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Blühende Heide zum Teil einer Marke machen

Petra Wetzel, Vorsitzende des Hohenleipischer Vereins "Die Lobenburger" setzt auf die Region.
Petra Wetzel, Vorsitzende des Hohenleipischer Vereins "Die Lobenburger" setzt auf die Region. FOTO: mcl1
Die Heideblüte im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zwischen Hohenleipisch und Bad Liebenwerda ist vorbei und war farbintensiv wie lange nicht. Viele Touren hat der Heimatverein "Die Lobenburger" organisiert. Geht er jetzt in Winterruhe? Was gibt es Neues, wo drückt der Schuh und was wäre ein großer Traum? Die RUNDSCHAU sprach dazu mit Vereinschefin Petra Wetzel. mcl1

Frau Wetzel, wie war die Saison für "Die Lobenburger"?
Seit mittlerweile zehn Jahren bieten wir Touren in die Heide an. Und die werden immer beliebter, sprechen sich herum und auch wir werden immer professioneller im Umgang mit den Gästen. Bereits am 15. August zeigte sich die Heide in einer Farbintensität wie lange nicht. Die Trockenheit sorgte für eine schnelle komplette Blüte. Um den 10. September war das Farbenspiel bereits so gut wie vorbei.

Woher kommen die Besucher?
Die Gäste kommen mittlerweile aus ganz Deutschland, insbesondere aus Berlin, Sachsen und sogar Reisebüros pflegen Kontakte zu uns. Aber wir bieten ja nicht nur das Heideerlebnis an.

Es gibt mehrere thematische Kremsertouren. Im Frühling geht es ins Reich der Blütenkönigin. Im Sommer lockt der sagenhafte Loben. Gebucht werden kann ebenso ein Kaffeeklatsch mit Pferden. Eine Tour wert ist der goldene Herbst. Und ganz neu sind in diesem Jahr "Glühweintouren". Zehn Touren stehen gegenwärtig zur Auswahl. Diese können mit verschiedenen Angeboten komplettiert werden.

Bleibt die besondere Tour in diesem Jahr einmalig?
(lacht) Sie meinen den Besuch von August dem Starken und Gräfin Cosel zur Jagd, begleitet von Marketenderinnen, die für die bunte Jagdgesellschaft so mancherlei Überraschung bereithielten. Toll kostümiert fand das bei allen Gästen Anklang. Ich denke, die Tour bleibt nicht einmalig.

Welche Tour bleibt im Gedächtnis?
Mit Freude denke ich an die Tour mit den Puppenspielern als Abschluss des Puppentheaterfestivals in diesem Jahr. Die waren so begeistert von unseren alten Sammeltassen, die wir immer zum Kaffee eindecken, und ebenso von dem Flecken Erde, der so viel Ruhe ausstrahlt. Nicht abschütteln lassen sich die Erlebnisse der ersten Tour. Wir waren richtig gut gebucht, aber einem Gast war das wohl zu viel. Eine Dame schimpfte über alles und jeden, das war so unangenehm.

Die Touren sind jetzt ein Selbstläufer?
Fast könnte man es so sagen, auch dank der Lausitzer RUNDSCHAU, die uns immer wieder unterstützt, Gäste für neue Touren zu gewinnen. Einem kleinen Verein kostet das viel Kraft und Energie. Aber ich kann dabei auf meine Vereinsmitglieder bauen, auf die Kremserfahrer, Gästeunterhalter und die Unterstützung durch den Naturpark. Petra Wiesner und Uwe Lewandowski sind uns treue Partner. Wir pflegen ein gutes Verhältnis zu Jens Pietrzak vom Bundesforst. Nach ersten unterschiedlichen Auffassungen zur Nutzung der Heide auch für den Tourismus duldet er uns mittlerweile im Revier. Wir stimmen unseng ab.

Man hört von Gästen über Landesgrenzen hinweg …
Ich stehe mit einem österreichischen Reisebüro in Kontakt. Das hat sich bei mir gemeldet. Ich bin gespannt.

Kurz zum Verein: Wie viele Mitglieder gibt es und wo ist das Vereinsdomizil?
Wir sind nur 16 aktive Mitglieder im Verein. Das derzeitige Vereinsgebäude müssen wir räumen, und wie es einmal weitergeht, darüber trauen wir uns nicht nachzudenken. Matthias Lehmann aus Rückersdorf hatte uns kostenfrei den ehemaligen HO-Textilien-Laden überlassen. Jetzt hat sich ein Mieter gefunden, der das ganze Haus nutzen möchte. Schnelles Handeln ist von uns gefordert, aber wir wissen nicht wohin, und Hilfe ist keine in Sicht. Das macht uns zu schaffen, wir haben schließlich viel Geschichte im Gepäck.

Und der Nachwuchs?
Auch der bereitet Sorgen. Wir hoffen alle auf ewige Gesundheit.

Was treibt Sie an?
Mir schwebt vor, dass unsere blühende Heide und unsere Region zu einer Marke werden, wie der Spreewald eine ist. Das Potenzial haben wir mit unseren Imkern, Direktvermarktern, Töpfern, Gastronomen, den Touren und den vielen anderen kleinen Dingen, die die Region zu bieten hat. Das Naturparkzeichen soll eine Region nicht nur abgrenzen, es soll sie auch einen. Dort möchte ich uns gern hinbringen.

Das tun Sie ja bereits mit Produkten aus Ihrer Heidemanufaktur. Die Etiketten tragen bereits das Naturparklogo.
Genau. Kürzlich wurde ich auf einer Veranstaltung auf dieses Zeichen angesprochen. Es wurde als positiv gesehen, dass auch die Produkte eines hiesigen Imkers, die ich dabei habe, auf die Naturparkregion hingewiesen haben. Es gab viele Fragen zu weiteren Produkten unter diesem Zeichen und zur Region. Das freut mich sehr.

Das hört sich nach viel Arbeit an.
Mir ist das bewusst, aber als vordringlichstes Projekt sehe ich derzeit die Suche nach geeigneten Vereinsräumen. Wir brauchen unbedingt eine schnelle Lösung.

Mit Petra Wetzel sprach

Mona Claus.