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Südumfahrung
B 101 erhält jetzt drei Fahrstreifen

Die ersten Spatenstiche für den Ausbau der B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda wurden am Freitag schwungvoll gesetzt. Den Start vollzogen (v. l.): Dr. Albrecht Klein, Vorstandsvorsitzender Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen, die Brandenburger Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse, Frank Süsser, Referatsleiter im Bundes-Verkehrsministerium, und Thomas Richter, Bürgermeister von Bad Liebenwerda.
Die ersten Spatenstiche für den Ausbau der B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda wurden am Freitag schwungvoll gesetzt. Den Start vollzogen (v. l.): Dr. Albrecht Klein, Vorstandsvorsitzender Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen, die Brandenburger Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse, Frank Süsser, Referatsleiter im Bundes-Verkehrsministerium, und Thomas Richter, Bürgermeister von Bad Liebenwerda. FOTO: M. Feller
Bad Liebenwerda. Man mag es nicht glauben, aber es ist so vorgesehen: Im September 2018 soll die Südumfahrung (B 183) von Bad Liebenwerda gleichzeitig mit der dreistreifig auszubauenden B 101 nach Elsterwerda für den Verkehr freigegeben werden. Davon geht der Bad Liebenwerdaer Bürgermeister Thomas Richter (CDU) nach Abstimmung mit dem Brandenburger Verkehrsministerium aus. Manfred Feller

Er sagte dies beim 1. Spatenstich für den grundhaften Ausbau der B 101 am Freitagvormittag. Die eng bebaute Stadt mit ihren schmalen, winkligen Straßen brauche für ihren Kurstatus die nächste Verkehrsentlastung. Momentan wälzt sich Lastzug um Lastzug mitten durch das belebte, sanierte Zentrum. Ein untragbarer Zustand.

Der Ausbau des 4,8 Kilometer langen Abschnittes der Bundesstraße zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda (bis zum Abzweig Gewerbegebiet Haida) wird nach den Angaben des Brandenburger Verkehrsministeriums insgesamt etwa 4,8 Millionen Euro kosten.

Für den eigentlichen Straßenbau sind enorme Vorarbeiten notwendig, zeigt Bauüberwacher Volker Fuhrmann von der B.i.t. Planungsgruppe Brücken-, Ingenieur- und Tiefbau GbR aus Radebeul die Zeitschiene auf. Nach der Bauanlaufberatung soll - beginnend im Oktober - das Baufeld freigemacht werden. Die Stubben der im Frühjahr gefällten Bäume müssen raus. Diesen Auftrag hat die Strabag aus Senftenberg erhalten.

Anschließend wird ein zweispuriger Wirtschaftsweg neben der Bundesstraße gebaut. Dieser soll noch in diesem Jahr fertig werden. Er wird später den kompletten Verkehr aufnehmen, damit auf der künftig zwölf Meter breiten und mit einer wechselseitigen Überholspur ausgestatteten B 101 nach dem Winter ungestört bis zur avisierten Freigabe in einem Jahr gearbeitet werden kann.

Der Wirtschaftsweg bleibt für langsame Fahrzeuge und Radfahrer bestehen. Er wird jedoch nach Angaben von Anke Schlosser, Sachgebietsleiterin Bauvorbereitung und Bauüberwachung beim Auftraggeber Landesbetrieb Straßenwesen, nach der Freigabe der B 101 schmaler "geschnitten", um die versiegelte Fläche zu verringern.

Damit die Radfahrer von und nach Elsterwerda den Wirtschaftsweg nutzen können, wird ein ungefähr 700 Meter langer Anschluss ab der Einmündung der Kreisstraße 6209 geschaffen.

Der Bundesstraßenabschnitt zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda ist Teil der Fernstraßenverbindung Leipzig - Lausitz, auch LeiLa-Süd genannt. Sowohl der Bund als auch das Land haben in der Vergangenheit immer wieder die Dringlichkeit des Ausbaus zwischen den Wirtschaftsräumen betont. Erst recht für Elbe-Elster, dem einzigen Landkreis ohne Autobahnanschluss. Bislang sind auf der Südtrasse allerdings nur wenige Abschnitte dreistreifig ausgebaut, wie zwischen Schwarzheide und dem B156-Abzweig östlich von Sedlitz (OSL) und bei Drebkau (SPN).

Für den Bund bleibe der Ausbau eine wesentliche, länderübergreifende Aufgabe auf der "allerhöchsten Dringlichkeitsstufe", betonte Frank Süsser, Referatsleiter im Bundes-Verkehrsministerium, am Freitag. Allerdings könne der Bund nur dort arbeiten, wo Baurecht besteht. "Wir suchen händeringend baureife Projekte in Brandenburg und würden gern mehr tun", schaut er dabei auch auf das schleppende Vorankommen auf der B 169 zwischen der A 13 bei Ruhland und Plessa. 40 Millionen Euro lägen für diese Strecke bereit. Die rund 30 Kilometer von Bad Liebenwerda bis Ruhland kosten gar 160 Millionen Euro.

Dr. Albrecht Klein, Vorstandsvorsitzender des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg, widerspricht, dass das Land Bundesgeld nicht vollständig verbaut. Die 450 Millionen Euro in diesem Jahr für die Infrastruktur würden komplett ausgegeben. Allerdings sagt er auch, dass die Planungskapazitäten für die Bundes- und Landesstraßen nach den Personalkürzungen durch das Land bis oben hin ausgelastet seien. Diese sollen verstärkt werden.