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Bargeldzahlungen versprochen

Elsterwerda.. Den Gewinn von Geld und wertvollen Sachgegenständen verspricht eine in den Niederlanden ansässige Firma in Briefen, die dieser Tage auch mehrere Elsterwerdaer Haushalte erhielten. Karsten Bär

Gegen eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 39,90 Euro, zahlbar an das im niederländischen Amstelveen ansässige Unternehmen „Xpress Priority“ , wird die Auszahlung einer Prämie in Höhe von 7300 Euro oder eines gleichwertigen Sachgegenstandes wie Computer oder Schmuck versprochen - zumindest erweckt der Brief zunächst diesen Eindruck.
Wer angesichts dieser „traumhaften“ Versprechungen noch nicht misstrauisch geworden ist, sollte dies spätestens beim Lesen des „Kleingedruckten“ werden - umständlich formuliert sowie eng und zudem in leseunfreundlichen Großbuchstaben gedruckt, braucht der Leser schon ein Weilchen, um diesen Teil des Briefes überhaupt zu verstehen. Und letztlich stellt sich heraus, dass die Prämie gar keine Prämie ist, sondern ein Artikel, den es zu kaufen gilt. Dieser Artikel ist zudem bereits vorher festgelegt worden. Laut „Verkaufs- und Lieferbedingungen“ sind die Artikel nicht Preise oder Geschenke. Es handelt sich dabei um ein Warenangebot, kein Preisausschreiben, keine Ziehung und keinen Wettbewerb. „Wer die Verwaltungsgebühr einzahle und sein Formular ausfülle, kaufe den - nicht näher bezeichneten - Artikel und erhalte diesen auch, versprechen die Verkaufsbedingungen.“
Verbraucherschutzorganisationen warnen immer wieder vor angeblichen Gewinnschreiben, die oft nur der Abzocke der benachrichtigten Empfänger dienen.
Um den psychischen Druck zu erhöhen, werden den Schreiben jetzt zum Teil sogar vorgeblich private Briefe beigefügt, wie die Verbraucherschutzzentrale Rheinland-Pfalz jüngst mitteilte. Am besten sei es jedoch, die Gewinnbenachrichtigungen sofort in den Müll zu werfen.
Das Unternehmen „Xpress Priority“ , das offenbar hinter den jetzt in Elsterwerda aufgetauchten Gewinnversprechungen steckt, operiert übrigens weltweit.