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| 20:07 Uhr

Fußball-WM
WM-Fieber: „Moskau, wir kommen!“

Sie fliegen zur Fußball-WM 2018 nach Russland: Jens Möller (46), Patrick Donat (30) und Ronny Weidner (41, v.l.) aus Bad Liebenwerda.
Sie fliegen zur Fußball-WM 2018 nach Russland: Jens Möller (46), Patrick Donat (30) und Ronny Weidner (41, v.l.) aus Bad Liebenwerda. FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Jens Möller, Patrick Donat und Ronny Weidner aus Bad Liebenwerda heben Freitag ab. Von Frank Claus

Die Vorfreude ist riesig. Sie ballen die Fäuste. „Jaaaa! Moskau wir kommen!“ Am Freitag steigen Jens Möller (46), Patrick Donat (30) und Ronny Weidner (41) aus Bad Liebenwerda in Berlin-Tegel in den Flieger. Da ist sie wieder, die große Euphorie. Dabei sind sie, was große Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft angeht, schon alte Hasen. Im Jahr 2006 bei der Heim-WM hat alles angefangen. Da sind sie Mitglied im Fanclub der DFB-Auswahl geworden. Und bis auf die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika haben sie seitdem kein Großereignis mehr verpasst.

Nach der WM im eigenen Land sind sie entweder alle oder auch nur einzeln oder zu zweit bei den Europameisterschaften in Österreich und in der Schweiz (2008) sowie in der Ukraine und Polen (2012) gewesen. Im Jahr 2014 war Jens Möller in Brasilien, hat das legendäre 7:1 gegen die Seleção im Halbfinale und schließlich das 1:0 im Finale gegen Argentinien gesehen. Im Jahr 2016 dann die EM in Frankreich, unverhoffte Begegnungen mit DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vize Rainer Koch in Paris – und nun Moskau.

Die Bad Liebenwerdaer Ronny Weidner (3.v.l.), Patrick Donat (4.v.l.) und Jens Möller (r.) mit DFB-Präsident Reinhard Grindel nach einer Kranzniederlegung im Musée de la Résistance bei der Euro 2016 in Paris.
Die Bad Liebenwerdaer Ronny Weidner (3.v.l.), Patrick Donat (4.v.l.) und Jens Möller (r.) mit DFB-Präsident Reinhard Grindel nach einer Kranzniederlegung im Musée de la Résistance bei der Euro 2016 in Paris. FOTO: LR / Ronny Weidner

Und wieder die Hoffnung auf das ganz große Finale. Jens, der Gruppenleiter bei der Bahn ist, Ronny, der Geschäftsführer einer Werbeagentur, und Patrick, der Produktionsleiter bei der Bäckerei Bubner, haben die Tickets für das Auftaktspiel der Deutschen gegen Mexiko in der Tasche (pro Person 88 Euro) und, vorausgesetzt Deutschland kommt ins Halbfinale und Finale, auch diese Eintrittskarten als sogenannte Optionstickets sicher. Sie haben sie gleich mit gebucht. Im Fall, dass „Die Mannschaft“ eher ausscheidet, erhalten sie das Geld für die Eintrittskarten im Duell der besten Vier (je 240 Euro) und Finale (je 383 Euro) zurückerstattet. Gleich nach Bekanntgabe der Vorrundengruppen und Spieltermine haben sie die Tickets und den Flieger gebucht. Pro Person kosteten Hin- und Rückflug fürs erste Gruppenspiel im Dezember noch 150 Euro, jetzt sind es 1139 „Glocken“.

Über den hervorragenden Kontakt zu einem der Fanbetreuer im Osten – in diesem Fall Christian Meiske aus Neustrelitz –  haben sie auch Hotelzimmer zum günstigen Preis gebucht. Dabei sind die Drei nicht nur Turnierfahrer. Sie haben die deutsche Elf auch schon in die Türkei, nach Irland, Schottland, Schweden und Finnland begleitet. „Das geht nur, weil unsere Frauen mitspielen“, sagen Jens und Ronny.

Und wie sehen sie den „Fall“ Gündogan und Özil und deren brisante Posts mit dem türkischen Präsidenten Erdogan? „Sehr kritisch. Das geht gar nicht“, sagen alle Drei und Patrick fügt hinzu: „Ich glaube, Özil werden sie noch als verletzt melden. Mich stört immer schon, wenn wir Fans in der Kurve voller Inbrunst die Nationalhymne mitsingen und einige auf dem Rasen kriegen nicht mal die Lippen auseinander.“

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matroschka 4c FOTO: fotolia / mspoint