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Bad Liebenwerda erstattet Anzeige

Immer wieder ein Problem: illegal abgelagerter Müll.
Immer wieder ein Problem: illegal abgelagerter Müll. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Illegale Müllablagerungen in der Kurstadt sorgen für Entsorgungskosten und behindern in Zeischa die Entwicklung eines künftigen Wohnungsbaustandortes. Frank Claus

Es ist immer das ähnliche Bild: Bauschutt, Haushalts- und Gartenabfälle und mitunter auch Gewerbemüll. Der Stadtverwaltung Bad Liebenwerda platzt jetzt der Kragen. Sie hat gegenüber der Abfallbehörde des Landkreises Elbe-Elster Anzeige erstattet.

In Zeischa sind im geplanten Baugebiet Hasenwinkel/Bahnhofstraße etwa 85 Kubikmeter illegal abgelagerter Müll ermittelt worden. Ein eingeholter Kostenvoranschlag weist Entsorgungskosten von mindestens 3500 Euro vor.

In Bad Liebenwerda sind in Verbindung mit dem Baugebiet Bergstraße und der Waldbewirtschaftung an der Bergstraße und am Waldstadion ebenfalls erhebliche Mengen illegal abgelagerten Mülls festgestellt worden. Dabei ist vor allem das Gebiet hinter der Wohnbebauung an der Bergstraße bis hin zum Franzosengrab und zum ehemaligen Wasserturm betroffen. In allen Fällen ist der Müll auf städtischem Grund abgelagert worden.

Den Bad Liebenwerdaer Stadtverordneten hat der Leiter Finanzen und Kommunalservice, Gerd Engelmann, eine umfangreiche Fotodokumentation vorgelegt. Die Abgeordneten forderten einhellig, alles zu tun, um die Verursacher ausfindig zu machen, zumal ein Großteil des abgelagerten Mülls auch kostenfrei oder kostenverträglich über den Abfallentsorgungsverband und seine Wertstoffhöfe zu entsorgen gewesen wären.

In Elsterwerda kämpft Bauhofleiter Andreas Glas auch immer wieder mit dem Problem, wobei er eine Steigerung der Mengen nicht erkennen könne. Er habe beobachtet, dass erstaunlicherweise in den Wintermonaten die häufigsten Meldungen über illegale Ablagerungen kommen. Dabei handele es sich oft um ausgeschlachtete Fernsehgeräte, Computer und Reifen. Die Verursacher könnten zumeist nicht gefunden werden, sodass der Bauhof die Entsorgung übernehme.

Wie Landkreis-Pressesprecher Torsten Hoffgaard erläutert, gebe es zwar keinen Anstieg illegaler Müllablagerungen, aber dennoch müsse die Abfallwirtschaftsbehörde mehrfach wöchentlich diesbezüglich Hinweise und Anzeigen entgegennehmen. Dabei handele es sich zum einen um Hausmüll (Sperrmüll wie Fernseher, Möbel, Waschmaschinen und Ähnliches), der illegal entsorgt wird. Zum anderen geht es um gewerblichen Abfall (Altreifen und Granulat; Siebreste, Altholz, Bauabbruch; mineralische Abfälle; Bauschutt).

Üblicherweise würden Müllablagerungen zumeist fotografisch dokumentiert und dann in der Behörde eingereicht. In den meisten Fällen würde es Vor-Ort-Termine geben, um Art und Umfang der abgelagerten Menge genauer zu inspizieren und Hinweise zum Verursacher zu finden. Dies gestalte sich sehr oft schwierig. Würde der Verursacher gefunden, droht neben der kostenpflichtigen Ordnungsverfügung zur Beseitigung der Abfälle noch ein Bußgeld nach Paragraf 69 Kreislaufwirtschaftsgesetz in Höhe bis zu 100 000 Euro. In vielen Fällen bleibt jedoch der Grundstückseigentümer der Dumme. Wird kein Verursacher gefunden, wird er aufgefordert, den illegalen Müll zu beseitigen.