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| 11:58 Uhr

Gesehen in Haida und Biehla
Zwei Bahnübergänge, einer spinnt

Gefühlt seit einer Ewigkeit ist der modernisierte Bahnübergang in Elsterwerda- Biehla eine ruhende Baustelle. Ein separater Fuß-/Radweg ist gesperrt.
Gefühlt seit einer Ewigkeit ist der modernisierte Bahnübergang in Elsterwerda- Biehla eine ruhende Baustelle. Ein separater Fuß-/Radweg ist gesperrt. FOTO: LR / Manfred Feller
Haida/Elsterwerda. Während an dem Bahnübergang in Biehla mal gebaut wird oder auch nicht, passiert in Haida Merkwürdig-Gefährliches. Von Manfred Feller

Nur der Umsicht der Lokführer und der Kraftfahrer ist es zu verdanken, dass es auf dem Bahnübergang in Haida noch nicht gekracht hat. Denn mal funktioniert die Schrankenanlage über Wochen und Monate und mal in kurzen Abständen nicht. Die größten Probleme mit der modernen Technik scheint es bei Eiseskälte im Winter und bei Sommerhitze zu geben. So hat es Monika Tillig als Anliegerin des Bahnüberganges seit Jahren beobachtet.

„Entweder die Schranken bleiben im geschlossenen Zustand, ohne dass ein Zug kommt, oder das rote Licht leuchtet und der Bahnübergang wird durch die Balken nicht geschlossen“, sagt sie. Vor wenigen Wochen wurde sie Augenzeugin dieser Situation: „Der Zugführer blieb etwa 200 Meter vor dem Bahnübergang stehen und wusste nicht, wie er handeln sollte. Dadurch hatte ich Zeit, um mein Handy zu holen und beiliegende Bilder (siehe unten) zu machen. Auch das ständige Hupen der Züge beim Nichtfunktionieren der Schrankenanlage nervt mit der Zeit. Mitte dieses Jahres schützte man die Regeltechnik, wie auf dem einen Bild zu erkennen ist, mit einem Regenschirm.“

Gefahrenstufe Rot am Bahnübergang in Haida: Das Signal leuchtet, aber die Schranken bleiben oben. Der Lokführer ist ratlos und wartet.
Gefahrenstufe Rot am Bahnübergang in Haida: Das Signal leuchtet, aber die Schranken bleiben oben. Der Lokführer ist ratlos und wartet. FOTO: Monika Tillig

Ihr Mann habe schon so manch einem Verunsicherten geholfen, der vor dem blinkenden Rotlicht bei offenen Schranken eine Ewigkeit gestanden hatte. Darunter waren Postfrau und Pflegedienst, die es eigentlich eilig haben. Es dauere bis zu einer halben Stunde, ehe ein Mitarbeiter der Bahn vor Ort erscheine.

In der ersten Antwort der Bahn-Pressestelle an die Redaktion heißt es noch, dass die Schrankenanlagen der Deutschen Bahn „eine hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit“ aufweisen sowie Störungen selbst erkennen und melden. Zweimal im Jahr erfolgen Wartung und Inspektion – vom Eisenbahn-Bundesamt überwacht.

Technik, die begeistert: Ein Regenschirm schützte vor der Hitze.
Technik, die begeistert: Ein Regenschirm schützte vor der Hitze. FOTO: Monika Tillig

In der zweiten Antwort werden die Ausfälle dann bestätigt. Diese seien vor allem im Sommer aufgetreten. Nicht nur Monika Tillig hofft, dass die offensichtlich anfällige Technik grundlegend auf Vordermann gebracht wird, wie seit Jahren versprochen. „Wahrscheinlich ist die Bahn an einer optimalen Lösung nicht interessiert, da hinter dem Übergang ja nur wenige Mitbürger von Haida leben“, vermutet die Anwohnerin. Die Bahn entgegnet: „Im Rahmen der aktuellen Investitionsplanung der DB Netz AG ist geplant, die Anlage im Jahr 2020 vollständig zu erneuern.“ Das ist doch ein Wort!

Anders der unfertige Bahnübergang in Biehla (Foto oben). Dieser funktioniert, aber es wird seit Jahren meistens nicht fertiggebaut. Einseitig ist der Fuß-/Radweg mit der Extraschranke seit langer Zeit gesperrt. An der Stadt Elsterwerda liegt es laut Bauamtsleiter Uwe Schaefer nicht. Sie habe ihre Rechnungen bei der Bahn bezahlt. Die ursprünglich geplante Bauzeit sei längst verstrichen. Vermutet wird, dass unter dem Gehweg Leitungen liegen, die mit dem Rückbau der Stellwerke zu tun haben. Die Antwort der Bahn steht aus.