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Bekommt Elsterwerda doch einen neuen "Frank Neubert"?

Elsterwerda. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Stadt Elsterwerda und ein Weckruf zugleich: Elsterwerda benötigt einen Verantwortlichen für Stadtmarketing, um sich überregional besser ins Gespräch zu bringen. Das sagt Eckart Schmidtchen als Gewerbetreibender und Privatmann, wie er in der Einwohnerfragestunde der Elsterwerdaer Stadtverordnetenversammlung ausführt. Frank Claus

Nein, der Name fiel nicht. Aber alle Abgeordneten und die wiederum zahlreich vertretenen Einwohner der jüngsten Stadtverordnetenversammlung in Elsterwerda wussten, was Eckart Schmidtchen da fordert. Es ist nichts anderes, als einen "Frank Neubert" wiederzubeleben. Der war seinerzeit Wirtschaftsförderer der Stadt Elsterwerda und arbeitet in gleicher Position jetzt in Senftenberg. Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) hat diesen Posten nach seinem Amtsantritt mit der Begründung abgeschafft, für die Wirtschaftsförderung seien alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung und zuallererst die Führungsspitze zuständig.

Eckart Schmidtchen, der deutlich machte, dass die Forderung nach dieser Stelle seine persönliche Meinung und nicht die des Gewerbevereins sei - dort ist er Vorsitzender, "doch bei uns gehen einige mit meinem Vorstoß nicht mit" - wurde für eine Fragestunde außergewöhnlich viel Zeit gelassen, sich zu positionieren. Elsterwerda biete bei 8200 Einwohnern 3500 sozialversicherungspflichtige Jobs, habe 51 Vereine, eine gute Schullandschaft, eine gute medizinische Versorgung und liege an Knotenpunkten von Straßen und der Bahn. "Aber warum schaffen wir es nicht, mehr Stolz auf unsere Stadt zu entwickeln?", fragte er und glaubt, dass der Stadt eine Frau oder ein Mann fehlt, die/der sie nach dem Sprichwort "Klappern gehört zum Handwerk" bekannter macht.

Bürgermeister Dieter Herrchen bedankte sich für ein Plädoyer für die Stadt, das "wir so lange nicht gehört haben", der CDU-Abgeordnete Alfred Janko quittierte die Aussagen von Eckart Schmidtchen mit Beifall, und der AfD-Abgeordnete Andreas Franke fand den Vorstoß "sehr gut" und schob die Verantwortung in Richtung Stadtverwaltung, als er den Bürgermeister fragte, wie er sich positioniere und was er zu tun gedenke.

Darauf ließ sich das Stadtoberhaupt natürlich nicht ein. "Es ist ihre Entscheidung, wie wir verfahren. Denn am Ende des Tages geht es um die Finanzierung einer Personalstelle." Er schlug deshalb vor, sich in den Fraktionen und als Abgeordnete ausführlich dem Thema anzunehmen.

Ein neuerlicher Versuch der AfD, Eckart Schmidtchen für weitere Erläuterungen nochmals Rederecht einzuräumen, wehrte die Mehrheit der Abgeordneten ab. Das Thema sei erkannt. Nun müsse auch angesichts der Haushaltslage der Stadt geprüft werden, ob ein neuer "Frank Neubert" eine Chance in Elsterwerda hat.