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Bäume müssen Elb-Deichsanierung weichen

In Mühlberg wird in den kommenden Tagen der nächste Abschnitt Damm saniert. Dafür mussten viele Pappeln und Kirschbäume weichen.
In Mühlberg wird in den kommenden Tagen der nächste Abschnitt Damm saniert. Dafür mussten viele Pappeln und Kirschbäume weichen. FOTO: Karl
Mühlberg. In Mühlberg sollen am Schlossteich bald die Arbeiten am nächsten Deichabschnitt beginnen. Auch für andere Schwachpunkte, auch auf sächsischer Seite, sind die Planungen im Gange. Corinna Karl

. In wenigen Wochen wird in Mühlberg der nächste Deichabschnitt saniert. Eine Bauanlaufberatung zwischen Landesumweltamt, Planern und der Stadt gab es bereits. Vorarbeiten, das Fällen einiger Pappeln und Kirschbäume, das Umsiedeln von Eidechsen und das Anbringen von Nistkästen, sind bereits erfolgt. Nun soll der Abschnitt auf einer Länge von etwa 700 Metern (landseitig, 800 Meter wasserseitig) für geplante 850 000 Euro instand gesetzt werden. Thomas Frey vom Landesumweltamt: "Dazu wird der Oberboden von den Böschungen lagenweise abgetragen und die Erweiterung des Deichkörpers landseitig aufgesetzt. Ebenfalls landseitig wird die ‚Alte L 66' rückgebaut, die Böschung auf eine hochwasserbewährte Neigung von 1:3 gebracht und ein neuer Deichverteidigungsweg hergestellt."

Am landseitigen Deichfuß würde ein Entlastungsgraben angelegt, der bis unter die vorhandenen bindigen Schichten führe. Frey: "Dabei wird das alte, bindige Erdreich an dafür vorgesehene Stellen entnommen und durch eine Filterschicht, also Kies, ersetzt. Durch diesen Graben wird bei einem künftigen Hochwasser der Auftriebsdruck des Wassers auf den Deich reduziert. Der Deich wird standsicherer."

Auch die wasserseitige Böschung wird angepasst, eine mindestens fünf Meter breite Berme, ein Absatz am Damm, hergestellt. Frey: "Die vorhandene Krone bleibt erhalten. Zusätzlich wird ein Dichtungskern eingebunden und der Radweg neu profiliert." Im Zuge der Sanierung sei es außerdem notwendig, eine Trinkwasserdruckrohrleitung und ein Telekommunikations-Kabel umzuverlegen.

Schadstellen ausbessern

Der Sorgendeich während des Junihochwassers 2013 bei Borschütz soll offenbar noch in diesem Jahr repariert werden. "Bereits nach dem Hochwasser 2002 wurden in diesem Bereich umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt. Daher kann das Planverfahren für die anstehenden Sofortmaßnahmen zur Beseitigung der während des Hochwassers 2013 aufgetretenen lokalen Schadstellen und Wühltierschäden verkürzt und voraussichtlich noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden. Zudem wird auch hier ein Deichverteidigungsweg angelegt", sagt er. Auch zwischen Gaitzsch und Stehla sollen Schäden an Sickerwasserstellen und jene durch Wühltiere auf gesamter Länge beseitigt werden. Frey: "Dafür werden derzeit die Planungsunterlagen erarbeitet. Aller Voraussicht nach können diese Arbeiten ebenfalls in diesem Jahr beginnen."

Abwarten an Alter Elbe

Die Situation an der Alten Elbe ist dagegen offen. Zwar gehört der Abschnitt, der direkt an die Altstadt Mühlbergs grenzt, zum planfestgestellten Teilobjekt 3, das nach und nach abgearbeitet wird. Dennoch werden in nächster Zeit keine Arbeiten beginnen. "Die Instandsetzung der Hochwasserschutzanlage an der Alten Elbe ist mit der Bereitstellung enormer finanzieller Mittel, mindestens acht Millionen Euro, verbunden. Diese stehen derzeit noch nicht zur Verfügung. Dieser Bereich wurde auch nicht mit ‚höchster Priorität' gekennzeichnet, da sich hier die Schadstellen aus dem Hochwasser 2013 in Grenzen hielten", sagt LUGV-Pressereferent Frey.

Blick über die Grenze

Über der Elbe sollen bis 2016 die sächsischen Deichabschnitte instand gesetzt werden. "Das ist eher eine grundhafte Sanierung als eine einfache Reparatur. Für die Zukunft ist in diesem Bereich aber im Rahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms auch die Errichtung eines Polders vorgesehen, wobei hier zunächst ein umfassendes öffentliches Planfeststellungsverfahren durchzuführen ist", sagt Frank Meyer vom Sächsischen Umweltministerium. Die Planunterlagen für den Neubau des Polders Außig seien in der Endbearbeitung, sollen noch im ersten Halbjahr 2014 der Genehmigungsbehörde vorgelegt werden. Für Instandsetzung und Schadensbeseitigung hat Sachsen für diese Stelle vier Millionen Euro eingeplant. Belastbare Kostenangaben für den Polder gebe es noch nicht.

Derzeit laufen Abstimmungen zwischen Sachsen und Brandenburg über geplante Vorzugsvarianten und Maßnahmen am Deich, der noch zu brandenburgischen Gebiet gehört. "Für die Beplanung der Hochwasserschutzanlagen der brandenburgischen Exklave sind Abstimmungen erforderlich. Sowohl die Straßen- als auch die Deichbaumaßnahmen tangieren sächsisches und brandenburgisches Gebiet", so Frey. Das Land lasse derzeit Planungsunterlagen für die Instandsetzung der Deichanlagen auf brandenburgischem Gebiet erarbeiten. Frey: "Der Zeitpunkt der baulichen Umsetzung ist insbesondere abhängig vom Verlauf des Planfeststellungsverfahrens."