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| 16:52 Uhr

Zwei Landesstraßen im Bau
Wainsdorf und Staupitz aufgerissen

Beim Verlegen des Regenwasserkanals unter der L 59 in Wainsdorf müssen die Bauleute von der Strabag höllisch auf querende Leitungen achten und bei Bedarf deren Horizontalverlauf der Gefälleleitung anpassen.
Beim Verlegen des Regenwasserkanals unter der L 59 in Wainsdorf müssen die Bauleute von der Strabag höllisch auf querende Leitungen achten und bei Bedarf deren Horizontalverlauf der Gefälleleitung anpassen. FOTO: LR / Manfred Feller
Wainsdorf. Zwei Landesstraßen-Abschnitte werden derzeit im Süden des Landkreises Elbe-Elster unter Vollsperrung grundhaft ausgebaut. Von Manfred Feller

Baggerfahrer Andre Janaschak muss verdammt aufpassen, damit er in dem auszuhebenden Graben für den Regenwasserkanal mit dem Löffel nicht eine der querenden Leitungen erwischt. Nicht alles liegt unbedingt dort, wo es eingezeichnet ist. Und dann passiert es doch. Ein dickes Antennenkabel wird durchtrennt. Und das kurz vor dem Deutschlandspiel bei der WM. Die Reparatur sollte umgehend erfolgen. Falls nicht: Wer die Partie verpasst hat, hat nichts verpasst.

Auf dem rund 700 Meter langen und gesperrten Ausbaustück der Ortsdurchfahrt Wainsdorf, die Landesstraße 59, arbeiten die Bauleute von der Strabag-Niederlassung aus Senftenberg noch im Trockenen. Doch je weiter die 300er-Betonleitung in Richtung Pfeif- und Pfeilgraben mit dem notwendigen Gefälle verlegt wird, desto höher könnte der Aufwand werden. „Noch sind wir nicht auf Schichtenwasser gestoßen. Aber bei 1,80 bis zwei Meter Tiefe wird es immer feuchter. Teilweise wird wohl eine Wasserhaltung notwendig werden“, blickt Polier Steve Krahn auf die nächsten Tage. Im Graben dirigiert Vorarbeiter Steffen Langer das Absetzen der Betonrohre durch den Bagger. Je nach Baufortschritt schaut der Archäologe vorbei. Bisher sei noch nichts Nennenswertes entdeckt worden.

Erneuert wird in Wainsdorf der holprige Pflasterabschnitt der Landesstraße. Ein großer Teil des Granits ist herausgeholt worden. Was dem Durchfahrenden wahrscheinlich nie aufgefallen ist: Einst sind nach Auskunft von Steve Krahn drei Sorten Steine verlegt worden: grauer Granit, rötlicher Porphyr und Basalt.

Liegt der Kanal im Boden, wird die Straße ausgekoffert, werden Borde gesetzt und die Gehwege aus Kostengründen mit dem vorhandenen Pflaster wieder hergestellt. Trotz diverser Schwierigkeiten werde versucht, die Straßenfreigabe am 29. November zu packen.

Probleme habe es zwischenzeitlich beim Abholen der Tonnen durch den Abfallverband gegeben. Anfangs sei nur ein Sammelstandort bedient worden.

Die Zementasbestrohre für das Trinkwasser unter den Gehwegen bleiben drin. Sie liegen nach Kenntnis von Maik Hauptvogel, Vorsteher des WAV, wohl erst seit den 1970er- oder 1980er-Jahren im Boden. Störungen habe es in vergangenen Jahren nicht gegeben. Im Havariefall seien die Rohre unter dem Wegepflaster jedoch gut zu erreichen.

Die Arbeiten beim grundhaften Ausbau der ersten Ortsdurchfahrt in Staupitz, der über Monate voll gesperrten L 63, kommen gut voran. Hauptauftragnehmer ist die Eurovia Verkehrsbau Union GmbH mit Sitz in Kolkwitz.
Die Arbeiten beim grundhaften Ausbau der ersten Ortsdurchfahrt in Staupitz, der über Monate voll gesperrten L 63, kommen gut voran. Hauptauftragnehmer ist die Eurovia Verkehrsbau Union GmbH mit Sitz in Kolkwitz. FOTO: LR / Manfred Feller

Staupitz Wie in Wainsdorf gebe es auch beim Landesstraßenausbau in Staupitz ein gutes Miteinander mit den Anliegern, versichern der Landesbetrieb Straßenwesen als Bauherr, das Bauunternehmen Eurovia und Bürgermeister Fred Wickfeld. Aber nicht nur er hat mit der Telekom ein Riesenproblem. Denn die hässlichen Holzmasten bleiben stehen. „Dies sei der Stand der Technik“, wurde mir gesagt. Fred Wickfeld fasst sich ebenso an den Kopf wie Eurovia-Bauleiter Wojciech Mazur. „Der Graben wäre da“, verweist er auf die umfangreichen Tiefbauarbeiten. Die Stromfreileitungen verschwinden ja auch als Erdkabel im Boden. Zum Glück erhalte die Telekom Konkurrenz, so der Bürgermeister. Die ersten Meter Breitbandkabel, verlegt von einer in Vorleistung gehenden privaten Firma aus Lauchhammer, liegen.

Im Interesse der Staupitzer wird der Bauablauf verändert, verrät der aus Breslau stammende Wojciech Mazur: „Wir wollen versuchen, die ganzen 1200 Meter noch vor dem Winter zu asphaltieren.“ Dadurch könne der Anlieger- und Busverkehr wieder gut rollen. Der Durchgangsverkehr bleibe jedoch draußen. Ursprünglich sollte in drei Abschnitten gebaut werden. Jetzt ist vorgesehen, ab dem 11. Juli die restliche Ortsdurchfahrt in Richtung Grünewalde aufzureißen, die Leitungen zu verlegen und die Straße wieder aufzubauen. Im nächsten Jahr würden die Nebenanlagen folgen.

Der Aufbau der Straße weiche vom Üblichen ab. Statt 40 bis 50 Zentimeter Schotter wird nur eine technologische Schicht von 15 Zentimetern aufgebracht. Dafür aber ein 36 Zentimeter starkes Paket Asphalt, bestehend aus Trag-, Binder- und Deckschicht. Bei gleicher Belastung werde eine längere Haltbarkeit und einfachere Erneuerung der Decke versprochen.