Die drei Verbände aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg - für den Brandenburgischen Kurorte- und Bäderverband unterschrieb Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter als dessen Vorsitzender die Vereinbarung - sind im bundesweiten Vergleich keine Marktführer, das ist den Akteuren wohl bewusst. Dennoch wolle man die Chancen nutzen, die sich aus den aktuellen Veränderungen ergeben: Während Kurbäder früher an einem Angebotsmarkt agierten und ihre Gäste per Verschreibung der Sozialversicherungsträger erhielten, bestimme heute die Nachfrage nach individuellen und unverwechselbaren Angeboten den Markt, so Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes. Verbunden sei dies mit der wachsenden Bereitschaft der Gäste, für gesundheitsfördernde Angebote selbst zu zahlen. Durch die engere Zusammenarbeit der drei Verbände wolle man auch die einzelnen Kurorte und Heilbäder bei der Weiterentwicklung ihres gesundheitstouristischen Profils zielgenauer unterstützen - und dabei auch die Unverwechselbarkeit der einzelnen Kurorte sicherstellen. "Wir wollen gemeinsame Ziele verfolgen, nicht Strukturgleichheit herstellen", erklärt Prof. Resch.

Gemeinsame Fortbildungen und Erfahrungsaustausche soll es dem Vertrag zufolge ebenso geben wie gemeinsame Anstrengungen zur Erweiterung der wissenschaftlichen Grundlagen zu gesundheitsrelevanten Themen. Und natürlich spielt auch das Marketing eine zentrale Rolle: Wenn ein Verband eine Messe besucht, soll er dort ganz selbstverständlich auch für die anderen beiden Partner werben. "Das vervielfacht unsere bisherigen Marketingaktivitäten", betont Prof. Resch.

Einen detaillierten und feststehenden Maßnahmenplan für die künftige Kooperation gebe es derzeit noch nicht, daran würde aber aktuell gearbeitet, erklärt Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter. "Unser Brandenburgischer Kurorte- und Bäderverband hat dazu ein Fachgremium gebildet, das konkrete Ansätze für die verbandsübergreifende Zusammenarbeit bestimmen soll." Zudem verweist er auch auf die gemeinsamen Anstrengungen zur Interessenvertretung. So habe man sich bereits gegen die geplante Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Saunen ausgesprochen.

An der Eigenständigkeit der drei Landesverbände werde man trotz der engeren Kooperation festhalten, um weiterhin im jeweiligen Bundesland förderfähig zu bleiben. "Die bisherigen Strukturen in den Ländern werden aufrecht erhalten", versichert Thomas Richter. Was im Fall des Brandenburgischen Kurorte- und Bäderverbandes sogar eine personelle Erweiterung beinhaltet: Die Verbandsgeschäftsstelle, die im Haus des Gastes in Bad Liebenwerda ansässig ist, wird ab Januar 2015 von einem hauptamtlichen Geschäftsführer geleitet.