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| 19:21 Uhr

Abiturzeugnisse und Bekränzung am Elsterschloss Elsterwerda
Ganz viel Stolz, aber auch Wehmut

Bekränzung am Elsterschloss-Gymnasium FOTO: Veit Rösler
Elsterwerda. Wie Eltern die Bekränzung am Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda empfinden – Familie Stange aus Gröden und ihre gemischten Gefühle. Drei Abiturienten schließen mit der Traumnote 1,0 ab, elf von 74 sind besser als 1,5. Von Frank Claus

Da ist er wieder, dieser ganz besondere Tag im Leben der Abiturienten des Elsterwerdaer Elsterschloss-Gymnasiums: Zeugnisausgabe und Bekränzung. 74 Schülerinnen und Schüler haben die Prüfungen bestanden und seit Freitag das Abitur in der Tasche. Elf der 74 Abiturienten des diesjährigen Jahrgangs erreichen eine Note von 1,5 oder besser. Drei schaffen den ultimativen Spitzenwert von 1,0: Henriette Mrosk, Paula Luise Jordan und Emilia Fromm.

Doch es ist nicht nur ein besonderer Tag für die jungen Leute. Es ist auch einer für die Eltern. So auch für Heike Stange-Sporn (47) und ihren Mann Maik Stange (49) aus Gröden. Die Augen des Familienvaters suchen immer wieder die Tochter beim Rundgang auf dem Schlosshof – traditionell feierlich zelebriert unter den Klängen des Triumphmarsches aus Verdis Oper „Aida“. Was er empfindet? „Ich bin unendlich stolz“, sagt er und man spürt seine innerliche Rührung, diesen besonderen Moment am Elsterschloss nun mit seiner Tochter auch einmal erleben zu dürfen. Mit dem Hirschfelder Spielmannszug hat er schon mehrere Bekränzungen anderer „Kinder“ begleitet. Und er gibt zu: „Es ist auch Wehmut dabei. Nun weiß ich, dass wir sie nicht mehr lange zu Hause haben.“ Tochter Hanna möchte Lehrerin werden, wird bald zum Studium aufbrechen. Mutter Heike verfolgt an diesem Tag jeden Schritt der Tochter. „Wenn die Schulglocke zum letzten Mal für sie erklingt, ich finde diese Momente so ergreifend, könnte weinen. Aber es sind mehr Freudentränen, dass sie es geschafft hat. Und eben das Gefühl, loslassen zu müssen.“

Schulleiter Martin Goebel widmet den Müttern und Vätern in seiner Rede stets besonderen Raum: „Sind Sie, liebe Eltern, schon in Gedanken an die verflossene Kindheit Ihrer Sprösslinge versunken? Die Zeit ist jetzt da. Wenn nicht unmittelbar zum Abitur, dann aber bestimmt beim Verlassen der elterlichen Wohnung oder bei der Gründung der eigenen Familie Ihres Kindes. Geben Sie der Traurigkeit nicht zu viel Raum. Genießen Sie, was Sie gemeinsam mit Ihrem jetzt erwachsenen Kind in den letzten zwölf Jahren geleistet haben und was heute einen vorerst krönenden Abschluss findet.“

Und er sagt es gern: „Sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Familienangehörige! Nur mit Ihrem Engagement und Ihren Leistungen konnte die Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler zu im Leben stehenden, hochschulreifen Absolventen gelingen. Herzlichen Dank und meine Anerkennung dafür.“

Hanna ist inzwischen auf dem Gang durch die Stadt, als sie von ihren Gefühlen berichtet. „Es ist alles noch so unwahr. Sechs Jahre Schulzeit sollen vorbei sein und wir unseren eigenen Weg gehen. Diese Momente heute vergisst man sein Leben lang nicht mehr.“

Im Jahr 2012, so berichtet Schulleiter Martin Goebel über den Abiturjahrgang, „wechselten 111 Schülerinnen und Schüler in die siebenten Klassen unseres Gymnasiums. Erwähnenswert ist eine bis dahin und danach nicht da gewesene Besonderheit. Die Jungen waren überlegen – ich meine zahlenmäßig mit 57 zu 54. Wer bei der Zeugnisausgabe sorgfältig mitzählt, wird feststellen, dass diese Überlegenheit nicht behauptet werden konnte. Falls Sie nicht zählen möchten: 39 zu 35 für die Damen. Insgesamt erhalten etwa 30 Prozent der damaligen Siebtklässler heute nicht das Abiturzeugnis“.

Die meisten davon hatten nach Klasse 10 den Weg in eine Berufsausbildung gewählt.

Hanna Stange mit Chris Richter beim Gang durch die Stadt.
Hanna Stange mit Chris Richter beim Gang durch die Stadt. FOTO: LR / Frank Claus
Es waren mit Sicherheit Freudentränen, die da am Freitagnachmittag beim feierlichen Rundgang auf dem Schlosshof vom Himmel fielen.
Es waren mit Sicherheit Freudentränen, die da am Freitagnachmittag beim feierlichen Rundgang auf dem Schlosshof vom Himmel fielen. FOTO: Veit Rösler
Sie haben das Abitur mit der Traumnote 1,0 bestanden: Emilia Fromm, Paula Luise Jordan und Henriette Mrosk (v.l.).
Sie haben das Abitur mit der Traumnote 1,0 bestanden: Emilia Fromm, Paula Luise Jordan und Henriette Mrosk (v.l.). FOTO: LR / Veit Rösler
Bekränzung am Elsterschloss-Gymnasium FOTO: Veit Rösler