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Brände halten Feuerwehren in Atem

Brand bei Bosig Baukunststoffe Elsterwerda. In einem Lüftungsschacht über einer der drei Fertigungslinien zur Herstellung von Polyurethan-Flachpressplatten hat sich vermutlich Abrieb entzündet. Mitarbeiter und Feuerwehr haben in der Werkhalle und übers Dach die Flammen im betreffenden Schacht gelöscht.
Brand bei Bosig Baukunststoffe Elsterwerda. In einem Lüftungsschacht über einer der drei Fertigungslinien zur Herstellung von Polyurethan-Flachpressplatten hat sich vermutlich Abrieb entzündet. Mitarbeiter und Feuerwehr haben in der Werkhalle und übers Dach die Flammen im betreffenden Schacht gelöscht. FOTO: Veit Rösler
Kraupa/Elsterwerda. Zwei Brände haben am Montagabend die Feuerwehren zum Einsatz gerufen. In einem Wohnhaus in Kraupa war es zu einem Schwelbrand in der Zwischendecke gekommen, beim Baukunststoffspezialisten Bosig in Elsterwerda hatte sich Pulverstaub in einer Lüftungsanlage entzündet. Frank Claus und Veit Rösler

Brand in einem Wohnhaus in Kraupa. Wenn wie Montagabend gegen 18.10 Uhr die Kameraden der Feuerwehr die Meldung "Brand Gebäude groß" erreicht, dann heißt es Ausrücken mit "voller Kapelle". In einer Zwischendecke einer Wohnung hatte sich aus bislang ungeklärter Ursache ein Schwelbrand entwickelt. Wie die Internetplattform "Blaulichtreport" berichtet, habe zunächst "ein Angriffstrupp im Innenangriff" mit der Brandbekämpfung begonnen. Das Feuer konnte lokalisiert werden. Jedoch sei es nicht gelungen, den Entstehungsbrand mit einem Pulverlöscher zu löschen. Dies war versucht worden, um Wasserschaden zu verhindern. Weil mit dem Pulverlöscher nicht sichergestellt werden konnte, dass der Schwelbrand komplett erstickt ist, habe die Brandbekämpfung unter Einsatz von Wasser durchgeführt werden müssen. Gegen 19 Uhr sei die Feuerwehr Plessa nachalarmiert worden, da zur Kontrolle eine Wärmebildkamera benötigt wurde.

Während die Elsterwerdaer Kameraden noch am Einsatzort in Kraupa waren, erreichte die nächste Alarmmeldung die Wehr: Brand bei Baukunststoffe Bosig in Elsterwerda. Bei dieser Meldung zucken gestandene Elsterwerdaer Kameraden zusammen: Vor 20 Jahren hatte im Vorgängerbetrieb Vöwa (später Platec Plattentechnik) ein Großbrand eine komplette Werkhalle vernichtet. 150 Kameraden waren damals im Einsatz. Am Montag hatte sich ein Brand in einer Lüftungsanlage entwickelt. Bosig-Geschäftsführer Joachim Stiller erklärt: "Der Brand ist in einem Lüftungsschacht über einer der drei Produktionslinien zur Herstellung von Polyurethan-Flachpressplatten entstanden." Das seien Holzwerkstoffe, die wegen ihrer hohen Feuchtigkeitsresistenz vor allem in der Industrie zum Einsatz kommen. Dabei würden auch leicht entzündliche Materialien verarbeitet. "Es muss trotz regelmäßig wiederkehrender Kontrollen geringe Ablagerungen in diesem Schacht gegeben haben, die sich entzündet haben", sagt der Geschäftsführer.

Dabei habe das Unternehmen gerade in Sicherheitstechnik umfangreich investiert. Neben Brandmeldeanlagen seien alle sensiblen Bereiche mit Sprinkleranlagen ausgestattet worden. "Die auch angesprungen sind", so der Geschäftsführer. Zudem werde im Werk inzwischen rund um die Uhr gearbeitet. "Mitarbeiter haben sofort versucht, mit Feuerlöschern den Brand unter Kontrolle zu bekommen", sagt Joachim Stiller. Das sei nicht gelungen. Die Feuerwehr habe dann in der Werkhalle den betreffenden Schacht geöffnet und mit Löschschaum befüllt.

Ein weiterer Trupp sei mittels Drehleiter übers Dach an den Lüftungsschacht herangefahren und habe von oben gelöscht. Die eigenen betrieblichen Sicherheitsvorkehrungen und der schnelle Einsatz der Feuerwehren hätten den Brand so stark eingrenzen können. Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen war ebenfalls in die Firma geeilt. Nach dem Brand 1997 hatte er, damals noch nicht im Amt, mit Biehlaer Einwohnern einen bis heute einmaligen Sonderausschuss zur Aufklärung der Brandursache initiiert. "Wir wollten damals vor allem sicherstellen, dass bei einem Wiederaufbau die Sicherheitsstandards erheblich erhöht werden."

Das sei inzwischen realisiert. "Auch die kürzliche Großübung bei Bosig hat dazu geführt, dass die Kameraden im Verbund mit Werksangehörigen so zügig reagieren konnten", sagt er.