ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:37 Uhr

Steinschleuder schweißt zusammen
Blide kennt keine Nachwuchssorgen

Drei Leute sind notwendig, um die Steinschleuder zu spannen. Dieses Spektakel wollten sich viele Festbesucher nicht entgehen lassen.
Drei Leute sind notwendig, um die Steinschleuder zu spannen. Dieses Spektakel wollten sich viele Festbesucher nicht entgehen lassen. FOTO: Mirko Sattler
Hirschfeld. Zünftig gefeiert wurde das erste runde Jubiläum des Hirschfelder Vereins mit dem 13. Herbstwerfen. Von Mirko Sattler

Vor genau 14 Jahren ist bei einer Stammtischparty mit fünf Leuten die erste „fixe“ Idee zum Bau einer Blide in Hirschfeld gekeimt. „Im Winter 2004/2005 wurde dann nach einigen Recherchen die erste Steinschleuder zusammenbebaut und im Frühjahr 2005 mit Erfolg getestet. Über 600 Würfe waren nötig, um die Konstruktion zu vervollkommnen“, blickt der Vereinsvorsitzende Michael Sachse bei der Jubiläumsparty am vergangenen Wochenende einige Jahre zurück. Mit der weiteren Entwicklung und dem Sammeln von Erfahrungen mit dieser Blide wurde schließlich im Winter 2007/2008 die zweite, deutlich größere Blide gebaut. Alle Erfahrungen aus den vorhergehenden Tests flossen dabei in die neue Konstruktion mit ein. Eine Kinder- und eine Marktblide, aus den Resten der ersten Blide, runden das Repertoire des Vereines ab. Die zweite, größere Blide beruht somit auf den Erfahrungen aus drei Jahren.

Die Grundkonstruktion besteht aus Eiche und der Wurfarm aus Kiefer. Die Hauptbalken sind 14 mal 14 Zentimeter und die diagonalen Verstrebungen 12 mal 10 Zentimeter. Die Verbindungen sind über einen Stirnversatz und Metallklammern gesichert. Zum Spannen ist im hinteren Teil eine Winde aus Holz angebracht, die es ermöglicht, die Steinschleuder bei voller Last mit drei Leuten startklar zu machen. Bei einer Wurfarmlänge und einem Wurfgewicht von fünf Kilogramm schafft die 8,4 Meter hohe Blide eine Wurfweite von 175 Meter. Nicht weniger interessant für die Festbesucher ist die etwas kleinere Marktblide, die normalerweise mit einer drei Kilogramm schweren Kugel betrieben wird. „Für unser Fest haben wir jedoch Wasserbomben genommen, die in ihrer Eigenschafft genauso fliegen wie Steine, aber ungefährlicher sind“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Mit fünf Leuten wurde der Verein Hirschfelder Blide einst gegründet. Die Nachfrage nach einer Mitgliedschaft war so enorm, dass heute sogar ein Aufnahmestopp besteht. „Bei 50 Mitgliedern kommen wir an unsere Grenzen“, weiß Michael Sachse. Das Vereinsgelände war schnell ausgemacht. Eine ehemalige Sandgrube und nach der Wende brach liegendes Gelände bot für die Vereinstätigkeit beste Voraussetzungen. Und mit der Vereinsgründung 2008 erfolgte auch der Einstieg in das vereinsmäßige Bogenschießen. Das Gelände wird seitdem stets optimal hergerichtet. Bogenschießen und Messer- beziehungsweise Axtwurf auf einen Bären aus Holz konnten die Besucher auch an beiden Veranstaltungstagen ausprobieren. Das Hirschfelder Dorffest am Horstberg zieht jedes Jahr bis zu 400 Besucher an.

Bis zu viermal im Jahr sind die Vereinsmitglieder, die aus dem Schradenland und Orten bis hin nach Berlin stammen, zudem auf Mittelaltermärkten zu finden, um die alte Technik der Steinschleuder zu demonstrieren.