein touristisches Highlight“ bezeichnet habe. „Wir sehen dies anders. Diese schnelle Maßnahme entschädigt die Bevölkerung nicht für jahrzehntelange Versäumnisse seitens der Verantwortlichen“, so Sigrid Käseberg.

Dennoch wolle die Bürgerinitiative nach vorn blicken. „Die Vorhaben sind vielversprechend. Die Mitglieder der Bürgerinitiative werden einfordern, dass den Worten schnellstens Taten folgen. Für eine Heimat mit Zukunft!“, schreibt sie.

Kiesabbau im Raum Mühlberg
Kiesabbau im Raum Mühlberg FOTO: Frank Claus

Sowohl „der Kiesindustrie als auch den unterschiedlichen Verwaltungsebenen“, versichert sie, „dass wir kritische Begleiter der begonnenen Veränderungen bleiben werden und uns auch weiterhin gegen die massiven Erweiterungspläne des Kiesabbaus wehren.“