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| 18:00 Uhr

Bad Liebenwerda zu fast 100 % LED
Licht an! Und trotzdem gespart

Nicht nur im Bad Liebenwerdaer Stadtzentrum (Foto) wurde kräftig investiert, sondern auch in den Ortsteilen.
Nicht nur im Bad Liebenwerdaer Stadtzentrum (Foto) wurde kräftig investiert, sondern auch in den Ortsteilen. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Bad Liebenwerda hat 96,4 Prozent aller Leuchtpunkte im Stadtgebiet auf LED umgerüstet. Von Frank Claus

Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Rabimmel, rabammel, rabum – wer kennt es nicht, das Kinderlied. Auch wenn es da wohl um die kerzenbeflammte Laterne geht – in Bad Liebenwerda und in den Ortsteilen der Stadt muss auch so niemand mehr im Dunkeln nach Hause tapsen. Der Kurstadt ist nämlich schon lange ein Licht aufgegangen. Die „Leuchte“, die mit Argusaugen jeden sich bietenden Fördertopf abgegriffen hat, ist Steffen Rostin, im Rathaus verantwortlich für Tiefbau und damit auch für die Lichtmasten samt Leuchten zuständig.

Der Herr über das Licht weiß es ganz genau: „Wir haben exakt 1738 Leuchten in der Kurstadt und in ihren Ortsteilen.“ Darüber führt er akribisch Buch. Zu jedem Lichtmast gibt es eine Rubrik im Computer, unter der von der Errichtung bis zu Wartungs- und Kontrollintervallen alles aufgeführt ist.

Steffen Rostin hat sich dieser Tage die Hände gerieben: „Wir sind fast durch.“ Er meint damit die Umstellung auf energieeffizientes LED-Licht (LED = light-emitting diode ‚lichtemittierende Diode‘). Im Herbst 2016 ist die große Lichtoffensive gestartet worden. Stand heute sind von den insgesamt 1738 Leuchtpunkten 96,4 Prozent auf LED umgerüstet.

Herkömmlich erhellen noch die Straßenleuchten in Kosilenzien und Langenrieth die Dunkelheit. Das sind insgesamt 60 Leuchtpunkte, die nach erfolgtem Rückkauf der Straßenbeleuchtungsanlagen vom Energieversorger enviaM in diesem Frühjahr umgebaut werden sollen. Dann sind es sage und schreibe nur noch zwei Leuchten alter Bauart. „Das sind zwei in der Torgauer Straße in Bad Liebenwerda. Die wollen wir erst umbauen, wenn wir dort im Jahr 2019 das letzte Stück des grundhaften Ausbaus realisieren“, so der Tiefbauer Steffen Rostin. Insgesamt 261 000 Euro sind so seit 2016 investiert worden. Zwischen 2013 und 2015 wurden schon 619 Leuchtpunkte umgerüstet, teilweise mit Unterstützung von enviaM oder unter Zuhilfenahme von Mitteln aus dem  Fördertopf Sanierungsgebiet.

Bad Liebenwerda ist dabei ein großer Coup gelungen, denn für die Investitionen sind dank der Ausnutzung von Bundes- und Landesprogrammen zur Energieeinsparung die Kosten zu fast 100 Prozent erstattet worden.

Die ersten Zahlen liegen bereits vor. Von September 2016 bis zum September 2017 sind 97 500 Kilowattstunden Strom eingespart worden. Damit verbleiben etwa 24 000 Euro im Stadtsäckel. Einen weiteren großen Sprung gibt es in der Septemberabrechnung dieses Jahres. Dann wirken sich erst die jüngsten Investitionen aus.

Die Ersparnis ist für Steffen Rostin allerdings nur die eine Seite. „Erst der langfristige Effekt, also die längere Haltbarkeit der Anlagen und Leuchten, werden richtig bemerkbar“, ist er überzeugt. Der geringere Stromverbrauch habe auch dazu geführt, dass in einigen Bereichen das Licht nun länger angelassen werden könne. Mit dem LED-Licht im Vergleich zum vorherigen orangefarbenen Licht der Natriumdampflampen hätten sich die Einwohner inzwischen sehr wohl angefreundet.

Steffen Rostin zeigt auch einige Beispiele auf. An besonderen Schwerpunkten wie an Kreuzungen und vor Schranken  seien bislang 70 bis 100 Watt-Leuchten zum Einsatz gekommen. „Da verwenden wir jetzt 27-Watt-LED-Licht.“ Bis zu sechs Meter Leuchtpunkthöhe kommen 24-Watt-LED zu Einsatz, vorher waren es 70-Watt-Leuchten.

Bis zu 4,50 Meter Leuchtenhöhe, etwa in Wohngebietsstraßen und Parks, werden jetzt 19-Watt-Lechten eingesetzt. Vorher waren es dort Lampen mit 50- bis 70-Watt Leistung.

Lamp post in the sky
Lamp post in the sky FOTO: ruksil / fotolia