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| 01:04 Uhr

Besonders reizvoller Radweg in Elbe-Elster

Elbe-Elster-Kreis.. Da kann man sich jetzt schon auf den Frühling freuen! Das neue Teilstück auf dem Fernradweg 5 ist fast fertig. Die Asphaltschicht ist durchgängig auf der Trasse der ehemaligen Kohlebahn aufgebracht, so dass es nun eine durchgehende Verbindung zwischen zwei touristischen Anziehungspunkten der Region gibt. Spätestens ab Frühling kann man von der Brikettfabrik „Louise“ in Domsdorf bis zum Naherholungsgebiet Grünewalder Lauch radeln. Von Frank Claus

Klaus Oelschläger, Planungsleiter im Kreisentwicklungsamt Elbe-Elster, frohlockt: „Das wird einer der schönsten Abschnitte unseres Radwegenetzes!“ Und er scheint damit richtig zu liegen. Denn diese Tour führt durch Nadelwald und reizvoll am Streckrand liegendes Unterholz und ist mit mehreren attraktiven Rastplätzen ausgestattet.
Freilich, als bekannt wurde, dass auf dieser Strecke, wo einst tonnenschwere Kohlezüge entlang fuhren, nun erst noch „Geogitter“ eingebaut werden sollen, führte mancher den Zeigefinger zur Stirn. Doch Oelschläger erklärt: „Die Lastauswirkungen eines Kohle zuges auf langgezogenen Schienen ist anders als die Nutzung, die jetzt angestrebt wird.“ Denn die Geowissenschaftler schließen nach wie vor die Möglichkeit nicht aus, dass es in bestimmten Bereichen nahe des Restloches 124 zu Tagesbrüchen kommen kann. Immerhin ist in diesem Gebiet viele Jahre lang Kohle abgebaut worden. Besonders im betreffenden Abschnitt sind deshalb auf 2,4 Kilometer Länge zusätzliche Sicherungsmaßnahmen vorgenommen worden.
Bei dem verwendeten Material handelt es sich um so genanntes Geotextil, das verhindern soll, dass man bei möglichen Tagesbrüchen schlagartig in die Tiefe versinkt. Experten halten solche Brüche mit Tiefen bis zu zwei Metern in den ungesicherten Bereichen für möglich. Deshalb wird auch immer wieder geraten, die angrenzenden Wälder und Kippen im Umfeld des Restloches nicht eigenmächtig zu betreten.
Um sich einen Überblick über das Gebiet zu verschaffen, kann der direkt am Radweg gelegene Aussichtsturm benutzt werden.
Insgesamt 13,8 Kilometer lang ist der inzwischen asphaltierte Abschnitt. Über einige Brücken will man in den nächsten Tagen noch eine Betonschicht einbauen. Fertig zu stellen sind auch noch Bankette. Dabei soll nicht etwa Mutterboden aufgebracht und „englischer Rasen“ gesät werden. Ein spezielles Substrat wird die Grundlage dafür bieten, dass sich die Natur diesen Raum selbst wieder erobert. Klaus Oelschläger freut sich, dass die bauausführende Firma dem Wunsch der Verwaltung Rechnung getragen hat, und einen edelglatten Belag aufgebracht hat. Man habe die Maschine langsamer fahren lassen und so diese Qualitäten erzielt. Natürlich wollte man damit ganz besonders die Skater glücklich machen. Vorsicht müssen die an einigen Abschnitten aber doch walten lassen. Denn auch den Reitern wurde entgegen gekommen. In den Bereichen, wo Reitwege den Radweg kreuzen, wird Verbundpflaster verlegt. „Wir wollen, dass der glatte Belag nicht durch die Beschläge der Pferde Schaden nimmt und hoffen, dass alle Freizeitsportler ihren Beitrag leisten, das Geschaffene lange zu erhalten“ , meinte Oelschläger.
Immerhin kostet das gesamt Projekt etwa 500 000 Euro und wird aus verschiedenen Töpfen finanziert. Noch müssen zahlreiche Hinweisschilder angebracht und Rastplätze fertiggestellt werden. Doch für eine, wegen der fehlenden Schilder wohl besser noch geführte Winterwanderung, ist die Trasse schon jetzt geeignet und dürfte sehr schnell Liebhaber finden.
Wenn im Frühjahr noch der straßenbegleitende Radweg in Richtung Friedersdorf gebaut werden soll, ist Elbe-Elster an die Ilse-Tour im Oberspreewald-Lausitz-Kreis sowie an die 360 Kilometer lange Fürst-Pückler-Tour angeschlossen.
Damit können sich Pedalos aus dem Raum Cottbus und Senftenberg die touristischen Highlights in Elbe-Elster von F 60 bei Lichterfeld, Brikettfabrik Louise bei Domsdorf, Kraftwerk Plessa, Lausitztherme Wonnemar in Bad Liebenwerda und die immer besser werdenden Möglichkeiten des Gewässertourismus (Boote werden ausgeliehen) noch besser erschließen.