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| 16:14 Uhr

Feuerwehren in Elbe-Elster
Brandenburgs schönster Lösch-Oldtimer steht in Elsterwerda

Für den schönsten Lösch-Oldtimer Brandenburgs hat Inge Schönitz (M.), Vorsitzende des Feuerwehrvereins Elsterwerda, 500 Euro von Brandenburg-Lotto erhalten. Rechts: Pressesprecherin Antje Edelmann. Links: Herbert Koj und Kassenwart Uwe Heinrich sowie Dietmar Schönitz (2.v.r.).
Für den schönsten Lösch-Oldtimer Brandenburgs hat Inge Schönitz (M.), Vorsitzende des Feuerwehrvereins Elsterwerda, 500 Euro von Brandenburg-Lotto erhalten. Rechts: Pressesprecherin Antje Edelmann. Links: Herbert Koj und Kassenwart Uwe Heinrich sowie Dietmar Schönitz (2.v.r.). FOTO: LR / Manfred Feller
Elsterwerda. Die Floriansjünger der Elsterstadt hatten bei einer Online-Abstimmung die meisten Freunde. Dafür gab es von Brandenburg-Lotto ein paar Hunderter. Von Manfred Feller

„Eine Feuerwehr ohne Tradition gibt es nicht“, stellt Werner-Siegwart Schippel, Präsident des Brandenburger Feuerwehrverbandes, fest. In Elsterwerda reicht der organisierte Brandschutz bis 1880 zurück. Zudem besitzt der Feuerwehrverein mit dem Granit 27 aus dem Jahr 1954 den schönsten Lösch-Oldtimer Brandenburgs. Das hat zumindest eine Online-Abstimmung ergeben. Dazu hatten der Landesfeuerwehrverband und Brandenburg-Lotto eingeladen. 500 Euro sind der Lohn für die Gewinner mit den meisten Freunden.

„Entweder wir kaufen mit dem Geld Bekleidung für die Jugendwehr oder stecken es in den Oldtimer“, sagt Inge Schönitz, Vorsitzende des Feuerwehrvereins Elsterwerda 1880. Denn an dem betagten Löschgruppenfahrzeug LF-TS 8 geht mehr als 60 Jahre nach der Inbetriebnahme immer mal etwas kaputt.

Der Granit 27 (2,7 Liter Hubraum) aus dem Phänomen-Werk Zittau mit Feuerwehraufbau aus dem VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz war das erste Nachkriegsfahrzeug, das die Floriansjünger aus Elsterwerda erhalten hatten. Zuvor war es bei einer Berufsfeuerwehr im Einsatz.

Heute zeigt es sich in einem bestens restaurierten Zustand und wird gern mal als auffällige „Hochzeitskutsche“ gebucht. Um dieses Gefährt kümmern sich seit Jahren drei Männer der Alters- und Ehrenabteilung: Siegmar Pötzsch, Herbert Koj und Dietmar Schönitz.

Der ehemalige Berufskraftfahrer Herbert Koj ist seit 1965 bei der Feuerwehr. „Mit diesem Auto bin ich noch Einsätze gefahren“, erinnert er sich. Mit Tempo 80, neun Mann, der Tragkraftspritze und weiterer Ausrüstung wurde damals über die Straßen gejagt. Die Explosion von Trocknern in der Brikettfabrik Plessa Anfang der 1970er-Jahre mit Verletzten und hohem Schaden sei nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Ein echter Hingucker: Der 1954 gebaute, restaurierte und natürlich fahrtüchtige Oldtimer Granit 27 des Feuerwehrvereins Elsterwerda braucht eine ständige Pflege. Dafür sorgen die Schrauber Siegmar Pötzsch (l.) und Dietmar Schönitz sowie Herbert Koj (nicht im Bild).
Ein echter Hingucker: Der 1954 gebaute, restaurierte und natürlich fahrtüchtige Oldtimer Granit 27 des Feuerwehrvereins Elsterwerda braucht eine ständige Pflege. Dafür sorgen die Schrauber Siegmar Pötzsch (l.) und Dietmar Schönitz sowie Herbert Koj (nicht im Bild). FOTO: Feuerwehr Elsterwerda

Heute wird der polierte Oldtimer, der wie die neueren Fahrzeuge ebenfalls alle zwei Jahre zum TÜV muss, schonend mit höchstens 60 km/h bewegt.

Es gibt kaum etwas, was die Senior-Techniker nicht reparieren können. Kein Wunder, schließlich ist Dietmar Schönitz Maschinenbau-Ingenieur. Der 68-Jährige ist mit Pausen seit 1967 bei der Elsterwerdaer Wehr. Den Motor zu zerlegen und wieder zusammenzubauen, eine Achse zu wechseln oder eine Trommelbremse zu erneuern, stellen für ihn und die anderen Schrauber kein Problem dar.

Ungern erinnert sich Dietmar Schönitz an den großen Waldbrand Mitte der 1960er-Jahre bei Kraupa. In dem damals munitionsverseuchten Wald habe es einige Explosionen gegeben. „Heute würde niemand in so ein Gebiet hineingehen“, staunt er über den damaligen Leichtsinn.

Viele weitere gute Seelen zählt der Feuerwehrverein mit Inge Schönitz an der Spitze. Ob Traditionspflege, Rentnergeburtstage, das Kinder- und Familienfest, die Verpflegung der Kameraden nach großen Einsätzen, an den Ausbildungsabenden oder während Schulungen am Wochenende  - sie sind mit Unterstützung Freiwilliger von der Stadtverwaltung immer da. „Die Arbeit mit Menschen macht Spaß. Alle sind hier sehr dankbar. Wenn Alarm ist und sie rausfahren, dann denke ich immer: ,Hoffentlich geht alles gut!’“

Unterdessen lobt Werner-Siegwart Schippel die gut aufgestellte Wehr: Es falle kein Einsatz aus, weil Kräfte fehlen. Die hohen kommunalen Zuschüsse seien überall gerechtfertigt. „Die Leute riskieren  ihren Kragen für andere. Deshalb haben sie jede Unterstützung verdient“, stellt der Präsident fest.