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Elbe-Elster
Erfolgreiche Bergung nach Gefahrgut-Unfall

Die Bergung des Gefahrguttransporters auf der B 183 gestaltete sich äußerst schwierig.
Die Bergung des Gefahrguttransporters auf der B 183 gestaltete sich äußerst schwierig. FOTO: Martin Neumann
Update | Bad Liebenwerda. Der zwischen Bönitz und Marxdorf (Elbe-Elster) von der B 183 abgekommene Gefahrguttransporter mit 25.000 Litern eines ätzenden, umweltgefährdenden Abfallstoffs ist inzwischen geborgen worden. Von Bodo Baumert, Frank Claus und Rüdiger Hofmann

Der Tanker steht inzwischen wieder auf der Straße, er wurde Mittwochnachmittag vom Kran hochgehoben. Die Tanks sind heil geblieben, von dem flüssigen Abfallstoff ist nichts ausgelaufen.

Die Straße wurde am Mittwochmorgen nach dem Unfall gesperrt. Die Bergung gestaltete sich kompliziert. Der Fahrer blieb äußerlich unverletzt, wurde vor Ort im Rettungswagen betreut. Deutlich erhöht hat sich inzwischen die Lademenge. Während zu Beginn noch davon ausgegangen war, dass sich in den Fahrzeugtanks 9000 Liter ätzende umweltgefährdende Abfallstoffe befinden, haben inzwischen neue Erkenntnisse ergeben, dass 25.000 Liter transportiert wurden. „Wir haben im Fahrzeug weitere Frachtpapiere gefunden, die belegen, dass der Kraftfahrer an zwei Stellen geladen hat - einmal 9000 Liter und einmal 16 000 Liter“, so ein Feuerwehrsprecher an der Unfallstelle.

Die Leitstelle Lausitz alarmierte umgehend die Wehren der Region, darunter auch die Spezialeinsatzkräfte Gefahrgut aus Schönborn und Mühlberg. Die Spezialkräfte hatten die Einsatzmittel der gesamten Gefahrstoffeinheit aufgebaut, vom orangenen Zelt für die eventuell nötige Dekontermination von Kameraden bis hin zur Abpump-einrichtung. Auch das Umweltamt und der Gewässerunterhaltungsverband waren mit Vertretern vor Ort. Im Einsatz war zudem der Messwagen, der unter anderem Werte in der Luft ständig kontrolliert. Die größte Sorge bestand darin, dass während der Bergung doch noch Gefahrstoff austritt.

Bergung des Gefahrguttransporters auf der B 183 FOTO: Von Frank Claus und Martin Neumann

Vor Ort konnte aber kein Leck am Fahrzeug festgestellt werden. Entgegen erster Überlegungen konnte das giftige Gemisch nicht wie geplant aus dem umgekippten Fahrzeug abgepumpt werden. „Wir müssen den Tanker vermutlich aufrichten müssen“, so der Feuerwehr-Sprecher am Vormittag. Zunächst hatten sich zwei Feuerwehr-Kameraden an das verunfallte Fahrzeug begeben. Sie schlugen die Frontscheibe ein, um an einen im Führerhaus befindlichen Schalter zu kommen, der betätigt werden müsse, um später das Umpumpen der Flüssigkeit aus den Tanks zu realisieren. Der Unfall ereignete sich gegen acht Uhr. Der Lkw kam in einer Kurve nach rechts von der Straße ab und landete im Graben. Die Unfallursache ist nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Wendt noch unklar, nach Aussagen am Unfallort wolle der Kraftfahrer einen Traktor überholt haben und sei danach von der Fahrbahn abgekommen. Das Fahrzeug landete auf dem Seitenstreifen eines vom Regen durchnässten benachbarten Ackers. Die B183 bleibt vorerst noch gesperrt.

Gefahrgutunfall B 183 zwischen Bönitz und Marxdorf
Gefahrgutunfall B 183 zwischen Bönitz und Marxdorf FOTO: Frank Claus / LR