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Bald neue Teststrecken

Ein intensiver Holz- und Leimgeruch strömt einem entgegen, wenn man die Räume der Modellbauer im Keller des zukünftigen Biehlaer Grundschulzentrum betritt. Überall riecht es nach Arbeit. Da wird gebastelt, geklebt, gesägt und gebaut. Doch viele Kinder sind es nicht, die sich am Nachmittag eingefunden haben, um ihrem Hobby zu frönen. Von Kornelia Noack

Der Umzug des Vereins vom Gebäudekomplex der Elstermode nach Biehla verursachte eine Menge Knatsch unter den Modellbauern. Und tatsächlich kamen anfangs weniger Schüler. Elf der ungefähr 40 Mitglieder drohten im November letzten Jahres wegen der Personal-Unklarheiten und des Umzugs mit ihrem Austritt, vier sind den Schritt wirklich gegangen. Heute zählt der Verein etwa 35 junge Modellbauer, Tendenz steigend.
„Vor allem ältere Schüler haben den Verein verlassen. Man kann es ihnen aber auch nicht verübeln. Doch durch den direkten Anschluss an das Grundschulzentrum haben wir vor allem viele jüngere Bastler hinzu gewonnen, die nach der Schule für ein paar Stunden vorbeikommen“ , sagt Steffen Schnurpfeil. Der 49-Jährige, von Beruf gelernter Modellbauer, betreut die Bastler seit Dezember als ABM-Beschäftigter.
Die Abholbereitschaft der Eltern ist da natürlich gefordert, denn das Grundschulzentrum liegt nicht unbedingt zentral. Es läßt sich nicht leugnen, dass der neue Standort für alle, die der Grundschulzeit entwachsen sind, mit Fahraufwand verbunden ist. Da sind die Modellbauer, die in Biehla wohnen, klar im Vorteil.
Unterstützung in seiner Arbeit erhält Schnurpfeil vom ehemaligen Leiter Thomas Strauß, der zur Freude der langjährigen Mitglieder immer mal wieder vorbeischaut und auf Honorarbasis auf jeden Fall bis zum Jahresende dabei sein wird.
Schnurpfeil selbst wird bis August bleiben, wer danach kommt, ist noch ungewiss. „Eigentlich ist es für die Kinder eine Zumutung, wenn sie sich jedes Jahr aufs Neue an einen anderen Menschen gewöhnen müssen. Doch die Entscheidung wird bei der Stadt gefällt“ , bedauert er diese Personalpolitik.
Entspannt ist dagegen die Atmosphäre in den Räumen. Die jungen Bastler bitten Schnurpfeil, ihre Werke an der elektrischen Säge zu bearbeiten oder sie beim Leimen der Schiffsmodelle zu unterstützen. Die Kinder kommen gut mit ihm zurecht und auch er hat Spaß an der Beschäftigung mit den Schülern.
Die Modellbau-Räume stehen an allen Wochentagen nachmittags für die Bastler offen, in verschiedenen Gruppen wird dann an Schiffen, Segelflugzeugen, Rennautos und natürlich Modelleisenbahnen gebaut. Gut möglich, dass man sich da mal in die Quere kommt, denn platzmäßig hat man sich nach dem Umzug verschlechtert. Hatte man vorher zwei große Räume mit insgesamt 200 Quadratmetern, stehen nun drei kleinere Räume mit einer Gesamtfläche von 150 Quadratmetern zur Verfügung. Einer davon dient fast ausschließlich als Lagerplatz für die verschiedenen Modellkästen. Doch Thomas Strauß sieht darin kein Pro blem: „Wir kommen in den neuen Räumen gut zurecht.“
Eines dürfte alle Modellbauer besonders freuen. Im Zuge der Restaurationsarbeiten des zukünftigen Grundschulzentrums wird das vorhandene Becken auf dem Schulareal umgebaut, so dass die jungen Bastler ihre Modellschiffe dann auch gleich mal testen können. Außerdem soll eine kleine Teerstrecke entstehen, auf der die gebauten Rennautos probegefahren werden dürfen.
Stimmen
Florian Ott (11) aus Elsterwerda, 5. Klasse: „Ich bin schon zwei bis drei Jahre dabei - eigentlich, seit es das Zentrum gibt. Meine Lieblingsmodelle sind Eisenbahnen. Der Umzug und, dass Herr Strauß nicht mehr der Leiter ist, ist schon schade, aber man hat es verkraftet.“
Florian Katzendobler (10) aus Biehla, 4. Klasse: „Ich bin dabei, seit der Club hier in unserer Schule ist. Am liebsten baue ich mit an der Eisenbahn. Das macht Spaß.“
Manuel Graf (10) aus Saathain, 4. Klasse: „Ich bin erst ein paar Mal hier gewesen, und es gefällt mir sehr gut. Mein erstes Stück war ein Albatros, den ich mit einer Laubsäge gemacht habe. Gar nicht so einfach, aber ich habe es geschafft. Zu Hause baue ich mit meinem Papa viel an Modell-Eisenbahnen.“
Hans Dietrich (14) aus Biehla, 8. Klasse: „Ich wusste gar nicht, dass es das Zentrum gibt. Ich habe privat schon immer ein bisschen gebaut. Seit einem Monat bin ich regelmäßig hier, weil ich auch gleich um die Ecke wohne. Im Moment arbeite ich am Schiff „San Remo“ . Es gefällt mir gut hier und mit Herrn Schnurpfeil komme ich auch gut zurecht.“
Carsten Gärtner (14) aus Biehla, 8. Klasse: „Ich bin durch Hans auf den Modellbauclub aufmerksam geworden. Privat habe ich noch nichts gebaut. Aber es macht Spaß, im Moment fertige ich hauptsächlich Laubsägearbeiten an. Mal sehen, was noch kommt.“

Hintergrund Infos zum Zentrum
  Modellbauarbeiten werden von Montag bis Freitag zwischen 14 und 17 Uhr im Keller der Grundschule in Biehla durchgeführt.
Der monatlicher Mitgliedsbeitrag beträgt für Schüler bis zur 6. Klasse 10 Euro, ab der 7. Klasse 15 Euro.
Programm: Montags wird vor allem an Schiffsmodellen gearbeitet, dienstags an Segelflugzeugen. Rennautos und Schiffe stehen am Mittwoch im Mittelpunkt. Donnerstags und freitags kommen Modelleisenbahner auf ihre Kosten.
Informationen sind wochentags zwischen 14 und 17 Uhr unter der Tel. 0174 1042599 erhältlich.