ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:30 Uhr

Brenitz/Hohenleipisch
Brenitzer Bahnbrücke eröffnet — Endspurt nahe Hohenleipisch

Um 12 Uhr wurde am Mittwoch das Absperrband unter anderem von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU, Bildmitte) und Vertretern der Bahn sowie des Landesbetrieb Straßenwesen zerschnitten.
Um 12 Uhr wurde am Mittwoch das Absperrband unter anderem von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU, Bildmitte) und Vertretern der Bahn sowie des Landesbetrieb Straßenwesen zerschnitten. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Brenitz/Hohenleipisch . Eine Freigabe nach der nächsten und nur ein Ziel: Am 10. Dezember muss es rollen. Von Daniel Friedrich und Frank Claus

Nur noch gut fünf Wochen, dann rollen auch auf dem 73 Kilometer langen Abschnitt zwischen Baruth und Hohenleipisch auf der dann fast komplett erneuerten Bahnstrecke Berlin-Dresden wieder die Züge. Weil es ab dem 10. Dezember dort keine beschrankten Bahnübergänge mehr geben darf, werden nun Schritt für Schritt die nötigen Unter- und Überführungen fertiggestellt.

Im Sonnewalder Ortsteil Brenitz ist am Mittwochmittag die neue Brücke über die Bahnstrecke eröffnet und für den Verkehr freigegeben worden. Das gut sechs Meter hohe Bauwerk kostete laut Deutscher Bahn rund 4,4 Millionen Euro. Die Summe teilen sich jeweils zu einem Drittel Bund, Bahn und das Land Brandenburg. „Zu dem Bauprojekt gehört auch eine rund 800 Meter lange Fahrbahn, die den Verkehr nun in Omega-Form über die Brücke führt“, erklärte Michael Blume, Teilprojektleiter der DB Netz AG für den Streckenabschnitt Walddrehna-Hohenleipisch. Der Bahnübergang sei damit ein Stück nach Norden, außerhalb des Ortes, gewandert. Hierzu musste die Bahn teilweise private Grundstücke erwerben und Entschädigungen leisten.

Gewünscht hatten sich viele Brenitzer auch eine Ortsumfahrung für ihr Dorf. „Das hätte man im Zuge dieses Jahrhundertprojektes gut machen können. Nur fehlt dazu der Stadt leider das Geld“, kritisiert der Sonnewalder Stadtverordnete Dirk Lutz, der selbst in Brenitz wohnt. Zudem seien die Bewohner, die nah an der Bahnstrecke leben, noch nicht mit den Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn an ihren Häusern zufrieden. „Wenn hier ab 2019 die Schnellzüge mit 200 km/h vorbei sausen, wird es deutlich lauter als bisher“, malt sich Dirk Lutz die Zukunft aus. Als Ausgleich hätten einige Häuser nur schalldichte Fenster und Lüftungsanlagen bekommen. Hier könne man zu gegebener Zeit nachjustieren, kündigte eine Vertreterin der Deutschen Bahn am Mittwoch an. Zudem würde in den kommenden Wochen mit der Bepflanzung begonnen. Bäume und Sträucher zwischen Straße und Schiene sollen unter anderem als Windfänger dienen.

Mit der Übergabe der Brücke an den zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen hat auch der alte ebenerdige Bahnübergang endgültig ausgedient. Er wurde, kurz nachdem die ersten Autos über die neue Brücke gefahren sind, unwiderruflich geschlossen. „Wenn ich mit dem Traktor nun in den Wald will, muss ich immer über die neue Brücke. Daran muss man sich erstmal gewöhnen“, meinte eine Brenitzerin und zeigte sich zugleich erfreut, dass die Baustelle am Ortsrand nun bald ein Ende hat.

Endspurt ist unterdessen an der neuen Schienenüberführung, wie die Bahn fachlich korrekt die Bauwerke nennt, die über die Gleise führen, zwischen Hohenleipisch und Gorden angesagt. Mit 25 Metern lichter Weite gehört diese Brücke zu den größten im Ausbaustück zwischen Baruth und Hohenleipisch. Der in den Tagen des Baubeginns gewaltig wirkende Damm, fast zwölf Meter hoch, dürfte an Wuchtigkeit verlieren, wenn der jetzt noch in Nutzung befindliche Tunnel abgebrochen und das Gelände links und rechts verfüllt ist. Die Strabag-Männer haben kräftig rangeklotzt. In ihrer geschwungenen Form ist die Brücke ein Hingucker geworden. Erst im August waren die Stahlbetonträger auf die Widerlager gehoben worden, nun soll ab nächste Woche der Verkehr ungehindert rollen. In Hohenleipisch, Gorden und Staupitz sieht man das indes mit gemischten Gefühlen. Bislang zwang der in der Durchfahrtshöhe beschränkte Tunnel größere Lkw und Reisebusse zu Umwegen. Das ist vorbei. Ab 8. November gibt es keine Beschränkungen mehr.

Die neue Brücke  zwischen Hohenleipisch und Gorden gehört zu den  größten Bauwerken im Abschnitt zwischen Baruth und Hohenleipisch.
Die neue Brücke zwischen Hohenleipisch und Gorden gehört zu den größten Bauwerken im Abschnitt zwischen Baruth und Hohenleipisch. FOTO: Frank Claus / LR