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| 02:42 Uhr

Bio-Vitalressort – "das ist der Durchbruch"

Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter zeigt die Machbarkeitsstudie und steht genau dort, wo hinter ihm das Gesundheitshotel schräg an die Lausitztherme Wonnemar angedockt werden soll.
Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter zeigt die Machbarkeitsstudie und steht genau dort, wo hinter ihm das Gesundheitshotel schräg an die Lausitztherme Wonnemar angedockt werden soll. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Bad Liebenwerda bekommt ein Bio-Vitalressort am Wonnemar. Das Gesundheitshotel soll eins von Zweien in Brandenburg sein, das vom Land gefördert wird. Das zweite ist in Templin geplant. In das 215-Betten-Hotel sind zahlreiche medizinische Einrichtungen integriert. Gesamtkostenpunkt der Investitionen in Bad Liebenwerda: 15 Millionen Euro. Frank Claus

Eigentlich sollte er heute sein, der entscheidende Tag. Im Wirtschaftsministerium in Potsdam war eine Runde angesetzt, die zum Vitalressort in Bad Liebenwerda entscheiden sollte. Die ist abgesagt worden. Und das ist ausnahmsweise mal was Gutes. Denn nach Informationen von Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter (CDU) ist sie nicht mehr nötig. Die Machbarkeitsstudie ist, so die Aussagen aus Potsdam, plausibel und hat überzeugt. "Das Gesundheitshotel kann gebaut werden. Wir haben grünes Licht und sollen die nächsten Arbeitsschritte einleiten." Damit würde das mehr als zehn Jahre andauernde Ringen zur Schaffung ausreichender Übernachtungskapazitäten in Bad Liebenwerda und im gesamten Landkreis ein Ende haben. Wobei sich Bad Liebenwerda von einem reinen Hotel längst verabschiedet hat.

Die Erkenntnis ist gewachsen, dass das allein in Bad Liebenwerda kaum effizient zu betreiben gewesen wäre. Auch dank der projectM aus München, einer renommierten Unternehmensberatung für die Tourismus- und Freizeitbranche, hat sich die Kurstadt auf ihre Stärken besonnen und wirft die nun in die Waagschale. Das Konzept des Gesundheitshotels ist vielschichtig. Es setzt auf präventiv-medizinisch-therapeutische Programme und Wissensvermittlung. Es bezieht die Stärken der Region auf diesem Sektor ein, es nutzt die Potenziale, die die Natur für Gesundheitsförderung schon jetzt bietet. Detlef Jarosch, der bei projectM Bereichsleiter für Infrastrukturentwicklung ist, und dessen Büro bereits den Kurentwicklungsplan der Stadt mit erarbeitet hat, sagt: "Das ist der Durchbruch für die Stadt."

Akribisch habe seine Unternehmensberatung Wellnessstandorte in Brandenburg und die Hotellandschaft unter die Lupe genommen und eine Stärken-Schwächen-Analyse vorgelegt, "die mich in einigen Punkten, wo wir wirklich nicht besonders gut weggekommen sind, nachdenklich gemacht hat", so Bürgermeister Thomas Richter. Doch genau diese Offenheit sei notwendig gewesen, um wirklich das tragfähige Alleinstellungsmerkmal für Bad Liebenwerda herauszuarbeiten, mit dem effizient ein Gesundheitshotel betrieben werden könne. Detlef Jarosch: "Geplant ist kein Hotel auf dem oberen Top-Level. Das ist in Bad Liebenwerda nicht darstellbar. Aber realisiert wird ein Haus mit hochwertigen Angeboten, die dennoch für jeden bezahlbar bleiben", sagt er. Das Gesundheitshotel grenze sich ab vom Heidespa in Bad Düben, das vor allem Ältere anziehe und vom Tropical Island, das die jüngere Zielgruppe anspreche. Im Medical-Bereich gebe es für Selbstzahler verschiedene Möglichkeiten, Gesundheitsvorsorge in Anspruch zu nehmen. Aber auch Wissensvermittlung, zum Beispiel zur Ernährung, sei geplant. "Die Natur im Kontext mit Gesundheitsförderung, da hat Bad Liebenwerda schon jetzt Pfunde vorzuweisen", so der Experte. Dennoch seien nun auch die Touristiker aufgefordert, entsprechende Programme zu erarbeiten, um sie dann Reiseveranstaltern vorlegen zu können.

Und wie geht es jetzt konkret weiter? Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter: "Das Land hat eine Förderung von zehn Millionen Euro zugesagt. Betreiber bleibt die Interspa, die jetzt schon das Wonnemar unterhält und die sich unheimlich aktiv eingebracht hat. Dafür sind wir sehr dankbar. Das Hotel wird von der Success Hotel Group betrieben." Nun müsse die Beantragung der Bürgschaft vorangebracht und der Erbbaurechtsvertrag verlängert werden. Die Stadt müsse ihr Grundstück, das Gesundheitshotel soll schräg an das Wonnemar angedockt werden, nun der Interspa übertragen.