Die Vertreter von insgesamt sieben Kurorten in Brandenburg, darunter aus Bad Liebenwerda und Burg, befürchten angesichts der Zwangsschließungen von Einrichtungen ein „Kurortesterben“ im Land und fordern einen „Kurpfennig“.
In einem Brief an Brandenburger Landespolitiker und Ministerien machen sie auf den Ernst der Lage aufmerksam. Unterzeichnet hat auch Thomas Richter, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Liebenwerda und Vorsitzender des Gesundheits- und Kurorteverbandes.

Kaum noch Gäste in Kurorten

In Brandenburger Kurorten stünden demnach 10 000 Gästebetten zur Verfügung, die im Jahr 2019 gut ausgelastet gewesen seien. Dazu kämen die Betten, die von Patienten in Rehabilitationskliniken, Jugendherbergen und Gästehäusern genutzt worden seien. Nur die Rehakliniken würden noch arbeiten, alle gesundheitstouristischen Einrichtungen seien geschlossen.
Das schlage durch bis in das Gaststättengewerbe und die Hotellerie. Besonders betroffen sei die Existenz von Kurmittelhäusern, Gesundheitsbädern und Thermen.
Um drohende Insolvenzen zu verhindern, so fordert der Verband, seien dringende Gegenmaßnahmen notwendig. Die Forderung: „Bereitstellung von staatlichen Ausgleichszahlungen in Höhe von 75 Prozent der entgangenen Erlöse aus dem Betrieb von Thermen, Saunen, Gesundheitsbädern, Freizeitbädern und weiteren Angeboten auf Basis der Erträge des Jahres 2019.“
Dies solle vorerst von Beginn der Schließung bis Ende 2020 gelten. Für diese Einrichtungen und Unternehmen fordert der Verband „eine dauerhafte Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent.“
Das Schreiben wurde auch dem Landestourismusverband der Tourismus-Marketing Brandenburg zugeleitet.