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| 17:49 Uhr

Zwei Monate Bauverzug
B-101-Brücke: Staugefahr im Mai

Die Abrissarbeiten an der alten Brücke sind beendet. Dieser Teil der Stützwand bleibt stehen, wird verklinkert und erhält Winkelstützen zur Stabilisierung.
Die Abrissarbeiten an der alten Brücke sind beendet. Dieser Teil der Stützwand bleibt stehen, wird verklinkert und erhält Winkelstützen zur Stabilisierung. FOTO: Frank Claus / LR
Elsterwerda. Elsterwerdas 6,5-Millionen-Euro-Projekt bestimmt das Stadtbild noch das gesamte Jahr. Von Frank Claus

Zwei Monate Bauverzug an der B-101-Brücke in Elsterwerda. Das ist der nüchterne Fakt, den so recht freilich keiner verkünden will. Während Manfred Ragotzky, Sachgebietsleiter im Dezernat Konstruktiver Ingenieurbau, im Januar dieses Jahres noch verkündete, dass der Brückenbau im Zeitplan liege und erklärte, „sollten die Witterungsbedingungen passen, werden die Arbeiten, die mit der Straßenüberführung in Zusammenhang stehen, pünktlich zu Ostern beendet sein“, ist die Situation nun völlig anders.

Der teils knackige Winter und technologische Probleme im Bauablauf führen nun dazu, dass erst in der Woche ab 23. April die Fahrbahn in Richtung Plessa asphaltiert werden soll. Danach kommt es ganz dicke. Um auch die Fahrbahn in Richtung Bad Liebenwerda einschließlich des Kreuzungsbereiches Heine-/Lessingstraße fertigstellen zu können, macht sich eine Ampelregelung ab 2. Mai notwendig. Bauüberwacher Karsten Fiebig geht davon aus, dass etwa sechs Wochen benötigt werden, um in diesem Bereich die vorhandene Fahrbahn abzufräsen, Straßenborde zu setzen, die Regenentwässerung gegebenenfalls neu zu verlegen und schließlich zu asphaltieren. Dazu kommt, dass die jetzt in Richtung Bad Liebenwerda bis zum Brückenbeginn verlaufende  äußere Spur vollständig zurückgebaut und durch eine begrünte Fläche ersetzt wird.

Doch um diese Bauarbeiten ausführen zu können, sind erst einmal die Straßenanbindungen unter der Bücke – also der Knoten Berliner Straße, Goethestraße, Straße an der Eisenbahn – fertigzubauen. Diese Straßen sind wichtig, um den Bewohnern aus dem Gebiet rund um die Gärtnerei Stiller überhaupt noch Zufahrtmöglichkeiten ins Stadtinnere zu gewährleisten. Denn während der Bauarbeiten auf der Brücke kommen diese über die Kreuzung Lessingstraße nicht mehr auf die B 101. Aus dem Stadtzentrum gelangen Kraftfahrer am schnellsten über die Lauchhammerstraße zur B 101. Eine Abkürzung über die Ackerstraße geht nicht, da auch dort nach Ostern Baubeginn sein soll.

Eingesetzt werden soll übrigens eine verkehrsabhängig gesteuerte Ampel – längere Staus dürften vor allem im Berufsverkehr dennoch nicht ausbleiben.

Als wären die Bauarbeiten unter rollendem Verkehr auf der stadteinwärts liegenden Seite nicht schon kompliziert genug, wird nun auch mit dem Neubau der Brücke über den Plessa-Haidaer Binnengraben begonnen, der sich unter der Fahrbahn hindurch vom Feuerwehrdepot in Richtung Biomasseheizkraftwerk schlängelt. Um die Brücke bauen zu können, wird eine 350 Meter lange Behelfsstraße teilweise neu aufgeschüttet, um während der Bauarbeiten eine Ampelregelung zu verhindern. Und selbst das sind noch nicht alle notwendigen Arbeiten.

Bis Ende November, dann sollen die Bauarbeiten in dem 650 Meter langen Abschnitt endgültig beendet sein, bleibt noch jede Menge Detailarbeit. So wird die alte, vorhandene Stützwand auf der in Richtung Bad Liebenwerda führenden Seite noch mit gelben Steinen verklinkert. Die verbliebene alte Stützwand auf der gegenüberliegenden Seite erhält rotes Klinkermauerwerk. Schön für Radfahrer: Der neue, kombinierte Geh-/Radweg über die Brücke wird von der Kreuzung Heine-/Lessingstraße bis an den Radweg, der pa- rallel zur B 101  (Lindenweg) verläuft, verlängert. An der Brücke werden zwei Treppenaufgänge in Fertigteil-Betonbauweise errichtet. Insgesamt werden am Ende nach jetzigen Planungen 6,5 Millionen Euro an diesem neuralgischen Knoten verbaut sein. Und schließlich soll im Oktober auch noch ein etwa 80 Meter langer Fahrbahnabschnitt in Richtung Bad Liebenwerda eine Deckenerneuerung erhalten.

Der Neubau der B-101-Brücke in Elsterwerda samt Fahrbahnanbindungen ist unter rollendem Verkehr ein anspruchsvolles Vorhaben.
Der Neubau der B-101-Brücke in Elsterwerda samt Fahrbahnanbindungen ist unter rollendem Verkehr ein anspruchsvolles Vorhaben. FOTO: Frank Claus / LR
Bauüberwacher Karsten Fiebig zeigt ein Kreuzungsdetail. Mehrere Straßenanbindungen werden im Zuge des Brückenbaus verändert.
Bauüberwacher Karsten Fiebig zeigt ein Kreuzungsdetail. Mehrere Straßenanbindungen werden im Zuge des Brückenbaus verändert. FOTO: Frank Claus / LR