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| 17:23 Uhr

Gefährlicher Eingriff in den Schiffsverkehr
Auto in der Elbe: Wird es eine teure Schmiere?

Das Auto in der Greiferzange. Im Facebook-Auftritt der Polizei Sachsen gibt es ein Video von der Bergung aus der Elbe bei Mühlberg.
Das Auto in der Greiferzange. Im Facebook-Auftritt der Polizei Sachsen gibt es ein Video von der Bergung aus der Elbe bei Mühlberg. FOTO: LR / Polizei Sachsen
Mühlberg. Ermittlungen wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs laufen. Polizei Sachsen zeigt sich humorvoll. Von Frank Claus

Am Mittwochabend ist ein Opel an der ehemaligen Fährstelle Mühlberg in die Elbe gerollt, obwohl der 18-jährige Kraftfahrer aus dem Landkreis Leipzig behauptet hatte, die Handbremse angezogen zu haben. Die Polizei Sachsen nimmt in ihrem Facebook-Post den Sachverhalt locker: „So beschloss der Opel, sich in den Fluten der Elbe zu kühlen“, schreibt sie, berichtet, dass eine Sandbank das Fahrzeug kurz stoppte und teilt weiter mit: „Nach rund 300 Metern besuchte das Fahrzeug dann vollends das Reich der eigentlich vom Angler gesuchten Tiere.“ Am Donnerstag gegen 14 Uhr ist das Auto mittels Bagger aus den Fluten gehoben worden und nun nur noch Schrott. Doch das allein dürfte nicht die größte Sorge des 18-Jährigen sein. „Anstatt großer Fische hat sich der junge Mann nun eine Anzeige wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs an Land gezogen“, schreibt die Polizei Sachsen. Wird es eine teure Schmiere, weil unter anderem ein Hotelschiff seine Fahrt unterbrechen und im Hafen Mühlberg über Nacht einen Zwangsstopp einlegen musste? Und wer trägt die Bergungskosten? Während die Polizei im Schutzbereich Elbe-Elster den Straftatbestand noch prüft und eher davon ausgeht, dass keine grobe Fahrlässigkeit, sondern eher ein Missgeschick Auslöser war, bleibt offen, ob die Schifffahrtgesellschaft und das mit der Bergung betraute Amt sowie Feuerwehr und Taucher ihre Rechnung auf zivilrechtlichem Wege aufmachen und inwiefern die Haftpflichtversicherung greift.

Autos in der Elbe sind übrigens keine Seltenheit. Zwei tragische Fälle ereigneten sich 2013. Im August kam bei Nünchritz eine Frau von der Straße ab und ertrank in ihrem Auto. Im Oktober nahm sich ein 21-Jähriger das Leben, indem er mit seinem Auto bei Strehla zielgerichtet in die Elbe fuhr.