Von Frank Claus

Acht Stunden, 140 Kameraden, 16 Ortsfeuerwehren – der Brand am Dienstag zwischen Theisa und Schadewitz unweit der Siedlung Ziegelhäuser hat es in sich. „Es ist mit drei Hektar Fläche der bisher größte in diesem Jahr in der Region Bad Liebenwerda“, sagt Bad Liebenwerdas Stadtbrandmeister Martin Neumann.

Um 17.12 Uhr werden die Kameraden zum Einsatz gerufen. Einsatzleiter Stefan Gängler, Zugführer der Einheit Nord der Bad Liebenwerdaer Feuerwehr, reagiert beim Eintreffen blitzschnell, lässt umgehend zahlreiche Ortswehren alarmieren, um hohe Wasserkapazitäten zur Verfügung zu haben. Stadtbrandmeister Martin Neumann: „Der immer wieder aufkommende böige Wind hat die Löscharbeiten enorm erschwert.“

Das Feuer ist unweit der Straße zwischen Theisa und Schadewitz in einem Roggenfeld – Erntearbeiten finden nicht statt – ausgebrochen und hat sich blitzschnell ausgebreitet und den benachbarten Wald erfasst. „Das brennt jetzt wie Zunder“, sagt der Stadtbrandmeister und beschreibt: „Der Boden ist so ausgetrocknet, dass er zuerst gar kein Wasser aufnimmt. Es dringt so kaum in den Boden ein, verdunstet eher.“

Für die Kameraden wird es ein schwieriger, gut acht Stunden langer Einsatz. „Irre, was die wieder geleistet haben“, sagt Martin Neumann. Immer wieder hätten die Kameraden angesichts des drehenden Windes im beißenden Qualm gestanden. „Da überlegst du als Einsatzführer immer wieder, ob du das eigentlich verantworten kannst“, sagt der Feuerwehrchef und berichtet, dass ein Kamerad wegen einer vermuteten Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurde. „Er ist aber zum Glück bereits wieder zu Hause“, so Martin Neumann und erzählt, dass kurz nach Beginn festgestellt wird, dass sich der Brand auf der Gemarkung des Amtes Elsterland befindet. „Aber wir haben natürlich nicht abgebrochen, sondern glänzend mit den Kameraden aus dem Amt unter Leitung von Amtsbrandmeister Christian Passin zusammengearbeitet“, sagt der Kurstadt-Feuerwehrchef. Der Elsterland-Amtsdirektor und Bad Liebenwerads Bürgermeister hätten Mittwochfrüh telefoniert und sich völlig unkompliziert zu den Modalitäten der Bezahlung des Einsatzes verständigt.

Noch etwas würdigt Martin Neumann: „Wir hatten erstmals die Drohne von Jens Berger im Einsatz. Das hat die Führungsqualität enorm positiv beeinflusst.“ Auch das Landwirte aus Oppelhain und vom Bieligkhof sofort einen Brandschutzstreifen im Getreide gezogen und mit Wasser aus Wasserfässern den Streifen „eingesuppt“ hätten, habe enorm geholfen. Apropos geholfen: Erneut hat Mineralquellen Bad Liebenwerda zwei Paletten Wasser spendiert. Der Edeka-Markt der Kurstadt habe kostengünstig für die Versorgung gesorgt und Bad Liebenwerdas Feuerwehrfrauen haben alles zusammengepackt. „Das kann man nicht hoch genug würdigen“, so Martin Neumann sowie Kreisbrandmeister Steffen Ludewig.