Steffen Kulka, Bauüberwacher des Landesbetriebes Straßenwesen, Dezernat Bau Süd, spricht von einer mehrmonatigen Bauzeitverzögerung. Sie liege in Verantwortung des Auftragnehmers, der Strabag AG Senftenberg, und sei nicht absehbar gewesen. Noch im Frühjahr seien die Arbeiten ordentlich vorangekommen. Die Widerlager, die die neue Brücke über die Kleine Elster tragen sollen, sind auf beiden Seiten montiert.

Stillstand sei nun wegen ausbleibender Materiallieferungen für die Stahlverbundfertigteilträger eingetreten. "Die lässt der Auftragnehmer direkt in Wahrenbrück in der Firma Albrecht & Jäcker bauen. Und soweit ich informiert bin, ist der Stahl nun da und es kann in wenigen Tagen mit der Fertigung begonnen werden", berichtet Steffen Kulka vom aktuellen Stand. Derartige Lieferschwierigkeiten beim Stahl würden immer wieder mal den Fortgang der Arbeiten hemmen. Auch beim Bau der Brücke über die Schwarze Elster hatten solche Probleme für Bauverzug gesorgt.

Selbst wenn es nun weitergeht, warnt Kulka vor voreiligen Hoffnungen, dass sich damit auf der Brücken-Baustelle auch gleich wieder etwas bewege. Das dauere, denn die Herstellung der Fertigteile brauche ihre Zeit, auch technologische Pausen eingerechnet, in denen zum Beispiel Farbe oder später Beton richtig austrocknen müsse. Bevor die Teile vor Ort eingehoben werden könnten - Kulka hofft bestenfalls bis Mitte Oktober - müssten unter anderem Unmengen Stahl geschweißt, beschichtet sowie Betonflansche angearbeitet werden. Mindestens sechs Wochen sind für diese Arbeitsprozesse veranschlagt.

Der Bauüberwacher bleibt optimistisch und benennt ein ehrgeiziges Ziel: "Ende November, Anfang Dezember wollen wir bis auf Restarbeiten im Wesentlichen mit der Brücke fertig sein." Mit Blick auf die nun endlich beginnende Produktion der Brücken-Fertigteile bleibt die Vorgabe dennoch ein Stück Wunschdenken. Schließlich weiß keiner, wie sich im Oktober, November und Dezember die Temperaturen entwickeln. Auch wenn die Strabag versprochen hat, die Fertigstellung der Arbeiten zu beschleunigen, braucht es doch Temperaturen von mindestens fünf Grad Celsius, um insbesondere die beiderseitige Straßenanbindung herzustellen.

Bis dahin bittet Steffen Kulka im Auftrag des Landesstraßenbauamtes Kraftfahrer und andere Passanten sowie Anwohner um Verständnis für die andauernden Einschränkungen und Behinderungen im Zusammenhang mit dem verspäteten Brückenbau. "Der Verzug ist auch für uns als Bauherren ärgerlich, aber er war so nicht absehbar", bekräftigt er. "Nur gut, dass der Verkehr recht problemlos während der Bauzeit über die Behelfsbrücke rollen kann und auch die Ampelregelung zu keinen allzu großen Wartezeiten führt."