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| 18:54 Uhr

Emotionale Post aus Berlin
Bad Liebenwerda – ein Chapeau!

Nach Bad Liebenwerda? Da müssen wir auch mal hin! – das legt die RUNDSCHAU diesen beiden Damen des Figurentheaters Ernst Heiter und Theater Maskotte  einfach mal in den Mund. Mit ihrem Stück „Zwei Damen – eine Absicht“ gastieren sie beim Puppentheaterfestival in Doberlug-Kirchhain.
Nach Bad Liebenwerda? Da müssen wir auch mal hin! – das legt die RUNDSCHAU diesen beiden Damen des Figurentheaters Ernst Heiter und Theater Maskotte  einfach mal in den Mund. Mit ihrem Stück „Zwei Damen – eine Absicht“ gastieren sie beim Puppentheaterfestival in Doberlug-Kirchhain. FOTO: LR / Pressestelle Landkreis Elbe-Elst
Bad Liebenwerda. Wie das Wandermarionettenmuseum und das Puppentheaterfestival Kreise ziehen. Von Frank Claus

Ein herzliches Dankeschön und Hut ab  – Chapeau! Briefe, die so beginnen, flattern Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski nun auch nicht jeden Tag auf den Tisch. Aus Berlin hat er einen solchen bekommen.

„Wie wunderbar zum Anfassen, Erleben, Mitmachen, Inspirieren, Träumen, Erinnern, Erholen, Lernen ist da ein lebendiges, offenes, „über Regionales“ ausstrahlendes, überraschendes Theater-Museum mit, um, für zum Leben erweckbare Puppen und vor allem kleine und große, alte und junge Menschen und alle dazwischen, so wie bei Ihnen!“ Dass es in den Zeilen um das Mitteldeutsche Wandermarionettentheater in Bad Liebenwerda geht, haben Sie, liebe Leser, sicher längst bemerkt. Der Schreiber des Briefes ist ein kunstinteressierter Berliner, der nach eigenen Angaben Mitglied im Freunde- und Förderverein des Naturkundemuseums ist, in Potsdam-Babelsberg und Speyer Studien betrieben hat und der von sich selbst sagt, „feine Kleinode noch erkennen und wertschätzen zu können.“ Sein Name ist Ulf Sven Gladrow und nach Bad Liebenwerda hat ihn ein Reha-Aufenthalt geführt.

Emotional, bildhaft beschreibt er seine erste Bekanntschaft mit dem Museum und seinen Mitarbeitern am Fuße des Lubwartturms: „Ich schaute neugierig, mehr so nebenbei durch die Tür. Und wurde regelrecht auf angenehmste Weise hinein- und angezogen. Was für eine Einladung, Überraschung, passende Begrüßung, ein Willkommenheißen?! Auf Anhieb fühlte ich mich wohl, meine Stimmung hellte sich auf.“ Zum langen „geschichtsimplizierenden Namen“, so schreibt er, gehöre ohne Übertreibung der Zusatz „Erlebnis“. Schon der Eingangsbereich habe ihn fasziniert: „Da zwinkern einen umgehend die wohlsortierten und tollen Kasperlepuppen an, fordern zum Anfassen, Spielen, und wer mag, gar zum Mitnehmen auf, jede einzeln, nicht im Gruppenzwang, ganz unkompliziert. Selbst Fledermäuse und Ritter fehlen nicht, fein beobachtet von Luther und Abrafaxen. (..) Ein ,Prosit’ mit dem ,Kasperwein’! Darauf muss man kommen!“ Er lobt die freundlichen Mitarbeiter und schreibt angesichts des vielfach Greifbaren überzeugt: „Wenn Digital 2.0 ... 4.0 ... gelingen soll, dann bestimmt nicht ohne Analog 2.0!“

Was für ein Lob für den Landkreis, für die Macher des Mitteldeutschen Wandermarionettenmuseums, für all jene, die es mit Leben füllen. Was für ein Schub gerade jetzt, wo dem Kasper eine eigene Ausstellung gewidmet werden soll. Welche Bestätigung auch für die Abgeordneten des Landkreises, die dem Museum in Bad Liebenwerda und dem gesamten Museumsverbund aufgeschlossen gegenüber stehen. Und was für eine Motivation für die Puppenspieler, die ab Freitag, 14. September, bei 69 Veranstaltungen mit Herzblut eine Kunst am Leben erhalten, die seit mehreren hundert Jahren das Lebensgefühl der Menschen vermittelt hat und es immer noch vermitteln will.

Lassen wir noch einmal Ulf Sven Gladrow zu Wort kommen: „Dass es vom 14. bis 23. September im Landkreis Elbe-Elster sogar ein Internationales Puppentheaterfestival gibt, mithin bereits das 20., lässt bei mir Wehmut aufkommen. Pardon! Meine Reha ist beendet. Vielleicht klappt es später …“