ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:49 Uhr

Bauen und Wohnen
Deutlich weniger Wohnungen im Elbe-Elster-Kreis gebaut

Das Wohnungsbaugeschehen im Landkreis Elbe-Elster war im Vorjahr deutlich gegenüber 2016 gesunken. Die IG Bau fordert von der Politik wesentlich bessere Rahmenbedingungen.
Das Wohnungsbaugeschehen im Landkreis Elbe-Elster war im Vorjahr deutlich gegenüber 2016 gesunken. Die IG Bau fordert von der Politik wesentlich bessere Rahmenbedingungen. FOTO: IG Bau
Elbe-Elster. Die Jahresbilanz 2017: Bauherren haben 36,8 Millionen Euro investiert. 91 Wohnungen sind neu entstanden.

Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: Im Landkreis Elbe-Elster sind im vergangenen Jahr 91 Neubauwohnungen entstanden – 75 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. 2017 wurden damit 73 Prozent weniger neue Wohnungen gebaut als noch im Jahr davor. Darauf weist das Verbändebündnis Wohnen hin, in dem sich die Baugewerkschaft IG BAU und die Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Das Bündnis beruft sich bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude vom Statistischen Bundesamt.

Insgesamt haben die Bauherren im Landkreis Elbe-Elster demnach im vergangenen Jahr 36,8 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn die Wohnraum-Offensive der Bundesregierung klappen soll“, sagt Lars Dieckmann (IG BAU) vom Verbändebündnis Wohnen.

Bundesweit seien im vergangenen Jahr nicht einmal 285 000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition von CDU/CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375 000 pro Jahr. „Das bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in Brandenburg noch bundesweit aus“, so der Regionalleiter der IG BAU in Brandenburg, Lars Dieckmann. Allerdings muss erwähnt werden, dass vor allem im ländlichen Raum mit kleinen Städten vor allem Plattenbauwohnungen leer stehen.

Auch das Wohneigentum in Elbe-Elster solle endlich wieder effektiv gefördert werden. „Es müssen sich wieder mehr Menschen  eigene vier Wände leisten können – vom Maurer bis zur Industriekauffrau. Handwerker, die Wohnungen bauen, sollten ebenso in der Lage sein, sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“, so das Bündnis Wohnen.

Wohneigentum sei eine wichtige Altersvorsorge. „Die eigenen vier Wände sind da und haben Bestand – unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt. Sie bieten die Sicherheit eines dauerhaften Daches über dem Kopf – ohne Angst vor Mieterhöhungen oder vor einer Kündigung“, sagt Lars Dieckmann.

An die Bundestagsabgeordneten appelliert das Wohn-Bündnis, dem Wohnungsbau jetzt die politische Kraft zu geben, die der Bau braucht. „Es kommt darauf an, dass sie in Berlin Farbe bekennen. Sie müssen sich für ein deutlich dickeres Baupaket im nächsten Bundeshaushalt stark machen, von dem dann auch die Menschen in Elbe-Elster mehr profitieren“, sagt Lars Dieckmann von der IG BAU. Die Kanzlerin habe angekündigt, sechs  Milliarden Euro für den Wohnungsbau bis 2021 bereitzustellen – also 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Tatsächlich benötigt würden aber mindestens vier Milliarden Euro jährlich.

Auch die geplante Förderung für den altersgerechten Umbau lasse jede Hoffnung auf einen Sanierungsschub für mehr Seniorenwohnungen gegen Null laufen. Aber gerade altersgerechte Wohnungen brauche auch der Landkreis Elbe-Elster.

Im Verbändebündnis Wohnen setzen sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau ein.

(mf)