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Brummi-Piste übergeben

Dass Brummis nun nicht mehr durch die Stadt rollen, kommt vor allem den Kindern auf dem Weg zu Schule und Hort zugute.
Dass Brummis nun nicht mehr durch die Stadt rollen, kommt vor allem den Kindern auf dem Weg zu Schule und Hort zugute. FOTO: Frank Claus
Mühlberg. Die Landesstraße 67 führt seit gestern nicht mehr durch, sondern um Mühlberg herum. Einwohner und besonders Kinder profitieren davon. Frank Claus

Wo sie auftauchen, ist Sonnenschein. Das war schon beim Spatenstich im Juli des vergangenen Jahres so. Und nun auch bei der feierlichen Freigabe der L 67 von Mühlberg: Die Steppkes der Kita Elbekinder sind erneut in großer Zahl angerückt - die Jüngsten in den Kinderbussen der Sparkasse, die Größeren zu Fuß. Wie immer, wenn sie bei öffentlichen Auftritten zu erleben sind, mit einem Lied auf den Lippen. Nicht zum ersten Mal mit einem, das eigens für den Anlass getextet wurde. Diesmal haben sich die Mädchen und Jungen musikalisch dafür bedankt, dass sie nun sicherer zu Schule und Hort kommen.

Bürgermeisterin Hannelore Brendel steht die Freude ins Gesicht geschrieben - über diese neuerliche Überraschung der Kita-Kinder und vor allem über die pünktlich fertiggestellte Straße. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) fasst sich kurz: "Die Ortsverlegung ist wichtig, um die Stadt vom Kiesverkehr und landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu entlasten." Dadurch werde die Lebensqualität der Mühlberger Einwohner erhöht. Dass sie einst überhaupt aufs Trapez kam, um unter anderem unkomplizierter Flügel-Transporte in den Mühlberger Hafen zu ermöglichen, davon spricht freilich keiner mehr. Erst an Punkt drei der Prioritätentabelle kommt heute der Hafenanschluss.

Inklusive des bereits im Jahr 2011 fertiggestellten ersten Bauabschnitts der L 67 hat das Land Brandenburg 1,8 Millionen Euro in Mühlberg investiert. Angesichts von insgesamt 450 Millionen Euro, die das Land in diesem Jahr verbauen will, ist es zwar ein Klacks, für Mühlberg aber dennoch bedeutsam. Was dann folgt, ist Zeremonie: Banddurchschnitt im Beisein der Landtagsabgeordneten Rainer Genilke (CDU), Barbara Hackenschmidt (SPD) und Iris Schülzke (BVB/Freie Wähler), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) sowie des SPD-Bundestagskandidaten Hannes Walter.

Am Rande indes debattieren Mühlberger Einwohner: "Und was wird jetzt aus der zerfahrenen, alten L 67?" Sicher ist, so bestätigt Kathrin Schneider, dass sie nun zur Gemeindestraße abgestuft werde. Hannelore Brendel versichert, mit dem Landesbetrieb Straßenwesen vor der Übernahme der Straße die Sanierungsmaßnahmen zu vereinbaren. Da gehe es vor allem um Spurrillen und abgesenkte Fahrbahnmulden, die die schweren Brummis hinterlassen haben. Der Landesbetrieb, so die Bürgermeisterin, habe die Werterhaltung zugesichert.

Zum Thema:
Die Straße ist 1,59 Kilometer lang und 6,50 Meter breit. In Höhe des Kreisels hat sie einen mit Sand und Schotter verdichteten Bypass erhalten, sollten doch noch mal Überlängen zum Hafen transportiert werden müssen.Im Zuge der Bauarbeiten hat die Firma Elbekies eine neue Zufahrt erhalten. Im Trassenverlauf erfolgte eine archäologische Hauptuntersuchung eines Gräberfeldes der Bronzezeit.