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| 15:48 Uhr

Museum Mühlberg 1547
Ausstellung „Viele Wege führen nach Wittenberg“ schließt am 31. Oktober

Das Museum „Mühlberg 1547“ erinnert nur noch wenige Tage an eine historische Schlacht.
Das Museum „Mühlberg 1547“ erinnert nur noch wenige Tage an eine historische Schlacht. FOTO: A. Franke / Andreas Franke
Mühlberg. Die Sonderausstellung in Mühlberg zeichnet den Weg des mächtigen Trosses Karls V. zur ersten entscheidenden Schlacht zwischen Katholiken und Protestanten nach.

Am 31. Oktober kann die aktuelle Sonderausstellung des Museums Mühlberg 1547 „Viele Wege führen nach Wittenberg. Kaiser Karl V. und sein Tross in Mühlberg und Mitteldeutschland 1546/47“ letztmalig besichtigt werden. Die seit März gezeigte Präsentation, die den Weg des Habsburgers von Nordböhmen bis zur Schlacht bei Mühlberg nachvollzieht, stieß bisher auf reges Besucherinteresse.

Die Sonderausstellung zeichnet den Weg des mächtigen Trosses Karls V. zur ersten entscheidenden Schlacht zwischen Katholiken und Protestanten nach. Im nordböhmischen Eger beginnend, zog dieser in einer ersten Etappe über Plauen, Reichenbach im Vogtland, Glauchau bis nach Gnandstein. Dort nächtigte der Kaiser bei dem überzeugten Lutheraner Heinrich Hildebrand von Einsiedel, während sein Feldherr Herzog Alba im benachbarten Kohren kampierte. Dort brachen seine Soldaten den Opferstock der lutherischen Pfarrkirche auf, schlachteten die Kühe und raubten die Pferde des Pfarrers. Über Rochlitz ging es danach weiter nach Jahna in der Lommatzscher Pflege. Dort erfuhren die Kaiserlichen, dass der sächsische Kurfürst Johann Friedrich I. Richtung Wittenberg entkommen wollte. In einem Gewaltmarsch suchte man dem Anführer des protestantischen Schmalkaldischen Bundes den Weg abzuschneiden und stellte ihn vor Mühlberg. Die Schlacht am 24. April 1547, die mehr einer wilden Flucht glich, endete mit einer katastrophalen Niederlage des Schmalkaldischen Bundes und der Gefangennahme des Kurfürsten: Karl V. hatte sein Ziel erreicht und befand sich in Mühlberg auf dem Höhepunkt seiner Macht. Die folgenden Tage verbrachte er in der Nähe Mühlbergs, im Pfarrhaus in Schirmenitz links der Elbe, ehe er mit seinem Tross nach Wittenberg aufbrach.

Die Ausstellung zeigt anschaulich, welche Auswirkungen die Berührung mit dem kaiserlichen Heer auf die am Wegesrand liegenden Städte hatte. An einem Medientisch können die Gäste im Anschluss ihr Wissen über Kaiser Karl V. testen. Hoch zu Ross ermöglicht es eine Audiostation, den Gedanken des Kaisers am Grab Martin Luthers in Wittenberg zu lauschen. Mit der von Dr. Lars-Arne Dannenberg kuratierten Schau ist zudem eine wichtige Grundlage für die Entwicklung einer mitteldeutschen Kulturroute Karls V. geleistet worden, die als Beitrag des Landkreises Elbe-Elster in das Netzwerk der Europäischen Kulturrouten Karl V. eingehen soll.

(pm/blu)