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| 17:29 Uhr

Brandenburger Brauereitreffen
Ein Prosit auf den Gerstensaft aus der Lausitz

Uwe Oppitz, Geschäftsführer des Brauhauses in Finsterwalde und des Vereins der Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien spricht über regionale Biere und die große Sause am Wochenende.
Uwe Oppitz, Geschäftsführer des Brauhauses in Finsterwalde und des Vereins der Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien spricht über regionale Biere und die große Sause am Wochenende. FOTO: LR / Frank Claus
Finsterwalde/Fürstenwalde (Spree). Am Wochenende lädt der Verein der Klein- und Gasthausbrauereien in Brandenburg zum großen Brauereifest in Fürstenwalde ein. Die Lausitzer sorgen mit ihrem Gerstensaft dabei für Aufsehen. Von Frank Claus

Zwei Städte, die mit F beginnen und das „walde“ am Ende ihres Namens tragen. Das sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten, die beide Orte an diesem Wochenende verbindet. Das 5. Brandenburger Brauereitreffen des Vereins der Klein- und Gasthausbrauereien steht an. Die RUNDSCHAU sprach mit Uwe Oppitz, Geschäftsführer des Vereins und des Finsterwalder Brauhauses.

Es ist das 5. Brauereifest. Der Verein hat sich also gut etabliert. Oder?

Oppitz Das kann man wohl sagen. Wir sind jetzt 19 Mitglieder, im gesamten Land Brandenburg verteilt. Als jüngstes Mitglied haben wir gerade die Boizenburger Brauerei in unseren Verein aufgenommen. Uns kennt man von vielen Auftritten – ob bei der Grünen Woche oder im Zusammenhang mit unserer Bierstraße.

Wie viele Brauereien aus dem LR-Verbreitungsgebiet sind in Fürstenwalde dabei?

Oppitz Die Babben Brauerei aus Lübbenau, die Brauerei aus Schlepzig, das Labieratorium Cottbus und das Brauhaus Finsterwalde. 13 Brauereien werden mit eigenen Ausschankwagen anreisen, fünf verkaufen ihre Biere aus dem Vereinsstand heraus.

Wie sieht es um den Absatz der Kleinbrauer insgesamt aus?

Oppitz Die Klein- und Gasthausbrauereien haben jährliche Zuwachsraten zwischen 20 und 25 Prozent, während der Umsatz der Großbrauereien um etwa zwei bis vier Prozent zurückgeht. Aber wir sind nicht größenwahnsinnig. Auf dem Markt beträgt der Anteil der Biere aus Kleinbrauereien gerade mal fünf bis sechs Prozent. Aber wir wachsen. Regionales ist gefragt.

Der Verein hat in diesem Jahr mit dem Rote-Milan-Bier auf sich aufmerksam gemacht. Was steckt dahinter?

Oppitz Wir haben zum 502. Jahrestag des Deutschen Reinheitsgebotes im Frühjahr mit unseren Mitgliedern ein Rotbier namens „Roter Milan” in der historischen Brauanlage von 1834 im Erlebnispark Paaren im Glien mit Muskelkraft und Holzfeuerung eingebraut. Der Erlös durch den Bierverkauf geht an den Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide, unseren Projektpartner in Brandenburg, und wird für Schutzmaßnahmen vor Ort eingesetzt. Der Rotmilan ist ja schließlich auch der Wappenvogel unseres Vereins.

Erneut war Brandenburgs Bierbotschafter, der Ex-Profiboxer Axel Schulz, bei einer Aktion des Vereins dabei. Wie hat er sich als Brauer angestellt?

Oppitz Ganz professionell und mit Schlagkraft. Bei der anschließenden Probe-Verkostung ist aber keiner zu Boden gegangen. Seine Amtszeit endet im April nächsten Jahres. Dann wollen wir einen neuen Bierbotschafter vorstellen.

Zurück zum Brandenburger Brauereitreffen. Was gibt es zu erleben?

Oppitz Organisatorisch hat die ansässige Fürstenwalder Brauerei diesmal den Hut auf. Am Freitag, 31. August, geht es um 17 Uhr auf dem Marktplatz in Fürstenwalde mit Axel Schulz, der 2. Brandenburger Bierkönigin, mit lokaler Politprominenz und hoffentlich vielen durstigen Kehlen los. Getanzt wird bis in die Nacht. Der Samstag, 1. September, beginnt 11 Uhr mit einem Frühschoppen, um 15 Uhr treten Finsterwaldes Sängerknaben auf, um 15.30 Uhr ist Fassbieranstich. Bis in die Nacht wird bei Partymusik geschwoft.

Was hat es mit der ersten Brandenburger Brauer-Olympiade auf sich, und wie wird die Bierstraße diesmal vorgestellt?

Oppitz Bei der Olympiade treten die Brauer bei einem Wettstreit selbst gegeneinander an und holen sich den einen oder anderen Paten aus dem Publikum. Die Brauereien der Bierstraße werden sich in zwei Blöcken jeweils persönlich mit ihren Bieren und den Möglichkeiten ihrer Brauereien vorstellen.

Der Verein hat sich für Brandenburgs neuen Marketingslogan „Es kann so einfach sein“ ins Zeug gelegt. Warum?

Oppitz Erst mal meine persönliche Meinung. Mir gefällt er, weil er eingängig ist und den Nerv trifft. Immer häufiger wird an Stammtischen darüber diskutiert, wie kompliziert alles ist, wie stressig, wie umfangreich, wie kurz- und schnelllebig. Aber nach einem Wochenende mit  Freunden, in der Familie oder beim Verein ist es das Schlichte, Gewöhnliche, Leichte und ebenso Natürliche, was in vielerlei Wortformulierungen schließlich für das Schöne steht. Einfach, ohne viel Brimborium definieren sich Sehnsucht, Heimatgefühl, Vielfalt und Attraktivität in diesem Slogan … eine Lebensart, die zufrieden macht.

Sieht das der Verein auch so?

Oppitz Ich glaube schon. Die Mitstreiter auf der Brandenburger Bierstraße haben die Aufregung zu Beginn jedenfalls nicht verstanden. Wir machen einfach los, bleiben dabei authentisch und bodenständig. Den Märker zu einer Marke machen – Hopfen und Malz sind noch nicht verloren – ist doch was Feines. Brandenburg like. Entschleunigen in der Mark bei einem regionalen Bier oder einem heimischen Tropfen Wein, dabei Pläne schmieden für Kultur, Theater, Konzerte ... einfach leben, arbeiten und wohnen in allen Facetten mit vielen Möglichkeiten. Das ist Brandenburg. Und das Wasser reichen braucht uns keiner, davon haben wir selbst genug.

⇥Mit Uwe Oppitz sprach Frank Claus