Sind die Züge auf der Bahnstrecke bei Plessa jahrzehntelang über im Gleisbett unentdeckte Weltkriegsgranaten und -munition gerollt? Diese Frage ist berechtigt. Schließlich hatte es im Raum Plessa während der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges noch heftige Kämpfe zwischen SS-Soldaten und der Roten Armee gegeben. Es starben viele Zivilisten und Militärangehörige. Beträchtlich waren die Sachschäden.
Während der inzwischen beendeten Bauarbeiten der Bahn am Gleisbett bei Plessa gab es die Befürchtung, dass dort Munition liegen könnte. Wie berichtet, waren zwischen dem Kilometer 116,6 und 117,5 insgesamt 17 Munitionsverdachtspunkte ausgemacht worden. Der Kampfmittelräumdienst musste gerufen werden.

Arbeiten am Gleis bei Plessa planmäßig beendet

Bei den folgenden Sondierungen, so teilt die Deutsche Bahn AG auf Nachfrage mit, sei keine Munition gefunden worden. Die Bauarbeiten an den Gleisanlagen im Raum Plessa konnten in der Folge planmäßig Anfang August beendet werden, heißt es weiter. Bereits zuvor war der gesperrte Bahnübergang in der Bahnhofstraße in Plessa wieder geöffnet worden.
Der Streckenabschnitt bei Plessa ist Teil der 233 Kilometer langen Niederschlesischen Magistrale zwischen Węgliniec (Kohlfurt) in Polen und Roßlau. Die Strecke zwischen Kohlfurt und Falkenberg/Elster war am 1. Juni 1874 von der Oberlausitzer Eisenbahn-Gesellschaft in Betrieb genommen worden. Im Jahr darauf wurde die Lücke bis Wittenberg geschlossen. Die Magistrale ist insbesondere für die Wirtschaft eine wichtige Ost-West-Verbindung.