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| 12:39 Uhr

Gewerkschaft meint
Bau-Boom soll bei Arbeitnehmern und Azubis ankommen

In der Baubranche brummen nach wie vor die Geschäfte. Die Gewerkschaft IG Bau fordert, dass davon mehr bei den Arbeitnehmern und Auszubildenden ankommt.
In der Baubranche brummen nach wie vor die Geschäfte. Die Gewerkschaft IG Bau fordert, dass davon mehr bei den Arbeitnehmern und Auszubildenden ankommt. FOTO: IG Bau
Elbe-Elster. Die Bauunternehmen im Landkreis Elbe-Elster suchen Nachwuchs – und zwar händeringend, so die Bau-Gewerkschaft. 72 unbesetzte Ausbildungsplätze seien derzeit bei der Arbeitsagentur gemeldet.

„Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden“, sagt Regina Grüneberg.

Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Südbrandenburg kritisiert: „Bauarbeitgeber begreifen immer noch nicht, dass es höchste Zeit wird, die Jobs auf dem Bau deutlich attraktiver zu machen. Das fängt bei der Lohntüte an. Und das hört dort auf, wo jungen Menschen die Perspektive von einer modernen Job-Zukunft auf der Baustelle gegeben werden muss.“

Ausdruck dafür sei das jüngste Scheitern der Bau-Tarifverhandlungen, bei der die IG BAU ein Lohn-Plus von sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert hat. Ebenso ein 13. Monatseinkommen für alle Bauarbeiter. „Für die Zukunft ist auch wichtig, dass alle Bauarbeiter die Anfahrt zur Baustelle bezahlt bekommen. Ebenso, dass die Arbeitgeber alle Ausbildungskosten übernehmen. Dazu gehört beispielsweise auch, dass der Ausbildungsbetrieb die Fahrten zur Berufsschule bezahlt. Der Bau muss den Azubis einfach mehr bieten“, fordert Regina Grüneberg. Darüber hinaus will die Bau-Gewerkschaft einen gleichen Bau-Lohn in Ost und West durchsetzen.

„Wir haben einen Bau-Boom. Und die Betriebe im Landkreis Elbe-Elster haben volle Auftragsbücher. Viele wissen nicht, woher sie die Leute nehmen sollen, um die Arbeit zu erledigen. Trotzdem haben die Arbeitgeber nur ein beschämend dürftiges Angebot auf den Tisch gelegt“, sagt Regina Grüneberg zu den aktuellen Tarifverhandlungen.

(mf)