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| 14:50 Uhr

Der Verkehrsfreigabe entgegen
Zweite Umfahrung von Bad Liebenwerda auf der Zielgeraden

Die B 183-Ortsumfahrung von Bad Liebenwerda ist ein viele Kilometer langer und gewaltiger Damm quer durch die flache Landschaft. Damit die Böschungen durch Niederschläge keinen Schaden nehmen, müssen sie mit großem Aufwand gesichert werden. Dies erfolgt maschinell, aber auch von Hand.
Die B 183-Ortsumfahrung von Bad Liebenwerda ist ein viele Kilometer langer und gewaltiger Damm quer durch die flache Landschaft. Damit die Böschungen durch Niederschläge keinen Schaden nehmen, müssen sie mit großem Aufwand gesichert werden. Dies erfolgt maschinell, aber auch von Hand. FOTO: LR / Manfred Feller
Bad Liebenwerda. Der Termin wackelt nicht: Das neue Teilstück der B 183 südlich von Bad Liebenwerda erhält im Juli seine Deckschicht. Von Manfred Feller

Es ist oft abenteuerlich, wie Brummifahrer ihre langen Gefährte auf den engen Innenstadtstraßen um den Lubwartturm und durch die Kurven des Roßmarktes in Bad Liebenwerda steuern. Aufgrund der Enge und des zeitweise starken Verkehrsaufkommens grenzt es an ein Wunder, dass es dort nicht fast täglich kracht.

Doch diese für die Kurstadt seit Jahrzehnten unerträgliche Situation hat die längste Zeit gedauert. Denn auf der zweiten Ortsumfahrung südlich der Stadt, der B 183 von und nach Torgau, sind die abschließenden Arbeiten weit vorangekommen. „Im Juli kommt die Asphaltdeckschicht drauf. Bauseitig sind wir dann Ende September/Anfang Oktober komplett fertig - so wie wir es immer gesagt haben“, versichert Bauüberwacher Volker Fuhrmann.

Ob die Straße dann sofort freigegeben werden kann oder ob ein offizieller Termin nach dem Zeitplan eines Ministers gesucht wird, sei Sache des Bauherrn Landesbetrieb Straßenwesen. Mit einem namhaften Besuch und der Schere in der Hand für den Banddurchschnitt wird auf jeden Fall gerechnet. Schließlich hat der Bund am Ende rund 30 Millionen Euro für den Bau der 5,2 Kilometer langen Kurstadt-Umfahrung ausgegeben.

Von den vorher abbiegenden Kraftfahrern unbemerkt, herrschte und herrscht hier und da immer noch reges Bautreiben an verschiedenen Punkten. Auf der weit spannenden Brücke über die Schwarze Elster, die durch die Spezialleistung Freiverbau entstanden ist, wurden zuletzt die Kappen betoniert. Dieses Bauwerk ist nach Auskunft von Volker Fuhrmann aus Gründen des Naturschutzes so gewaltig geworden. „Die Schwarze Elster unterliegt einem besonderen ökologischen Schutz. Deren Uferbereiche durften baulich nicht angegriffen werden“, erläutert der Fachmann. Also wurde im großen Bogen darüber gebaut. „Auf dem flachen Land ist dies ein seltenes Bauwerk“, bemerkt er weiter.

Ein hoher Aufwand muss auch zur Sicherung der mächtigen Böschungen betrieben werden. Nicht Faschinen (Reisigbündel quer zum Hang), sondern Erosionsschutzmatten aus einem Strohgeflecht werden in sagenhafter Quadratmeterzahl verlegt. Den Abschluss bilden Oberboden und ein Gemisch aus Stroh, Dünger und Samen als Grasansaat.

Die letzten Umfahrungsbaulose beinhalten die Beschilderung und das Montieren der Fahrzeugrückhaltesysteme (Schutzplanken).

Der Fachmann ist zufrieden und der Laie wundert sich: Musste so ein mächtiger Straßendamm in die Landschaft gestellt werden? „Die Bahnquerung und die Brücke über die Schwarze Elster haben das generelle Höhenniveau vorgegeben“, erläutert Volker Fuhrmann. Die Alternative wäre eine Berg- und Talbahn.

Und sicher steht der schwere Damm hoffentlich auch? Unter der Trasse und den Bauwerken sei der Boden bis zu einer Tiefe von 4,50 Metern ab Geländeoberkante ausgetauscht worden. Dies sei notwendig gewesen, weil in der Elsterniederung viel organisches Material liegt. „Die Torfschicht fließt unter der dynamischen Fahrzeugbelastung regelrecht weg und die Straße sackt ab“, erklärt der Bauüberwacher und verweist auf das Problemstück der Ostseeautobahn. Bei der Planung der Ortsumfahrung Plessa/Elsterwerda sei der Torf ebenfalls zu beachten.

Sachsen in Brandenburg: Die Kappen für die Brücke über die Schwarze Elster betoniert das große Bauunternehmen Hentschke aus Bautzen.
Sachsen in Brandenburg: Die Kappen für die Brücke über die Schwarze Elster betoniert das große Bauunternehmen Hentschke aus Bautzen. FOTO: LR / Manfred Feller