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| 02:47 Uhr

Bad Liebenwerda oder Thalberg?

Wie weiter mit der Reiss-Oberschule in Bad Liebenwerda? Gegenwärtig werden Varianten sehr sachlich abgewogen.
Wie weiter mit der Reiss-Oberschule in Bad Liebenwerda? Gegenwärtig werden Varianten sehr sachlich abgewogen. FOTO: M. Claus/mcl1
Bad Liebenwerda. Bad Liebenwerda ohne Oberschule – in der Kurstadt ist das nicht denkbar. Im Zuge der Debatten im Bildungsausschuss des Kreises wird auch Überlegungen, die Schule in Thalberg zu aktivieren, eine Abfuhr erteilt. Frank Claus

Die Oberschule "Robert Reiss" in Bad Liebenwerda befindet sich seit dem Jahr 2010 in kreislicher Trägerschaft. Sie ist stark sanierungsbedürftig. Abgeordnete des Kreistages beraten jetzt über eine Sanierung oder einen Neubau direkt hinter dem jetzigen Gebäude. Ein vom Gebäudemanagement des Landkreises erarbeiteter Variantenvergleich stellt einer Sanierungssumme von rund 5,29 Millionen Euro zwei Neubauvarianten in Höhe von 7,18 beziehungsweise 6,47 Millionen Euro gegenüber.

Im Bildungsausschuss ist die Verwaltung aufgefordert worden, auch den leergezogenen Schulstandort in Thalberg noch einmal zu überprüfen. Amtsleiterin Marlis Eilitz hält die Forderung der Abgeordneten für völlig legitim - "wir hätten sie vorher schon stärker einbeziehen sollen", Sie warnt aber: Diese Schule ist zu klein, der Anbau total marode. Ciro Scherff vom Gebäudemanagement verweist darauf, dass nach vorsichtigen Schätzungen eine knappe Million Euro nötig sein dürfte, um die seit zehn Jahren leer stehende Schule überhaupt erst einmal wieder in Betrieb nehmen zu können. Dann hätte man jedoch immer noch eine alte Schule, in die jährlich viel Geld gepumpt werden müsste.

Bad Liebenwerdas Hauptamtsleiterin Bärbel Ziehlke findet es gut, dass die Abgeordneten noch einmal genau abwägen, macht aber deutlich, dass sich die Kurstadt-Abgeordneten eine weiterführende Schule außerhalb Bad Liebenwerdas nicht vorstellen können. Inzwischen ist das wohl auch ein Imagefaktor.

Deshalb hätten sich die Volksvertreter auch einmütig zum Vertrag mit dem Landkreis bekannt, der die Übernahme des Schulvermögens durch die Kurstadt für den Fall vorsieht, dass das Gebäude nicht mehr als Schule benötigt wird. "Damit bekennt sich Bad Liebenwerda auch zur finanziellen Verantwortung", so Bärbel Ziehlke. Inzwischen sei ein weiteres Arbeitsgespräch mit dem Kreis vereinbart worden.

Prognosen zufolge könnte es im Jahr 2030 nur noch 30 Schüler pro Klassenstufe in Bad Liebenwerda geben. Nach jetzigen Regelungen in Brandenburg könnten damit zwei Klassen gebildet werden, die geforderte Zweizügigkeit bliebe also gewährleistet.

Bad Liebenwerda hat mit seinen Ortsteilen in den zurückliegenden Jahren bereits einen schmerzhaften Schrumpfungsprozess mit mehreren Schulschließungen - unter anderem des Echtermeyer-Gymnasiums, das 16 Jahre existierte - durchmachen müssen. Bürgermeister Thomas Richter (CDU) hatte deshalb mehrfach deutlich gemacht, dass die Stadt jetzt eine Schulstruktur erreicht habe, die unbedingt erhalten werden müsse.

Eine Sanierung der Schule in diesem Umfang bei laufendem Schulbetrieb sei ebenso kritisch wie eine kurzzeitige "Versetzung" der Schüler an Standorte nach Falkenberg und Elsterwerda. "Das ist für eine Schule tödlich", hatte der Abgeordnete Karl-Ulrich Hennecke, selbst langjähriger Schulleiter, eingeräumt.