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Beton für das Wehr Würdenhain

Kreistagsabgeordnete auf der Baustelle des neuen Wehres bei Würdenhain. Die Große Röder wird auf ihrem Weg in die bräunlich gefärbte Schwarze Elster in Fließrichtung rechts um die Spundwände herumgeleitet. Links ist die gewaltige halb fertige Fischaufstiegsanlage zu erkennen.
Kreistagsabgeordnete auf der Baustelle des neuen Wehres bei Würdenhain. Die Große Röder wird auf ihrem Weg in die bräunlich gefärbte Schwarze Elster in Fließrichtung rechts um die Spundwände herumgeleitet. Links ist die gewaltige halb fertige Fischaufstiegsanlage zu erkennen. FOTO: Manfred Feller
Würdenhain/Stolzenhain. Das Millionenprojekt Wehrersatzbau in Würdenhain liegt im Kosten- und Zeitplan. Im Juni 2018 soll die neue Wasserregulierung stehen. Manfred Feller

Stürmische Winde fegen über die Baustelle des entstehenden Ersatzwehres unweit der Mündung der Großen Röder in die Schwarze Elster bei Würdenhain. Während das Schilf fast in die Waagerechte gedrückt wird, steht der schlanke Baukran fast ungerührt.

Die Abgeordneten des Ausschusses für Kreisentwicklung, Landwirtschaft und Umwelt hätten sich am fortgeschrittenen Mittwochnachmittag wahrlich besseres Wetter gewünscht bei ihrer Vor-Ort-Visite. Dafür entschädigt der Baufortschritt.

"Die Betonarbeiten dauern noch etwa drei Wochen", erläutert Planungsingenieurin Anja Kaussow vom Gewässerverband "Kleine Elster - Pulsnitz". Die Brückenpfeiler stehen bereits, während an den Wehrpfeilern, an denen später der Staurahmen montiert wird, zumindest einseitig noch gearbeitet wird.

Anschließend wird das Wehr mit der viel Platz einnehmenden Fischaufstiegsanlage komplettiert. Dazu gehören der Rahmen der Schütze und die Schütze selbst, die den Wasserdurchfluss regulieren werden, das Bedienhaus und viele Meter Leitungen. Im Juni des kommenden Jahres soll das Bauwerk stehen. "Wir arbeiten daran, dass wir zeitiger fertig werden", kündigt Anja Kaussow an. Alleiniger Unsicherheitsfaktor sei derzeit der bevorstehende Winter.

Profitieren werden von der Freigabe nach Jahren des Umwegfahrens die Elster-Radwanderer. Die Spaziergänger und Radler erhalten keine Extrabrücke, sondern können den Bediensteg des Wehres zwischen den Deichkronen nutzen. Die Anschlüsse zum Elsterradweg bezahlt der Landkreis, der einst in Abstimmung mit dem Landesumweltamt den vorschnellen Brückenabriss veranlasst und damit für großen Ärger gesorgt hatte.

Da die Baustelle und das Wehr in die Natur eingreifen, sind Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen vorgeschrieben. "Es wird immer schwieriger, geeignete Flächen zu finden", sagt die Planungsingenieurin. Diese sollten sich möglichst in der Nähe des Verursacherortes befinden. In Saathain am Friedhof wurde man fündig. Auf etwa 2000 Quadratmetern kommunalen Landes sollen ab Herbst 258 Gehölze gepflanzt und für einen festgelegten Zeitraum auch gepflegt werden. Das beinhalten die Gesamtkosten des Wehrersatzneubaus von 2,7 Millionen Euro. Aktuell würden der Kosten- und der vorgegebene Zeitrahmen eingehalten.

Anja Kaussow warnt davor, die Baustelle abseits des Dorfes zu betreten. Überall können Gefahren lauern. Bei einem Unfall müssen die medizinischen Helfer erst einmal dorthin finden.

Breitbandausbau. Nach dem Besuch der Wehrbaustelle informierte Matthias Schneller als Verantwortlicher des Landkreises die Abgeordneten über den Breitbandausbau in Elbe-Elster. Schon jetzt sei absehbar, kündigte er in den Räumen der LAWI GmbH in Stolzenhain an, dass Geduld gefragt sein wird. Das Ziel, mit den rund sechs Millionen Euro Fördergeld von Bund (60 Prozent) und Land (30 Prozent) sowie dem geringen Eigenanteil des Landkreises die weißen Flecken bis Ende 2018 zu tilgen, werde nicht zu halten sein. Ende 2019 sei realistisch.

Als weiße Flecken oder auch unerschlossene Areale gelten jene Gebiete, deren Kommunikationsleitung weniger als 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit bietet. Vorgesehen sei, dass bis zum genannten Termin 95 Prozent der Nutzer im Landkreis über schnelles Internet verfügen. Das heißt, es sollen mindestens 30 bis 50 Mbit/s möglich sein.

Ob die Millionen für die weißen Flecken ausreichen, sei ungewiss. Bund, Land und Kreis schließen mit ihrem Geld die Wirtschaftlichkeitslücke. Ohne diese Spritzen für den ländlichen Raum würden die großen Telekommunikationsanbieter ihre Investitionen, die für Elbe-Elster noch einmal siebenstellig sind, erst gar nicht beginnen.