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| 19:04 Uhr

Trauer in Bad Liebenwerda
Egon Schindel 66-jährig gestorben

Im Jahr 2003 führen Egon Schindel (Mitte) und Mineralquellen-Geschäftsführer Horst Kuhl (l.)  den damaligen Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (2.v.l.) und ehemaligen Landrat Klaus Richter durch die erweiterte Produktionsstätte samt Lagerhalle.
Im Jahr 2003 führen Egon Schindel (Mitte) und Mineralquellen-Geschäftsführer Horst Kuhl (l.) den damaligen Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (2.v.l.) und ehemaligen Landrat Klaus Richter durch die erweiterte Produktionsstätte samt Lagerhalle. FOTO: Veit Rösler
Ebersberg-Weyers/Bad Liebenwerda. Trauer um Begründer der Rhönsprudel-Gruppe und Ehrenbürger der Stadt Bad Liebenwerda.

Egon Schindel, Firmenbegründer der RhönSprudel-Gruppe, zu der auch Bad Liebenwerdas Mineralquellen GmbH gehört, Ehrenbürger von Bad Liebenwerda und einstiges Mitglied der Gemeindevertretung in seinem Heimatort Ebersburg (Hessen) lebt nicht mehr.

In einer Mitteilung hat die RhönSprudel-Gruppe am Dienstag den Tod ihres Gründers Egon Schindel bekanntgegeben. Der Unternehmer, der als Enkel von Phillip Schindel das Familienunternehmen von 1989 bis 2012 in dritter Generation leitete, verstarb am 23. September im Alter von 66 Jahren. Er hinterlässt seine Ehefrau Gabriele sowie seinen Sohn Christian und seine Tochter Natalie.

Egon Schindel leitete der Mitteilung zufolge bis vor sechs Jahren den 1911 gegründeten MineralBrunnen RhönSprudel mit Sitz in Ebersburg-Weyhers. Den habe er „mit Weitsicht in den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung durch zahlreiche Unternehmensübernahmen zur RhönSprudel-Gruppe“ ausgebaut. Bereits im Jahr 2012 übergab der Visionär den Vorsitz des Unternehmens an seinen Sohn Christian Schindel.

Der Name Egon Schindels bleibt untrennbar mit Bad Liebenwerda verbunden. Gleich nach der Wende gab es erste Kontakte in die Kurstadt. Bereits am 6. Dezember 1990 hat Egon Schindel gemeinsam mit Horst Kuhl den damaligen VEB Getränke gekauft. Schon ein Jahr später begannen die Bauarbeiten am neuen Firmensitz im heutigen Brunnenpark. Am 1. August des gleichen Jahres liefen die ersten Mineralwasserflaschen vom Band. Mineralwasser aus Bad Liebenwerda wurde fortan zu einem der Aushängeschilder der Stadt. 

Egon Schindel, so ist der Mitteilung der Unternehmensgruppe zu entnehmen, machte sich unter anderem als Erfinder der ersten fertig gemischten Apfelschorle einen Namen in der Branche. 1994, fünf Jahre nach der Geschäftsübernahme von seinem Vater Ernst Schindel, erweiterte der traditionsbewusste Familienvater das Produktsortiment sukzessive um verschiedenste Fruchtsaftschorlen. Eine Expertise, die den MineralBrunnen RhönSprudel bis heute auszeichne und neben dem Mineralwassergeschäft zu einem führenden Anbieter mit zahlreichen Auszeichnungen in diesem Bereich verholfen habe.

Ein weiterer Verdienst seiner Tätigkeit für das Familienunternehmen sei der Ausbau des MineralBrunnen RhönSprudel zur RhönSprudel-Gruppe gewesen.

Die RhönSprudel Gruppe, die heute zu den Top 10 der deutschen Markenbrunnen zählt und zu der neben dem MineralBrunnen RhönSprudel und der Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH auch die Unternehmen Spreequell MineralBrunnen GmbH und Bauer Fruchtsaft GmbH gehören, ist heute nach Unternehmensangaben ein überregional agierendes Unternehmen und beschäftigt etwa 600 Mitarbeiter an drei Standorten.

Am 14. Mai 2004 erhielt Egon Schindel die Ehrenbürgerschaft der Stadt Bad Liebenwerda für seine unternehmerischen Aktivitäten, welche der Stadt weitere Bekanntheit und Arbeitsplätze brachten. Bis 2013 war er zudem Mitglied in der Gemeindevertretung der Gemeinde Ebersburg. Sein soziales Engagement bewies er durch lokale und regionale Projekte. Für den Verband Deutscher Mineralbrunnen war er bis 2014 als Vorstandsmitglied tätig.

Überraschung für Egon Schindel (l.) im Jahr 2004: Der damalige Bürgermeister Horst Große ernennt ihn zum Ehrenbürger Bad Liebenwerdas.
Überraschung für Egon Schindel (l.) im Jahr 2004: Der damalige Bürgermeister Horst Große ernennt ihn zum Ehrenbürger Bad Liebenwerdas. FOTO: Veit Rösler