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| 19:25 Uhr

Sparkasse Elbe-Elster legt Bilanz vor
Kundeneinlagen erneut gestiegen

Mit ihrer Objektentwicklungsgesellschaft will die Sparkasse auch innerstädtisch Akzente setzen, reißt marode Gebäude ab, für die es keine Investoren auf dem Markt gibt und entwickelt Wohnungs- und Gewerbestandorte in der Friedrich-Engels-Straße (Foto), in der Leipziger- und in der Wilhelm-Liebknecht-Straße in Finsterwalde sowie am Markt in Herzberg.
Mit ihrer Objektentwicklungsgesellschaft will die Sparkasse auch innerstädtisch Akzente setzen, reißt marode Gebäude ab, für die es keine Investoren auf dem Markt gibt und entwickelt Wohnungs- und Gewerbestandorte in der Friedrich-Engels-Straße (Foto), in der Leipziger- und in der Wilhelm-Liebknecht-Straße in Finsterwalde sowie am Markt in Herzberg. FOTO: Spk Objektentwicklungsgesellscha
Finsterwalde. Sparkasse Elbe-Elster legt Geschäftszahlen vor. Wieder mehr Kredite ausgereicht, aber moderaterer Zuwachs als 2016. Von Frank Claus

Schneller, höher, weiter. Das ist nicht Jürgen Rieckes Ding. Was nicht heißt, dass der Sparkassenvorstand und Vorstandsmitglied Frank Prescher nicht ehrgeizig sind. Aber auf andere Weise. „Wir wollen eine unaufgeregte, solide Bank sein“, sagt Jürgen Riecke bei der Erläuterung der Geschäftszahlen 2017. Deshalb ist die erzielte Bilanzsumme für ihn auch nicht die ausschlaggebende Zahl. „Wir richten unsere Geschäftspolitik darauf aus, durchschnittlich um zwei Prozent zu wachsen“, erklärt er. Mit 1,798 Milliarden Euro ist das gelungen. Das entspricht einem Wachstum von 2,3 Prozent (2016: +2,6 Prozent). Damit liegt die Sparkasse Elbe-Elster immer noch über dem Durchschnitt des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (+1,7 Prozent).

Ansonsten halten es die beiden mit der Umsetzung des Sparkassenauftrages so: das Kreditgeschäft ankurbeln und Einlagen einsammeln.  Kredite in Höhe von 660 Millionen Euro hat die Sparkasse im Jahr 2017 ausgereicht, 313 Millionen davon im gewerblichen und 228 Millionen im privaten Bereich.

Da sehen die beiden Vorstände durchaus noch Steigerungspotenzial, wenngleich man immer auch die gewerbliche Struktur der Region sehen müsse und die Altersstruktur im Landkreis. Zunehmend ältere Menschen nehmen eben auch weniger Kredite auf, um im privaten Umfeld zu investieren. Die schnelle Bearbeitung von Kreditanfragen und seriöse Beratung würden Priorität genießen. Wenn sich die Refinanzierung ordentlich darstellen lasse, würden Kredite auch schnell ausgereicht. „Die Kreditausfälle sind im Jahr 2017 fast gegen Null gegangen“, unterstreicht Frank Prescher. Selbst wenn bei der Finanzierung von Immobilienkrediten Schwierigkeiten entstanden seien, „haben wir zumeist Lösungen zu beiderseitigem Vorteil gefunden“, so Frank Prescher. Begünstigt sei das auch durch eine gegenwärtig gute Nachfrage nach Immobilien.

Erneut zugelegt haben die Kundeneinlagen – von 1,596 Milliarden Euro auf 1,673 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 4,8 Prozent und hat das Ergebnis von 2016 (+3,4 Prozent) sogar noch einmal überboten. Doch wie geht das? Weniger Bevölkerung, geringere Zinsen und trotzdem Einlagensteigerung? Alles Lottogewinner?

Jürgen Riecke schmunzelt. Es gebe in Elbe-Elster eine Vielzahl von Menschen mit sehr ordentlichen Kundeneinlagen. Immerhin 10 000 Familien hätten am Ende des Monats mehr als 4000 Euro netto zur Verfügung. Im Gegenzug stehen da die relativ günstigen Lebenshaltungskosten, die in anderen Teilen der Bundesrepublik erheblich höher seien. Da bleibe am Monatsende eben was übrig, was gespart werden könne.

Dass die Kunden dabei großes Vertrauen in die Sparkasse haben, belegt, dass nach Angaben der Vorstände 67 Prozent des Geldvermögens im Landkreis Elbe-Elster bei der Sparkasse angelegt ist. Die Kunden würden die Sicherheit ihrer Anlagen schätzen, auch wenn momentan der Zinsgewinn gering ist. Frank Prescher sieht dennoch Möglichkeiten, sein Geld auch in Wertpapieren anzulegen. „Gerade in Zeiten geringer Zinsen ist dabei eine gute Beratung wichtig“, sagt er. Immerhin ist das Wertpapiergeschäft auch 2017 um fast zwei Prozent auf 255 Millionen Euro gestiegen.

Das trifft auch auf das Versicherungsgeschäft zu, indem die Sparkasse Elbe-Elster zum 14. Mal in Folge für die besten Vertriebserlöse den Verbundpokal der Feuersozietät erhalten hat. Mit 6800 Online-Kunden sei die Sparkasse die „größte Direktbank in der Region“, so Jürgen Riecke und mit vielen weiteren Online-Aktivitäten für die Zukunft gewappnet.

Und trotzdem wolle man am dichtesten Filialnetz in Brandenburg (24 Geschäftsstellen) festhalten.  „Bis auf eine Geschäftsstelle sind alle umfangreich modernisiert“, so Jürgen Riecke. Die Themenzimmer mit Bezügen in das direkte Umfeld der Geschäftsstelle hätten großen Anklang gefunden. Die Idee werde nun bundesweit bereits nachgeahmt.

Für ihre 338 Mitarbeiter zahlt die Sparkasse jährlich 15 Millionen Euro Gehalt und bringt „Kaufkraft für die Region“, so Jürgen Riecke. 4,1 Millionen Euro Ertragssteuern, davon 1,7 Millionen Euro Gewerbesteuern machen die Kommunen glücklich. Für 1,8 Millionen Euro sind 2017 Aufträge an örtliche Handwerker und Firmen gegangen.

Kundenkreditgeschaefte
Kundenkreditgeschaefte FOTO: LR
Geldvermoegensbildung
Geldvermoegensbildung FOTO: LR