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| 17:36 Uhr

Bad Liebenwerda setzt Schwerpunkte der Stadtentwicklung
Im Tresor ist noch ganz viel Platz

 Infrastrukturministerin Kathrin Schneider besucht das Grundschulzentrum Bad Liebenwerda und lässt sich Belüftungsanlage und Akustikdecken zeigen
Infrastrukturministerin Kathrin Schneider besucht das Grundschulzentrum Bad Liebenwerda und lässt sich Belüftungsanlage und Akustikdecken zeigen FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Erste Beratung im künftigen Sitz der Verbandsgemeinde Liebenwerda – und das gleich mit Ministerin. Bad Liebenwerda hat die Chance genutzt, die Vorhaben der nächsten Jahre darzustellen. Von Frank Claus

Die Verbandsgemeinde Liebenwerda, bestehend aus den Städten Bad Liebenwerda, Falkenberg, Uebigau-Wahrenbrück und Mühlberg, ist beschlossene Sache. Ab dem 1. Januar 2020 gibt es sie offiziell.

„Höchste Zeit, der neuen Struktur auch einen Ort zu geben“, sagt Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) bei ihrem Besuch am Donnerstag in der Kurstadt. Für die Stadt erklärt Bürgermeister Thomas Richter (CDU), dass die Vorbereitungen längst auf Hochtouren laufen würden. Ein geschickter Schachzug, dass die Beratung genau dort stattfindet, wo künftig die Steuerzentrale der Verbandsgemeinde angesiedelt werden soll - im ehemaligen AOK-Gebäude im Südring. Das Gebäude ist in einem hervorragenden Zustand und dennoch werden nach jetzigen Schätzungen etwa 1,6 Millionen Euro nötig sein, um es als Verwaltungsstandort fit zu machen. Das Einzeldenkmal im Stil des Art Decó (um 1930) kann und soll in seiner äußeren Form wenig verändert werden.

Das Haus ist den älteren Generationen als Sitz der Sozialversicherung, Rentenstelle, Hauptsitz des damaligen Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) und der Freien Deutschen Jugend (FDJ) bestens bekannt. Nun sollen dort der Verbandsgemeindebürgermeister und das Hauptamt Einzug halten. Gegenwärtig, so Marina Jahre vom Sachgebiet Stadtsanierung, laufe die Auswertung des öffentlichen Teilnamewettbewerbes, um das Büro zu ermitteln, das den Planungsauftrag erhält. Im dritten Quartal des nächsten Jahres sollen die Umbaumaßnahmen beginnen, ein Jahr später soll Einzug gefeiert werden.

Die Zusammenlegung und Konzentration der einzelnen Verwaltungsbereiche sei jetzt eine der Hauptaufgaben. „Die Kämmerei“, so der Bürgermeister, „wird die erste Abteilung sein, die gemeinsam am Standort der alten Volksschule arbeiten wird.“

 Nichts drin im Tresor: Susann Kirst, Koordinatorin der Verbandsgemeinde, führt durch den künftigen Verwaltungssitz. Ob der Tresor wieder befüllt wird?
Nichts drin im Tresor: Susann Kirst, Koordinatorin der Verbandsgemeinde, führt durch den künftigen Verwaltungssitz. Ob der Tresor wieder befüllt wird? FOTO: LR / Frank Claus

Susann Kirst, Koordinatorin der Verbandsgemeindebildung, rennt bei der Infrastrukturministerin offene Türen ein, als sie berichtet, dass die Herrichtung des Standortes auch besonders unter energetischen Gesichtspunkten verfolgt werde. „Wir können uns Synergien mit dem Grundschulzentrum und vielleicht sogar mit der kreislichen Einrichtung Straßenverkehrsamt gut vorstellen.“

Ministerin Kathrin Schneider informiert sich über die Anwendung der entsprechenden Fördermitteltöpfe und hörte aus Bad Liebenwerda viel Lob. Das seien gute Instrumente, heißt es.

Susann Kirst informiert auch über die Schwerpunkte der Stadtentwicklung. Dabei entwickelten sich Innenstadt und Dichterviertel äußerst erfolgreich. Im Zentrum habe die Nachnutzung des Bahnhofsgebäudes, die Revitalisierung der Bahnhofstraße (momentan das Sorgenkind) und der Schlossstraße Priorität. Zudem gelte es, die Verkehrsströme nach Freigabe der Ortsumfahrung neu zu lenken.

Starke Faktoren seien zudem die umfangreich vorhandenen medizinischen Einrichtungen, die Dienstleistungsangebote, der örtliche Einzelhandel und die in der Innenstadt vorhandenen Einkaufsmärkte. Der Rösselpark platze aus den Nähten.

     Fast mondän: der Treppenaufgang ins ehemalige Verwaltungsgebäude der AOK im Südring. Nun wird das Haus politisches Zentrum.
Fast mondän: der Treppenaufgang ins ehemalige Verwaltungsgebäude der AOK im Südring. Nun wird das Haus politisches Zentrum. FOTO: LR / Frank Claus

Wichtiger Standortfaktor sei das Grundschulzentrum, in das bis jetzt fast sechs Millionen Euro investiert worden seien. Die Ministerin besichtigt die neue Belüftungsanlage und die Akustikdecken. Weitere vier Millionen Euro werden nötig sein, um die „Restarbeiten“ von Fassade bis Foyergestaltung zu realisieren.

Im Dichterviertel sei mit dem Neubau der Oberschule und der Seniorenwohnstätte mit Tagespflege ein Schub gegeben. Nunmehr solle aus dem Regenbogenhaus mittels Neubau ein Mehrgenerationenhaus entstehen. Dass auch der Rewe-Einkaufsmarkt nach modernsten Gesichtspunkten neu gebaut werde (“die Planungen laufen auf Hochtouren“ – Stadtplaner Peter Lange) erhöhe die Lebensqualität. Vor allem die Haus- und Grundbesitzgesellschaft mbH, zu einhundert Prozent städtische Tochter, sorge mit umfangreichen Investitionen in den Wohnungsbestand dafür, dass Angebote für alle Generationen geschaffen würden.