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| 01:41 Uhr

Bahn bremst Tunnel in Elsterwerda aus

Der Ausbau des Bahnhofes Elsterwerda ist für die Bahn gegenwärtig nicht vordringliches Thema. Foto: Mathea
Der Ausbau des Bahnhofes Elsterwerda ist für die Bahn gegenwärtig nicht vordringliches Thema. Foto: Mathea FOTO: Mathea
Elsterwerda. Die Stadt Elsterwerda muss ihre Hoffnungen auf einen Tunnel in Verlängerung der Bahnhofstraße in Richtung Wohngebiet West weiter begraben. Für die Bahn hat der Ausbau der freien Strecke zwischen Berlin und Dresden Vorrang. Im Jahr 2014 wird dafür der Abschnitt zwischen Wünsdorf und Elsterwerda vollgesperrt. Von Frank Claus

Der Ausbau zwischen Berlin und Elsterwerda auf eine Geschwindigkeit von 200 Kilometer pro Stunde (km/h) wird zuerst auf den zusammenhängenden, etwa 80 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Wünsdorf und Elsterwerda konzentriert. Dafür habe der Bahnvorstand grünes Licht gegeben, so Bahnsprecher Gisbert Gahler. Die Entwurfsplanung werde dafür noch in diesem Jahr abgeschlossen, um danach das erforderliche Planrechtsverfahren einzuleiten. Für den Streckenausbau werde der Abschnitt zwischen Wünsdorf und Elsterwerda im Jahresfahrplan 2014 voll gesperrt. Dazu, so Gahler, werden für 20 Bahnübergänge niveaufreie Lösungen in Form von Straßenüberführungen beziehungsweise Eisenbahnüberführungen (Straßen- oder Fußgängertunnel) hergestellt. Die Bahnanlagen werden auf eine Geschwindigkeit von 200 km/h ertüchtigt.

Der Bereich Doberlug-Kirchhain verbleibe bei einer Ausbaustufe von 140 km/h und der Abschnitt zwischen Hohenleipisch und Elsterwerda werde aus wirtschaftlichen Erwägungen unter Einbeziehung des neuen Kreuzungsbauwerks Elsterwerda-Biehla auf 160 km/h ausgebaut. Dieses Teilstück soll im Fahrplan 2015 zuerst für 160 km/h und nach Abschluss aller Prüf- und Genehmigungsverfahren ab Dezember 2015 mit 200 km/h in Betrieb genommen werden. Die Fahrzeit der EC/IC-Züge zwischen Elsterwerda und Berlin soll mit dem Streckenausbau nur noch rund eine Stunde betragen.

Für den Ausbau des Bahnhofes Elsterwerda liege eine Vorplanung vor. Wann gebaut werde, stehe momentan nicht fest. Sicher sei, so Gahler, dass die Bahnanlagen "auch zukünftig einen Verkehrshalt von Fernzügen ermöglichen. Welche das sein werden, hänge von den Trassenbestellungen beziehungsweise Angebotskonzepten ab. Erst im Ergebnis weiterführender Planungen sei auch "eine Entscheidung über einen möglichen Tunnel" in der Stadt zu erwarten.

Die Fahrtzeit von ICE/EC/IC-Zügen zwischen Berlin und Dresden soll ab Dezember 2015 rund 95 Minuten betragen. Mit der Komplettierung des Ausbaus der noch verbleibenden Streckenabschnitte, so des Lückenschlusses zwischen Südkreuz und Blankenfelde, solle eine Fahrzeit von etwa 70 Minuten zwischen Berlin und Dresden erreicht werden.