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| 06:19 Uhr

36 Firmen mit 500 Produkten verbindet die Dachmarke
Das Regionalsiegel Elbe-Elster wird zur Marke

 Nur eine klitzekleine Auswahl von kulinarischen Delikatessen aus Elbe-Elster – präsentiert inmitten der blühenden Heide im Naturpark.
Nur eine klitzekleine Auswahl von kulinarischen Delikatessen aus Elbe-Elster – präsentiert inmitten der blühenden Heide im Naturpark. FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Lecker schmecken – das allein reicht nicht. Das Regionalsiegel Elbe-Elster wird immer bekannter: 36 Firmen tragen es und haben fast 500 Produkte im Katalog. Von Frank Claus

Endlich was, was richtig funzt. Mit dem Regionalsiegel Elbe-Elster scheint eine Dachmarke gefunden, unter der sich viele  Firmen aufgehoben fühlen. Immerhin 36 sind es jetzt und etwa 500 Produkte führen sie im gemeinsamen Katalog. Grund genug für den Projektträger, die Regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster, kurz vor Auslaufen der Förderung Bilanz zu ziehen. Gemacht wurde dies am Mittwoch auf überzeugende Weise  mit Besuchen in teilnehmenden Betrieben und einem großen Regionalbuffet inmitten der wunderschön blühenden Heide des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft.

Was ist das Regionalsiegel? Dieses Projekt wird durch das Modellvorhaben Land(auf)Schwung gefördert. Die Regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist einer von vielen Projektträgern im Landkreis Elbe-Elster. Es stehen ausschließlich Mittel vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Verfügung. Dieses Projekt läuft in einem Förderzeitraum von Juni 2018 bis Dezember 2019. Insgesamt stehen der Wirtschaftsförderung dafür 168 680 Euro Fördermittel zur Verfügung.

Die Sicht der Projektmacher: Jens Zwanzig, Geschäftsführer der Regionalen Wirtschaftsförderung: „Es ist uns gelungen, regionale Akteure, die bislang mehr oder weniger für sich allein gearbeitet und sich vermarktet haben, zu vernetzen. Für mich sind nicht in allererster Linie die Produkte entscheidend. In diesem Netzwerk arbeiten Frauen und Männer, die mit Leib und Seele für Regionalprodukte stehen. Das beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue.“

Chance auf weitere Förderung? Michael Stübgen, CDU-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium: „Land(auf)Schwung ist eines jener Modell- und Demonstrationsvorhaben, mit denen getestet wird, ob auf diese Weise sinnvoll etwas angeschoben werden kann. Ohne, dass sofort auf Rendite geguckt werden muss. Nachteil dieser Programme: Sie währen meist nur drei Jahre. Ich werde mich dafür einsetzen, hier Möglichkeiten zu prüfen, weiter zu unterstützen.“

Welche Erfahrungen sammeln die Siegelträger? Matthias Weiland von der gleichnamigen Fleischerei in Doberlug-Kirchhain: „Das Siegel hat mir zehn bis 15 Prozent mehr Umsatz gebracht. Ich glaube, wir stehen da ganz am Anfang. Die Kunden fragen immer stärker nach regional erzeugten Produkten. Ich habe zudem eine enorme Absatzzunahme im Wildverkauf.“ Und was wünscht er sich? „Konstanz. Jetzt nicht einfach wieder aufhören. Weitermachen. Was wir brauchen ist Marketing, Marketing, Marketing. Wir müssen Wege im Landkreis finden, das gemeinsam zu finanzieren.“

 Echter Regionalsiegel-Botschafter: Matthias Weiland von der Fleischerei in Doberlug-Kirchhain.
Echter Regionalsiegel-Botschafter: Matthias Weiland von der Fleischerei in Doberlug-Kirchhain. FOTO: LR / Frank Claus

Paul E. Höppner, Gerber in Doberlug-Kirchhain, hat die Rundfahrt-Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, von IHK und Tourismus wohl am meisten überrascht. Wer hätte schon gewusst, dass in Doberlug Straußenleder – nach Krokodilleder das zweitteuerste Leder auf der Welt – gegerbt wird? „Ich habe in diesem Jahr bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits die Menge des Vorjahres abgesetzt“, sagt er. Das Regionalsiegel solle ihm helfen, nun auch in Elbe-Elster bekannter zu werden. „Überregional kennt man uns, aber in unser Werksgeschäft könnten durchaus noch mehr Leute von hier kommen.“

 Gerber Paul E. Höppner aus Doberlug-Kirchhain mit Straußenleder. Wegen seiner Noppen ist es das zweitteuerste Leder der Welt.
Gerber Paul E. Höppner aus Doberlug-Kirchhain mit Straußenleder. Wegen seiner Noppen ist es das zweitteuerste Leder der Welt. FOTO: LR / Frank Claus

Mathias Schellack von der Alpakafarm in Hohenbucko nutzt die Busfahrt, um sein Unternehmen vorzustellen. Kennen Sie zum Beispiel die Seelenwärmer? Das sind Einlegesohlen aus Alpakawolle, die „gehen wie Schmidts Katze“. Die besondere Wolle der Alpakas sorge dafür, dass der, der diese Sohlen in den Schuhen trägt, keine schweißigen Füße bekommt. Und auch die Pullover (jetzt sogar mit Fotostrick nach Wunsch produzierbar), Handschuhe und Socken  aus Alpakawolle seien ein Renner. „Auf der Hanse-Sail bin ich mehrfach angesprochen worden, weil ich unterm Elbe-Elster-Regionalsiegel-Banner meinen Stand aufgebaut habe.“

 Bei dieser Brotvielfalt der Bäckerei Daniela und Stefan Dorn aus Wahrenbrück isst das Auge mit.
Bei dieser Brotvielfalt der Bäckerei Daniela und Stefan Dorn aus Wahrenbrück isst das Auge mit. FOTO: LR / Frank Claus

Elbe-Elster – einfach lecker. Die nächste Party mit einem Regionalbuffett ausrichten? Wie das gehen kann, haben Bäcker, Fleischer, Winzer, Getränke-, Spirituosen- und Kaffeeröster aus ganz Elbe-Elster mitten in der blühenden Heide gezeigt. Mit Sicherheit könnte der Caterer, der das anbietet, einen ganz neuen Kundenkreis für sich erschließen. Sie haben Hunger aufs Besondere? Am besten auf die Internetseite www.rEEgional.de gehen. Dort finden Sie alle Anbieter.